Wenn sich Youngster Krone
 
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Wenn sich Youngster die Krone aufsetzen

Gregor Schlierenzauer krönt sich zum Tournee-König, Stefan Kraft macht sich in Bischofshofen zum Kronprinz. Ihr junges Alter spielt dabei scheinbar keine Rolle.

07.01.2013 | 09:11 | (sport10)

Am heutigen 7. Jänner 2013 wird Gregor Schlierenzauer 23 Jahre alt. Beim Tournee-Triumph am Vortag war er somit noch 22 Jahre. Der Sensationsflieger des Tages, Stefan Kraft, kommt mit 19 Jahren ebenfalls noch wie ein Jungadler daher. Zählt man beide zusammen, sind sie nur ein Jahr älter, als der heurige Tourneeoldie Noriaki Kasai. Beiden wird in ihren jungen Jahren viel Anerkennung und sportlicher Erfolg zuteil. Es ist ein "Privileg" für Schlierenzauer, aber auch "brutal" für Kraft.

Zum Siegen gemacht

"Was ich in meinen jungen Jahren schon alles erleben darf", staunt der nun zweifache Tourneesieger Schlierenzauer unmittelbar nach seinem großen Sieg in Bischofshofen. Weltmeistertitel, Olympiamedaillen, Tourneeerfolge, eine Quote von fast 50 Prozent bei Podestplätzen - und ganze 45 Weltcupsiege. Alles mit nur 22 Jahren. Im Pressezentrum wird nach dem Sieg schnell darüber philosophiert, ob Schlierenzauer nun der beste Springer aller Zeiten sei. Junges Alter hin oder her.

"Man wird sehen, wie lang er seinen Lauf durchhält und wie schwer er es dem nächsten macht, diesen Lauf zu brechen", sagt Norwegen-Trainer Alex Stöckl, der Schlierenzauer als Coach schon aus der Schulzeit in Stams kennt. Auch ihn "macht der Sieg bisserl stolz", sagt Stöckl, "man hat das Gefühl, dass man zwischendrinnen auf dem Weg mitgeholfen hat." Ein Weg mit rasanter Geschwindigkeit. Nach nur drei Weltcupspringen stand Schlierenzauer am 3. Dezember 2006 bereits ganz oben auf dem Podest.

Der jugendliche Leichtsinn

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"Ich hatte das große Glück, bereits mit 16 in den Weltcup zu kommen und gleich zu gewinnen. Da hat man natürlich den jugendlichen Leichtsinn und denkt sich nicht viel dabei", sagt Schlierenzauer jetzt.

Der Sensationsdritte in Bischofshofen hat sich bei seinem Podestplatz so einiges gedacht. Für Stefan Kraft war es an der Zeit, dass der Knopf im Weltcup endlich aufgehen sollte. "Ich habe es schon in der Sommervorbereitung gespürt und wusste, wenn ich im Conti-Cup vorne dabei bin, kann ich es im Weltcup auch", sagt der Salzburger gegenüber sport10.at

Wie Schlierenzauer benötigte auch Kraft nur drei Weltcupspringen, um auf dem Podest zu landen. Vergleiche sind dennoch nicht zulässig. "Es war bei Gregor alles drei Jahre früher. So jung bin ich gar nicht mehr, mit 23 gilt man plötzlich als alt. Darum bin ich froh, dass es jetzt gelungen ist."

So jung bin ich gar nicht mehr, mit 23 gilt man plötzlich als alt.

Altes Eisen, neues Feuer?

Zum alten Eisen wird Gregor Schlierenzauer dennoch wohl länger noch nicht gezählt werden. Wenngleich schon Kraft zugibt, das es schon mit 19 Jahren ein hartes Business sein kann. "Es wird immer zacher und brutaler. Es kommt immer wieder von unten etwas nach, da musst du auf der Hut sein. Jetzt habe ich es endlich geschafft, dass ich mitmischen kann, ich habe meine Chance genutzt."

Was Kraft jetzt motiviert, ist die Tatsache, dass "alles was diese Saison noch kommt, eine Draufgabe ist". So etwa die Junioren-WM Ende Jänner in Liberec. "Ich habe zwar schon Medaillen in allen Farben zuhause, aber das heißt ja nicht, dass ich nicht noch mehr möchte." Bei Schlierenzauer heißt das nächste Ziel 46 Siege, das übernächste dann 47. Dann wäre der Rekord von Matti Nykänen endgültig gebrochen. Der eine ist auf der Jagd nach WM-Medaillen, der andere durchbricht in den nächsten Tagen und Wochen eine unglaubliche Schallmauer - und gemeinsam sind sie 42 Jahre alt.

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