Kofler vermasselt Schlierenzauer Tour
 

Kofler feiert einen "denkwürdigen Tag"

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  • 04.01.2012 | 16:04 | (sport10)

    Andreas Kofler gewinnt zum ersten Mal auf dem Bergisel. Gregor Schlierenzauer wird Zweiter und vergibt die Chance auf den Grand-Slam. Immerhin: Er steht vor seinem ersten Tournee-Sieg.

    Nach einem Traumsprung führte Kamil Stoch nach dem ersten Durchgang. Der Pole hatte damit gerade noch Gregor Schlierenzauer abgefangen und Andreas Kofler zum ersten Mal in einem-K.o.-Duell als Lucky Loser in den zweiten Durchgang geschickt.

    Dieser wurde dann zur Windlotterie. Ausgerechnet vor den besten vier Springern nach dem ersten Durchgang setzte der Wind ein und es begann plötzlich zu schneien bzw. zu regnen. Die Rennleitung war nun gefordert, machte viel richtig - wenngleich Kamil Stoch und auch Diaki Ito (beide wurden vom Wind heruntergeholt) hier sicher anderer Meinung sind.

    Andreas Kofler hatte nach einer kurzen Unterbrechung ideale Bedingungen und flog auf 131,5 Meter. Mit 252,8 Punkten schaffte der Tiroler auf seiner Heimschanze das erste Mal das Podium. Drei Springer später stand fest: Es sollte sogar der erste Platz werden. Denn die Springer danach konnten den Tiroler nicht mehr verdrängen. Nicht nur der erste Sieg am Bergisel war somit für Kofler in trockenen Tüchern, überhaupt feierte Kofler in Innsbruck seinen ersten Sieg in Österreich.

    Kofler: "Ein denkwürdiger Tag"

    Schlierenzauer setzte bei 123 Metern auf und belegte mit  247,6 Punkte den zweiten Rang. Dritter wurde der Japaner Taku Takeuchi (124 Meter/246,7). "Es ist ein denkwürdiger Tag, ich bin überglücklich. Es sind einfach so viele Emotionen im Spiel. Es hat mich sehr tief berührt", so Kofler. "Diese Momente werde ich nicht mehr so schnell hergeben", erklärt der strahlende Sieger.

    Dabei hatte vor ihm der Wind umgeschlagen. "Man kriegt es mit, dass oben etwas brodelt und die Verhältnisse wechseln. Ich habe drei Mal die Bindung auf und zu gemacht. Da war ich schon etwas angespannt. Das Gute war, dass der Zeitablauf nicht unterbrochen wurde und ich gleich wieder eingetaucht bin in meine Welt."

    Kofler hat die Zwetschken

    Schon im Anlauf war das Glück aufs Koflers Seite. Fast hätte es eine Kollision mit einem der Bläser, die die Spur "frisch" halten, gegeben. "Ich habe mich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen, selbst wenn ich fast einen auf die Seite geköpfelt hätte", lacht Kofler, der ergänzt: "Jetzt bin ich natürlich noch etwas glücklicher, dass es sich mit etwas 'Fettn' ausgegangen ist."

    Jetzt will er in Bischofshofen noch einen Draufsetzen: "Ich weiß, dass ich gut drauf bin. Ich habe meine sieben Zwetschken beisammen, wie man bei uns sagt."

    Schlierenzauer vor Tournee-Sieg

    Auch Schlierenzauer zeigte sich zufrieden: "Als ich oben war, habe ich mir gedacht, dass ist ein Wahnsinn, dass ausgerechnet jetzt das Wetter umschlägt." Dass der Grand-Slam durch den zweiten Platz futsch ist, ist dem Tiroler egal. "Das war sowieso nie ein Ziel von mir. Ich will die Tournee gewinnen und das schaut jetzt ganz gut aus, wenn ich bei mir bleibe. Heute bin ich sehr zufrieden. Gratulation an Andi, es ist cool, dass der Bergisel in Tiroler Hand bleibt." Der Vorsprung auf Kofler beträgt nun 17 Punkte. Thomas Morgenstern liegt auf Platz drei. Er belegte auf dem Bergisel Rang sechs.

    Dass nun drei Österreicher in der Gesamtwertung der Tournee ganz oben stehen, freut auch den Sieger vom Mittwoch: "Das ist schon super, auch für das Team. Das ist auch für Gregor eine super Sache, weil man im Paket angreifen kann."


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