AdlerTrainer Erfolgstypen Klopp
 

Adler-Trainer: Erfolgstypen à la Klopp

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  • 31.12.2012 | 14:58 | (sport10)

    Vom Adlerhorst aus koordinieren sie die erfolgreichsten Skisprungmannschaften der Welt. Die Trainer von Schlierenzauer, Freund und Co. haben dabei eines gemeinsam: Ihre österreichischen Wurzeln.

    Auch wenn Gregor Schlierenzauer beim Tourneeauftakt in Oberstdorf nicht von ganz oben lachte, war es doch irgendwie ein ganz nobler Moment für den österreichischen Skisprungsport. Sieger Anders Jacobsen, Schlierenzauer und auch der drittplatzierte Severin Freund vertrauen ihre Flugkünste österreichischen Trainern an. So kam es, dass in Oberstdorf das (Trainer-) Podest ganz in rot-weiß-rot getaucht wurde. Alexander Stöckl (Norwegen), Alexander Pointner (Österreich) und Werner Schuster (Deutschland) durften hinter den Kulissen jubeln.

    "Jetzt ist die Blüte"

    Diese Tatsache ging an keinem im Skisprung-Lager spurlos vorbei. Gerade beim Prestigebewerb Vierschanzentournee erfährt ein solches starkes Bild österreichischer Trainer einen besonderen Stellenwert. Auch für den ehemaligen nordischen Direktor Toni Innauer. Mit einem großen Grinser nahm er das Ergebnis von Oberstdorf zur Kenntnis.

    "Jetzt ist die Blüte. Wenn wir damit die ganze Sprungwelt beglücken, ist das ein Zeichen der Qualität, die hier gemacht wurde", sagt Innauer gegenüber dem ORF. Warum gerade die ÖSV-Skisprungtrainer ein so wichtiges Exportgut sind? Innauer: "Sie haben alle sehr gute Ausbildungen. Universitätsstudien, Trainerausbildungen, persönliche Erfahrung im Sport. Sie haben alles, was man braucht. Das sind sehr intelligente und ehrgeizige Burschen." Intelligent, gut ausgebildet, der pure Siegeswille und trotzdem ein Kumpeltyp - Attribute, die man auch von Fußballtrainertypen wie BVB-Coach Jürgen Klopp kennt. Wurde hier als das Skisprung-Pendandt herangezüchtet?

    Schuster auf der deutsche Welle

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    "Das wäre völlig vermessen", sagt DSV-Trainer Werner Schuster angesprochen auf diesen Vergleich. Viel zulässiger sind wohl die Vergleiche unter den Erfolgstypen. Schuster, Stöckl und Pointner: Allesamt akribische Arbeiter mit einen Hang zu außergewöhnlichen Erfolgen. Bestes Beispiel ist wohl der ÖSV-Coach himself: Gewinnt in Garmisch-Partenkirchen ein Österreicher, wäre es der 105. Weltcuperfolg unter der Führung des gebürtigen Oberösterreichers.

    Davon sind Schuster und Stöckl zwar noch weiter entfernt, doch die Richtung stimmt. Der richtige Weg ist dabei ein entscheidender Faktor. Pointner wurde nach dem Tod von Alois Lipburger von Innauer zum Cheftrainer aufgebaut, Schuster und Stöckl wachsen nun in ihren Aufgaben, mussten jedoch beide bereits die dunkeln Seiten kennenlernen, auch weil sie ihre Linie konsequent durchziehen.

    Als kein Deutscher in den Top 30 war

    Schuster etwa kremplte das System in Deutschland komplett um, vieles wurde vereinheitlich. Nicht immer war der Erfolg da: 2008 übernahm er das Amt, im Frühjahr 2010 war der Kritikgifpel erreicht, als beim Weltcup in Oslo kein deutscher Athlet den Sprung in den zweiten Durchgang schaffte. Man hielt am Österreicher fest, erntet jetzt mit dem Tourneeländerkampf die Früchte und will Schuster über 2015 hinaus binden.


    Stöckl mit Schützling Jacobsen.

    Ebenso Alex Stöckl. Im nordischen Mekka Norwegen als ausländerscher Trainer Fuß zu fassen ist fast so schwierig, wie eine 20.0 bei den Haltungsnoten auf der Schanze. Stöckl wurde von den Boulevardmedien anfangs nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst. Doch auch er hielt an seiner Arbeitsweise fest, ließ den Magerkurs der Norweger verschwinden und setzt auf Krafttrainig. Die Explosion von Anders Bardal und Kollegen war perfekt.

    Die Kumpeltypen

    Was auffällig ist: Neben der fundierten Ausbildung in Sachen Psychologie und Sportwissenschaften setzen alle drei auf den Kumpelfaktor im Team. Komunikation ist die Triebfeder, Spaß soll keine Ausnahme sein sondern den sportlichen Erfolg fördern. Anders Jacobsen hatte seine Karriere eigentlich bereits beendet, aber er kam zurück, weil ihm seine damaligen Ex-Kollegen von der guten Stimmung erzählten, die bei Stöckl im Team herrsche. Jetzt stand Jacobsen in Oberstdorf ganz oben. Nach seinem Siegsprung versammelte sich die ganze norwegische Mannschaft rund um ihn, die Freude wirkte keinen Moment gekünstelt. Die Handschrift seines Trainers ist eben unverkennbar.

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