Pointner Konkurrenz wird nervoes
 

Pointner: "Die Konkurrenz wird nervös"

  • Bild:
  • 02.01.2012 | 08:15 | (sport10)

    ÖSV-Cheftrainer Alex Pointner analysiert auf sport10.at das Geschehen im Adlerhorst. Teil 7: Was Leader Schlierenzauer stark und die Konkurrenz nervös macht.

    Zweiter Tourneebewerb, zweiter Sieg für Gregor Schlierenzauer. Beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen konnte der 21-Jährige seine Führung in der Gesamtwertung der Tournee sogar noch ausbauen. Obwohl dahinter mit Andreas Kofler ein weiterer ÖSV-Adler die Beute umkreist. Nach zwei Wettkämpfen hält Österreich bei fünf von sechs möglichen Podestplätzen.

    Klar, dass ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner, der am 1. Jänner seinen 41. Geburstag feierte, sich in seiner Chefadlerlyse zufrieden zeigt. sport10.at erklärt er, was Leader Gregor Schlierenzauer und die anderen Adler stark macht, was die nächste Challenge ist und wo die Konkurrenz schwächelt.

    sport10.at: Alex, gleich zu Beginn alles Gute zum Geburstag! Kommen wir gleich zum Springen. Was gilt es als positiv beim Neujahrsspringen zu bewerten?

    Alexander Pointner: Danke für die Glückwünsche! Ja, es ist toll wie die ganze Mannschaft mit den Erfolgen umgeht. Von den Athleten angefangen, über das ganze Betreuerteam. Man zieht an einem Strang. Es gibt nichts, was sich gegenseitig in den Weg gelegt wird. Das ist eine große Auszeichnung für einen Mannschaft, wenn man erfolgreich sein will.

    Gregor hat sich als Persönlichkeit weiterentwickelt

    Wie Gregor mit der Erwartungshaltung und dem Drumherum zurecht kommt, daran sieht man, dass er sich als Persönlichkeit toll weiterentwickelt hat. Er strahlt so viel Ruhe und Gelassenheit aus. Das macht ihn, aber etwa auch einen Andreas Kofler sehr stark. Ebenso wie einen Thomas Morgenstern. Diese Drei setze ich noch immer auf eine Ebene. Die bessere Ausgangsituation hat momentan Gregor, aber für mich sind diese Drei, die Springer, die top in Form sind und solche Leistungen bringen können.

    Auch einen Martin Koch, der wieder in Schwung kommt, darf man da nicht vergessen. Genau so wie, die Leute, die in Partenkirchen rausgefallen sind. Ich weiß, das Blatt kann sich sehr schnell wenden.


    Pointner ist mit der Entwicklung von Schlierenzauer zufrieden.

    Das Negative: Beim Neujahrsspringen haben es drei Österreicher nicht in den zweiten Durchgang geschafft.

    Ich traue einem David Zauner so viel zu, wie Manuel Fettner und Wolfgang Loitzl. Viele Fehler sehe ich bei ihnen nicht. Nur diese Unbekümmertheit, diese Leichtigkeit ist momentan nur bei Schlierenzauer, Kofler und Morgenstern drinnen.

    Kann man da während der Tournee etwas ändern?

    An den Basiskompetenzen kann man bei ihnen derzeit nur wenig ändern. Man muss es an die Situation anpassen und eine gute Vorbereitung machen für die Wettkämpfe. Dann kann man auch von diesen Ahtleten noch schöne Wettkämpfe sehen. Skispringen steht so oft an der Kippe, zwischen Erfolg und dem Kampf mit hängenden Systemen. Dann geht es eben nicht so leicht - aber das ist die Challenge, das werden wir auch noch schaffen.

    Kommen wir zum Ausblick. Gregor Schlierenzauer hat gemeint, er war vor seinem ersten Sprung in Garmisch-Partenkirchen nervös. Wie kann man eine ansteigende Nervosität beim Heimspringen in Innbruck verhindern?

    Mit dem beschäftigen wir uns sehr intensiv. Nervosität ist eine normale biologische Reaktion. Das ist nicht nur negativ zu bewerten. Wichtig ist, dass wir das System leistungsfähig halten. Da haben wir sehr viel Werkzeug dazu. Man hat gesehen: Trotz Nervosität hat er einen guten Sprung gezeigt und ist in Führung gegangen. Das ist eine normale Reaktion. Wir können da gut damit umgehen.

    Mit welchen Erwartung gehst du an die nationale Gruppe heran, die in Innsbruck dazu kommt?

    Ich habe meinen roten Faden. Wir haben unsere fünf Leute, die sind unsere Fixspringer. Die müssen Verantwortung übernehmen für die Leistungen der österreichischen Skispringer. Alle anderen Springer werden von dieser Verantwortung herausgenommen. Die können ganz frei springen. Darum muss sich ein Zauner oder Fettner für nicht so gute Leistungen in keinster Weise verantworten. Das ist der große Unterschied, den ich mache. Die Stützen der Mannschaft müssen dann tatsächlich als Stützen dastehen, weil sie mit der Verantwortung und der Erwartungshaltung gut umgehen können.

    Ein Zauner oder Fettner muss sich für eine nicht so gute Leistung in keinster Weise verantworten

    Die Nationalgruppe geht mit den Führungspersonen Michael Hayböck und Stefan Kraft an den Start, die im Sommer schon gute Leistungen gezeigt haben, schon Junioren-WM-Medaillen gewonnen haben. Dann wird die Gruppe noch mit dem klingenden Namen Innauer (Mario, Anm.) aufgewertet. Diese Springer, sowie die restlichen drei der Gruppe, können sich auf tolle Wettkämpfe in Österreich freuen.

    Der letzte Punkt: Die Konkurrenz. Mit einem so starken Auftreten von Japan, speziell durch Daiki Ito konnte man nicht unbedingt rechnen, oder?

    Der springt ganz locker darauf los. Er hat am Sonntag eine tolle Leistung gebracht. Gratulation. Das macht das Bild richtig bunt und ist erfrischend. So manch anderer Favorit bzw. andere Nation bezahlt Lehrgeld. Das sieht man, es werden Fehler gemacht, nicht nur von Athleten sondern auch von Teams. Man merkt einfach, es ist Nervosität da. Ich weiß, dass wir in dem Bereich wesentlich besser vorbereitet sind. Da haben wir sehr viel Zeit investiert, darum sind wir in einer sehr guten Ausgangsposition.

    SPORTMAGAZIN ePaper:


    Das SPORTMAGAZIN liefert den Blick hinter die Kulissen und auf die schönsten Seiten des Sports.

    >> Jetzt downloaden!

    Mehr auf sportnet.at
      Mehr aus dem Web

      Schreiben Sie uns Ihre Meinung ()


      • Sportwoche ePaper


      Gesamte Ergebnisse >>