Schlierenzauer Strasse Siegers
 

Schlierenzauer: Die Straße des Siegers

  • Bild:
  • 06.01.2012 | 19:16 | (sport10)

    Es ist geschafft: Gregor Schlierenzauer triumphiert bei der 60. Vierschanzentournee. sport10.at skizziert seinen Weg zum Gesamtsieg.

    Nach Gesamtweltcup, Weltmeistertiteln und Olympiamedaillen ist es nun geschafft: Gregor Schlierenzauer krönt sich bei der 60. Vierschanzentournee zum Sieger der Gesamtwertung. Er belegte im letzte Springen am Freitag in Bischofshofen, bei dem wetterbedingt nur der erste Durchgang gewertet wurde, Platz drei (131 Meter) und fuhr damit den Erfolg ein.

    Zweiter der Tournee-Gesamtwertung wurde Thomas Morgenstern (135 Meter), der in Bischofshofen gewann. Andreas Kofler, bis Freitag Schlierenzauers erster Verfolger, vergab den Sieg durch einen verhauten Sprung im ersten und einzigen Wertungsdurchgang (122 Meter). Damit fiel er in der Gesamtwertung auf den dritten Platz zurück.

    Nach Wolfgang Loitzl, Kofler und Morgenstern ist Schlierenzauers Triumph der vierte Gesamtsieg in Folge für die ÖSV-Adler. Doch Rekordwerte hin oder her: Der Erfolgslauf bei der Jubiläumsshow wird dem ab Samstag 22-jährigen Tiroler noch lange in Erinnerung bleiben. Gleich mehrere Pflastersteine ebneten seinen Weg zum Springerolymp.

    Die innere Ruhe

    Bei jedem seiner Tourneeerfolge sah man Schlierenzauer die tiefe innerliche Befriedigung an. Diese Befriedgung geht im Gleichschritt mit der persönlichen Veränderung des Siegspringers.

    Die geschlossenen Augen bei der Siegerehrung, ein Sinnbild der Weiterentwicklung. Cheftrainer Alex Pointner wurde in der Chefadlerlyse mit sport10.at nicht müde zu betonen, wie sich Schlierenzauer entwickelt hat: "Wie Gregor mit der Erwartungshaltung und dem Drumherum zurecht kommt, daran sieht man, dass er sich als Persönlichkeit toll weiterentwickelt hat. Er strahlt so viel Ruhe und Gelassenheit aus. Das macht ihn so stark." Die ständige Anwesenheit seiner Familie gibt im zusätzlich Ruhe und Kraft. Selbst bei der Abbruch-Quali von Bischofshofen am Mittwoch standen Vater und Freundin im Auslauf und blickten die Schanze hinauf.

    Die perfekte Abstimmung

    Aus dem Dunstkreis der Konkurrenz vernimmt man immer wieder, dass gerade das "System Schlierenzauer" für Kopfzerbrechen und - oft gescheiterte - Kopierversuche sorgt. Vor allem die Tatsache, dass der von immer wieder von Stützpunkt-Trainer Markus Maurberger auf Kurs gebrachte Überflieger kaum Geschwindigkeit beim Absprung verliert, ist fixer Bestandteil von vielen Videostudien.

    Mediales Feuerwerk

    Die Berichterstattung erreicht in einer Saison ohne Großereignis (mit Ausnahme der Skiflug-WM in Vikersund) ihren Höhepunkt bei der Vierschanzentournee. Dabei müssen die Ahtleten oft einen Marathon in Sachen Stimmenabgabe bewältigen. Auch diesen Weg meisterte Schlierenzauer professionell und mit der nötigen Ruhe. Selbst die immer wiederkehrenden Fragen nach dem Jackpot wurden ruhig und sachlich beantwortet.

    Nach dem Kofler-Sieg in Innsbruck meinte Schlierenzauer lachend: "Es ist schon schade ums Geld, das wollen doch viele hören. Mir war es jedoch nie wichtig." Die offenkundige Freude über den Sieg von Kofler brachte ihm laut Pointner nochmals viele Pluspunkte: "Er hat in Innsbruck viel Sympathie und persönliche Stärke gezeigt. Ich glaube, er hat gemerkt, dass bei seinen zwei Siegen kein Neid in der Mannschaft war. Es war einfach Wertschätzung da, die hat er heute zurückgegeben."

    Das konstante Glück

    Rein sportlich zeichnete den Gesamtweltcupsieger der Saison 08/09 während der Tournee seine Konstanz aus, vielleicht der wichtigste Faktor, wenn es um einen Gesamtsieg bei der Tournee geht. Zwei Siege in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen, sowie der zweite Platz in Innsbruck und der dritte Rang in Bischofshofen sprechen für sich. Auch das nötige Glück war dieses Jahr auf seiner Seite. Schon in der Schweiz machte er davon Gebrauch, als er bei seinem Sturz in Engelberg unverletzt blieb.

    Dann profitierte er vom Wiederholungsdurchgang in Oberstdorf, wo er nach dem ersten Durchlauf mit nur 103 Metern keine Chance mehr auf den Gesamtsieg gehabt hätte und zuletzt zeigte er in Innsbruck einen sauberen Sprung bei äußerts schwierigen Verhältnissen im zweiten Durchgang. Dass es ganz anders hätte ausgehen könnten, weiß etwa der Japaner Daiki Ito (Absturz im 2. DG).

    Die Krönung

    "Wenn es nicht passieren will, passiert es nicht", erklärte Schlierenzauer im Vorfeld der Tournee. Es wollte passieren, das erklärte Ziel ist erreicht. Es hat sich gelohnt, die ganze Tournee "bei sich zu bleiben" und sich ganz dem Fluggefühl widmen zu können. Am Ende reichte sein, nach eigenen Angaben "wichtigster Sprung meiner Karriere" zum Tourneesieg und zur Erfüllung eines Kindheitstraums. Nach der Siegerehrung vor ca. 26.000 Fans wird dieses Fluggefühl nun wohl nicht so schnell nicht weichen.

    Das Endergebnis des Springens von Bischofshofen und die Tournee-Gesamtwertung finden Sie finden Sie auf Seite 2.

    SPORTMAGAZIN Gold-Edition:


    Der Superstar erzählt sein Leben:
    packend, berührend, authentisch.

    >> Jetzt bestellen

    Mehr auf sportnet.at
      Mehr aus dem Web

      Schreiben Sie uns Ihre Meinung ()


      • Sportwoche ePaper


      Gesamte Ergebnisse >>