Pointner Unsere TourneeGegner
 

Pointner checkt die Tournee-Gegner

  • Bild:
  • 19.12.2011 | 08:51 | (sport10)

    ÖSV-Cheftrainer Alex Pointner analysiert auf sport10.at das Geschehen im Adlerhorst. Teil 5: Unsere größten Rivalen bei der 60. Vierschanzentournee.

    Weltcup-Leader Andi Kofler, Harrachov-Sieger Gregor Schlierenzauer und der dreifache Stockerlspringer Thomas Morgenstern: Gleich drei österreichische Superadler haben heuer Kurs auf den Tourneesieg genommen. Am Horizont sind zuletzt aber einige harte Konkurrenten aufgetaucht. Cheftrainer Alex Pointner analysiert exklusiv auf sport10.at die schärfsten Rivalen.

    sport10.at: In Engelberg trennten den Zweiten und den Siebenten nur 3,2 Punkte. Rücken Österreichs Konkurrenten immer näher?

    Alex Pointner: Das Niveau ist sehr, sehr hoch. Die anderen Nationen schöpfen ihr Potenzial sehr gut aus. Schlierenzauer war für mich nach seinem Sturz aber der emotionale Sieger in Engelberg. Und neben Kofler ist auch Thomas Morgenstern zu den Tourneefavoriten zu zählen. Stark war auch der Auftritt von Martin Koch.

    Richard Freitag ist wie ein Komet in die Weltklasse geflogen. Was sagst Du zur Performance des 20-jährigen deutschen Milchgesichts? Wird er uns bei der Tournee Probleme bereiten?

    Er ist heuer schon ganz toll gesprungen. Wir sind es aber jahrelang gewohnt, die Gejagten zu sein. Er nicht. In den Medien wurde das Bild transportiert, dass mit ihm ein Star geboren wurde. Die Frage wird sein, ob er auf den Druck und die Dinge, die bei der Tournee auf ihn einströmen, vorbereitet ist. Ganz sicher dürften sich die Deutschen nicht sein. Bei uns ist das anders: Vor dem ersten Tourneesieg in meiner Ära haben wir gesagt, wir wollen die Tournee gewinnen. Wir waren uns unserer Sache sicher.

    Wir sind es jahrelang gewöhnt, die Gejagten zu sein.

    Auch Anders Bardal hinterlässt einen sehr starken Eindruck, bringt im Gegensatz zu Freitag die Routine mit.

    Er springt sehr gut, ist ein sehr feiner Sportsmann. Ein dynamischer Typ, der etwas aus dem Rahmen fällt, weil er nicht der klassische norwegische Fliegertyp ist. Der Erwartungsdruck auf die Norweger wird nicht gering sein, weil man mit Alex Stöckl einen österreichischen Trainer hat. Ich glaube, dass es eine tolle Tournee wird, weil viele Nationen ihre eigene Identifikationsfigur haben.

    Wie die Polen mit Kamil Stoch.

    Ja, er spielt nach dem Abgang von Adam Malysz eine ganz wichtige Rolle. Dass er das Zeug hat, hat er schon letzte Saison mit seinem Sieg beim Heimspringen in Zakopane gezeigt. Die polnischen Fans sollten ihn als eigenständigen Typen respektieren und nicht nur mit Malysz vergleichen.

    Er zählt zu den leichtesten Springern im Feld. Kann das wegen der fehlenden Substanz ein Nachteil sein?

    Klar, gerade die Tournee ist eine besondere Belastung. Wir beschäftigen uns nicht umsonst sehr viel damit, wie wir ein Gesamtsystem kreieren können, um körperlich und geistig genug Energie für so ein Großereignis aufbringen zu können.

    Er hat schon fast alles gewonnen, was es im Skispringen gibt.

    Einer, der das sehr gut kann, ist der vierfache Olympiasieger Simon Ammann. Zählt er trotz des etwas durchwachsenen Saisonstarts zu den Tourneefavoriten?

    Natürlich. Er hat schon fast alles gewonnen, was es im Skispringen gibt. Gut, dass er weitergemacht hat und noch in unseren Reihen ist. Es war immer ein Vorteil, dass in seinem Team alles auf ihn abgestimmt ist. Die Kehrseite der Medaille ist, dass ihm nach dem Rücktritt von Küttel ein interner Leistungsvergleich völlig fehlt.

    Mehr auf sportnet.at
      Mehr aus dem Web

      Schreiben Sie uns Ihre Meinung ()


      • Sportwoche ePaper


      Gesamte Ergebnisse >>