unter jeder gelaufen
 

"Ich bin unter jeder Sau gelaufen"

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  • 24.02.2013 | 17:37 | (sport10)

    Nichts wurde es in der nordischen Kombination aus der erhofften Teammedaille. Debütant Klapfer ließ aus und hadert mit sich selbst. Sein Kollege ist den Tränen nahe.

    Es ist wie bei einem Fußballspiel: Es ist erst nach 90 Minuten, manchmal auch etwas später, wirklich vorbei - aber garantiert nicht in der Halbzeit. Diese Erkenntnis erfuhren Österreichs nordische Kombinierer beim ersten Teambewerb bei der WM in Val di Fiemme am eigenen Leib. Es sollte schmerzhaft werden.

    "Ich bin den Tränen nahe"

    So gut hatte alles begonnen: Willi Denifl und Bernhard Gruber knallten ordentliche Zeiten in den Schnee, erliefen teilweise bis zu 26 Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz. Doch am Ende sollte es nicht reichen. Aus der Führung wurde bei der Zieldurchfahrt Platz fünf. "Ich bin den Tränen nahe. Es ist einfach scheiße", sagt Denifl. Die Erklärung, wo das österreichische Team das Rennen verlor, ist einfach und kompliziert zugleich: Debütant Lukas Klapfer ließ aus, verlor auf seinen fünf Kilometern eine halbe Minute. Schlussläufer Mario Stecher hatte keine Chance mehr auf Gold.

    Ich bin den Tränen nahe. Es ist einfach scheiße.

    "Irgendetwas ist absolut falsch gelaufen"

    Klapfer selbst wusste nicht woran es lag. "Es war nicht zu erwarten. Eigentlich war ich in der Position, um für Mario eine halbe Minute herauszuholen. Irgendetwas ist bei mir heute absolut falsch gelaufen. Ich weiß nicht, ob es die Tagesverfasssung war oder ob ich dem Druck nicht standgehalten habe", sagt der 27-Jährige. Was er jedoch genau weiß: "Ehrlich gesagt, ich bin unter jeder Sau gelaufen."

    Auf das Material will er sich nicht rausreden. Klapfer lief mit der gleichen Präparierung wie Denifl zuvor. "Ich bin mir recht cool vorgekommen. Ich war mir auch sicher, dass ich das durchbringe. Irgendwann habe ich dann kurz zurückgeschaut und habe gesehen, dass die Gruppe näher kommt. Es war ein moralischer Knacks." Ein Knacks, mit dem man ihn jedoch nicht alleine lassen will.

    Ehrlich gesagt, ich bin unter jeder Sau gelaufen.

    "Stehe zu meiner Aufstellung"

    Auch nicht Cheftrainer Christoph Eugen, der dem Wechsel im Team von Christoph Bieler zu Lukas Klapfer vollzog. Bieler zeigte sich davon wenig begeistert, Eugen steht auch nach dem Rennen dazu: "Ich stehe voll hinter meiner Aufstellung. Er hat auf der Schanze einen super Job gemacht. Ich glaube auch, dass wir mit einer anderen Aufstellung nicht besser gewesen wären. Man hat gesehen, dass man beim Teambewerb im Langlauf stark sein muss. Lukas hatte sich in einer starken Verfassung präsentiert und ist auch läuferisch besser drauf als Bieler."

    Warum Klapfer dann so viel Rückstand aufgerissen hat? "Eine halbe Minute geht schnell, die Konkurrenz sind auch keine Pappenheimer."

    "Er hat selber das größte Problem damit"

    Auch wenn sich das Team insgesamt enttäuscht zeigte, liegt es nun an ihnen, Klapfer wieder aufzurichten. "Er ist Profi genug, wir werden das mit Gesprächen wieder raus bekommen. Das soll jetzt kein Knacks für ihn gewesen sein", sagt Eugen. Ähnlich auch Stecher: "Ich mache hier niemandem einen Vorwurf. Luki musste heute sein erstes großes Rennen absolvieren, in dem es um was geht. Da soll so etwas zwar nicht passieren, aber es kann passieren. Er hat sicher selber das größte Problem damit, da müssen wir ihn aufrichten."

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