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Festival der Adler: ÖSV-Gold wie im Film

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  • 26.02.2012 | 16:01 | (sport10)

    Die ÖSV-Adler krönen sich beim abschließenden Teambewerb in Vikersund zum Team-Weltmeister im Skifliegen. Die Konkurrenz war chancenlos, Österreich befreit sich.

    Wenige Stunden vor der Oscarverleihung im fernen Los Angeles haben die Skiflieger ihre Auszeichnungen am Sonntag an die beste Skiflug-Mannschaften der Welt vergeben. Die besten Darsteller: Thomas Morgenstern, Andreas Kofler, Gregor Schlierenzauer und Martin Koch. Die ÖSV-Adler krönen sich zum Teamweltmeister vor Deutschland und Slowenien.

    Wie in den großen Hollywood-Klassikern, die alle ihre eigene Story erzählen, haben auch die Österreicher nach dem Weltmeistertitel im Team ihre ganz eigenen Geschichten geschrieben. sport10.at präsentiert fünf filmreife Drehbücher.

    Martin Koch - gefallen und gefeiert

    Der 30-Jährige, der am Samstag mit Gold vor Augen nach seinem Sturz noch die Bronzemedaille holte, wusste sich schnell von seiner ersten Enttäuschung zu erholen. Bereits bei der Siegerehrung meinte er: "Ich nehme die Erinnerungen an meinen Sprung mit, nicht an den Sturz." Vielen wird auch die Größe eines Koch in Gedanken bleiben, die er bereits kurz nach seinem Sturz zeigte und  Robert Kranjec  umgehend zum Titel gratulierte. Die Leistungen am Sonntag im Team unterstrichen: Die vielen Rückschläge, die Koch bedingt durch seine Rückenprobleme diese Saison bereits einstecken musste, haben ihn stärker und noch reifer gemacht.

    Morgenstern - Die Faust zum Himmel

    Was sich im Verlauf der Weltmeisterschaft bereits ankündigte, wurde am Sonntag-Realität: Morgenstern war es, der mit seinen gelungen Flügen die Goldmedaille in den Adlerhorst brachte. Keine Selbstverständlichkeit. Schon im sport10.at-Interview sprach Morgenstern davon, dass Sand im Getriebe ist. Im Teambewerb wurde das Getriebe ordentlich geschmiert. Die Timing-Probleme wurden beseitigt, die geballte Faust im Auslauf feierte ein Comeback. "Solche Freude hatte ich schon lange nicht mehr im Auslauf", meinte der glückliche Kärntner.

    Schlierenzauer - Die Anti-Maschine

    Für den 22-jährigen Tiroler war es eine neue Erfahrung bei einer Weltmeisterschaft. Er hatte lange mit dem neuen Bindungssystem zu kämpfen, hinzu kamen Windprobleme und im Teambewerb eine Anlaufverkürzung, die selbst bei Experten für Unverständnis sorgte. Schlierenzauer beharrte auf seinen Leistungen, sagte mehrmals: "Auch ich bin ein Mensch und keine Maschine." Der 40fache Weltcupsieger, der vor dem Teambewerb wieder zum Bindungssystem der Vierschanzentournee zurückkehrte, wusste zu überzeugen. "Es ist eine große Genugtuung für mich. Ende gut, alles gut könnte man sagen."

    Kofler - Die fliegende Befreiung

    Vielleicht den sportlich größten Flug nach vorne machte Andreas Kofler. Die Hassliebe zum Skifliegen entwickelte sich zum "lässigen Event" für den Tiroler. Dass er am Sonntag noch für seine persönliche Bestleistung sorgte, rundet das vielleicht erste gelungene Skiflugwochenende von Kofler ab. "Sprünge, frei von der Leber zahlen sich beim Skifliegen aus. Es war ein schönes Wochenende für mich." Der Genussfaktor beim Skifliegen ist für Kofler nach eigenen Angaben in Vikersund gestiegen. Die harte Arbeit mit Stützpunkttrainer Markus Mauerberger hat sich für Kofler, der auch noch um den Gesamtweltcup kämpft, ausgezahlt.

    Diess - Der Häuptling im Horst

    Durch die Abwesenheit von Cheftrainer Alexander Pointner übernahm Co-Trainer Alexander Diess die Rolle des Chefs in Vikersund. Diess füllte die Rolle zusammen mit Mauerberger und Heinz Kuttin gekonnt aus. Den Adler fehlte es an nichts. Im Gegenteil: Die Bilder von Diess am Trainerturm sind eigene ganz eigene Geschichte. Atemübungen, wilde Jubelsprünge und eine Portion an berechtigter Kritik machten die ÖSV-Adler auch im hohen Norden angreifbar. Diess: "Ich bin sprachlos und glücklich. Ich habe schon kurz mit Alex telefoniert. Alle Jungs sind toll gesprungen. Es ist ein wunderschöner Tag. Es war eine große Ehre, Alex hier zu vertreten."

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