Armstrong lebt noch!

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  • 20.07.2010 | 22:30 | (sportnet.at)

    Auf der 16. Etappe gibt Lance Armstrong ein Lebenszeichen von sich. Er attackiert und kommt mit der Spitzengruppe ins Ziel. Den Sieg im Sprint sichert sich Pierrick Fedrigo.

    Topfavorit Alberto Contador geht mit acht Sekunden Vorsprung auf seinen schärfsten Rivalen Andy Schleck ins Finale der Tour de France. Das Gelbe Trikot des Vorjahressiegers war am Dienstag auf der schweren 16. Etappe über vier Pyrenäen-Pässe erwartungsgemäß nicht in Gefahr - zu groß (60 km) war die Distanz vom abschließenden Bergpreis auf dem Col d'Aubisque bis ins Etappenziel nach Pau, wo am Mittwoch der zweite Ruhetag begangen wird.

    Den Tagessieg nach 199,5 km - 69,5 davon bergauf - sicherte sich der Franzose Pierrick Fedrigo im Sprint einer Spitzengruppe, in der sich auch Rekordsieger Lance Armstrong befunden hatte. Armstrong hatte auf den schweren Anstiegen mehrmals attackiert, musste sich am Ende aber mit Platz sechs zufriedengeben. In der Gesamtwertung seiner wohl letzten Tour spielt der 38-jährige US-Amerikaner als 25. mit 33:46 Minuten Rückstand keine Rolle mehr.

    Mit fünf Stürzen war Armstrong bei der laufenden Frankreich-Rundfahrt nicht gerade vom Glück verfolgt, in Paris dürfte der in der Hackordnung zurückgefallene Siebenfach-Sieger wohl das Ende seiner zweiten Karriere bekanntgeben. Sein angestrebter 23. Tour-Etappensieg blieb ihm verwehrt, im Zielsprint in Pau war er chancenlos. Seinen bisher letzten Etappentriumph hatte Armstrong 2005 im Einzelzeitfahren in St. Etienne errungen.

    Erste Attacke von Armstrong

    Bereits kurz nach dem Start in Bagneres-de-Luchon hatte sich Armstrong mit weiteren Fahrern aus dem Feld gelöst, in dem Contador und Schleck ein moderates Tempo angeschlagen hatten. Nach den legendären Anstiegen auf den Col de Peyresourde, den Col d'Aspin, den Col du Tourmalet und den Col d'Aubisque betrug der Vorsprung der Spitzengruppe 9:45 Minuten, im Ziel waren es immerhin noch 6:45. Eine Soloflucht des Spaniers Carlos Barredo blieb unbelohnt.

    Fedrigo hatte im Finish die schnellsten Beine. Der Franzose hatte schon 2006 in Gap und 2009 in Tarbes jeweils eine prestigeträchtige Tour-Etappe gewonnen. "Ich habe gespürt, dass es mein Tag sein könnte. Es ist ein wunderschönes Gefühl", erklärte der 31-Jährige, der im Feld ob seiner großen Nase bekannt ist. Die wichtigsten Bergpreise auf dem Tourmalet und dem Aubisque hatte sich sein Landsmann Christoph Moreau gesichert, das Grüne Trikot des Punktbesten übernahm der Norweger Thor Hushovd.

    Die Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg wird nach dem Ruhetag am Donnerstag fallen. Dann steht die abschließende Bergankunft auf dem Tourmalet auf dem Programm, bei der sich Andy Schleck wohl einen Vorsprung auf Contador herausfahren müssen wird. Denn am Samstag wartet noch ein 52 km langes Zeitfahren in Bordeaux - und Contador gilt im Kampf gegen die Uhr als deutlich stärker als Schleck, der das Gelbe Trikot am Montag aufgrund eines technischen Defektes an den Spanier verloren hatte.

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