Bardal Gejagter SupermanShirt
 

Bardal: Ein Gejagter im Superman-Shirt

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  • 08.03.2012 | 08:19 | (sport10)

    Die finale Jagd auf Anders Bardal hat begonnen. Bei den restlichen drei Springen wollen Schlierenzauer und Co. den Norweger noch abfangen. Doch was macht ihn so stark?

    Ein rotes Cape hat er zwar noch nicht, dafür aber die passende Unterwäsche. Die Zeit, als Anders Bardal für das präsentieren seiner Superman-Bekleidung unter dem Skisprunganzug belächelt wurde ist vorbei, mit einem Dutzend Podestplätzen und dem gelben Trikot bewaffnet kommt es in seiner Heimat Trondheim zum nächsten Kampf der Lüfte mit den ÖSV-Adlern. Noch drei Stationen trennen Bardal, Gregor Schlierenzauer (84 Punkte Rückstand) oder Andreas Kofler (153 Punkte) von der großen Kugel.

    Bardal hat ein Schlagwort

    Doch was macht den Norweger, der in seiner Freizeit am Liebsten den Golfschläger schwingt in dieser Saison so stark? Bardal hat ein Schlagwort: Konstanz. Bestes Beispiel dafür ist der Vergleich der Vorsaison mit der heurigen. Flog der Vater einer Tochter in der Saison 10/11 noch im Dezember in Lillehammer auf den guten siebten Platz, fand er sich in der gleichen Saison erst im März in Lahti mit Platz vier auf einer ähnlich guten Platzierung wieder. Dazwischen lagen (ausgenommen Team) enttäuschende Ergebnisse, mit denen der "neue" Bardal nichts mehr zu tun hat.

    Sein schlechtestes Ergebnis im heurigen Winter ist ein 40. Platz in Zakopane bei einem Springen, dass bedingt durch den Wind mit Fairness nicht mehr viel am Hut hatte.


    Bardal konnte sich heuer mit Siegerposen anfreunden.

    Wenn Bardal sich die Schuhe bindet

    Im Hintergrund dafür verantwortlich ist der österreichische Cheftrainer der Norweger, Alexander Stöckl. Was Bardal diese Saison so stark macht? "Er ist ein ruhiger, familiärer Typ. Ähnlich wie Wolfgang Loitzl. Ein netter angenehmer Mensch, der nicht so schnell nervös wird", erklärt Stöckl der SportWoche.

    "Wir haben im Herbst seine Technik umgestellt, probiert mehr Kraft auf den Tisch zu bringen. Er war extrem fleißig", meint Stöckl weiter. Heute gehört der aus Byåsen bei Trondheim stammende Springer zu den besten Athleten im gesamten Weltcupzirkus. Das meinte auch Andreas Goldberger im Gespräch mit sport10.at: "Er ist körperlich auf einem sehr hohen Niveau, er bringt derzeit Dynamik und Konstanz mit."


    Bardal weiß, was er an seinem neuen Cheftrainer hat.

    Nerven ein Drahtseilakt?

    Dennoch: Waren die körperlichen Grundlagen da, musste auch der Kopf auf Sieg getrimmt werden. "Früher hat er es nicht geschafft, zwei Durchgänge auf dem gleichen Niveau herunterzubringen. Ich habe mit ihm viele Gespräche über seinen Zugang zum Wettkampf geführt. Er hat sich zu leicht ablenken lassen. Wir haben ihm Werkzeuge in die Hand gegeben, um bei sich zu bleiben. Das fängt damit an, wie er die Sprungschuhe bindet und die Stiegen zur Schanze hinaufgeht", weiß Stöckl über seinen Topspringer.

    Wir haben ihm Werkzeuge in die Hand gegeben, um bei sich zu bleiben. Das fängt damit an, wie er die Sprungschuhe bindet und die Stiegen zur Schanze hinaufgeht

    Das Rüstzeug für einen Triumph im Gesamtweltcup hat der Wirtschaftschaftstudent hat Bardal auf jedenfalls. Doch kann er es auch bei den nervlich belastenden letzten Springen noch auf die Schanze bringen?

    Fakt ist, dass er auch schon vor der Vierschanzentournee zu den ganz großen Favoriten gezählt wurde, dort allerdings die Erwartungen nicht in Leistungen umsetzen konnte. Der Traum vom Gesamtsieg hatte sich dort schon nach dem ersten Springen in Oberstdorf erledigt. Entschieden ist der Gesamtweltcup also keinesfalls. Immerhin hat auch Superman so seine Schwächen.

     

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