Jacobsen siegt oeSV verliert
 

Jacobsen siegt, ÖSV verliert zwei Trümpfe

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  • 30.12.2012 | 18:19 | (sport10)

    Der Länderkampf bei der Vierschanzentournee beginnt mit einem Partycrasher: Anders Jacobsen krönt sich zum Sieger. Für den ÖSV wird der Auftakt zum Wechselbad der Gefühle.

    Es ist eine alte Springerweisheit, wahrscheinlich so alt wie die Tournee selbst, die besagt: "Du kannst die Tournee in Oberstdorf nicht gewinnen, aber verlieren." Eine Aussage, die sich auch bei der 61. Auflage bewahrheitet. Der Spannungsfaktor beim Sieg von Anders Jacobsen vor Gregor Schlierenzauer und Severin Freund war jedenfalls hoch genug. Wie schon so oft zeigte sich, wie knapp Sieg und Niederlage in der sensiblen Sportart Skispringen beisammen liegen.

    Jacobsen der Partycrasher

    Bestes Beispiel: Der siegreiche Norweger. Innerhalb eines Jahres ging es bei ihm wieder von null auf 100. Während der letzten Saison noch lange als TV-Experte a la Andreas Goldberger untwegs, springt Jacobsen plötzlich wieder um den Tourneesieg mit. Zwei vierte Plätze zum Skisprungauftakt als beste Saisonergebnisse machten Jacobsen nicht zum ganz großen Favoriten, aber zu einem, den man auf keinen Fall abschreiben durfte und darf.

    Was im Skispringen fast genauso dazugehört wie das Windglück, ist die Suche nach Statistiken. Auch Jacobsen wird sich daran als ehemaliger TV-Experte noch erinnern. Aufällige Statistik: In den letzten elf Jahren gewann sieben Mal der Sieger von Oberstdorf am Ende auch die Gesamtwertung. Doch daran will weder der Sieger, noch seine Konkurrenz jetzt denken. Für Jacobsen wichtig: Er will die Länderkampf-Party zwischen Österreich (Schlierenzauer) und Deutschland (Freund) "nicht sprengen, sondern bei der Party mitfeiern."

    "Die Tournee ist noch lang"

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    Auch Vorjahressieger Schlierenzauer sieht die Sachlage noch gelassen. "Man kann sehr zufrieden sein mit dem Auftakt. Es gibt viele, die auf so einem Niveau springen, da gehört auch Anders dazu. Aber die Tournee ist noch lang." Der 22-jährige Tiroler hat jedenfalls noch Reserven. "Ich war sehr konzentriert, habe mitbekommen, dass es sehr weit geht. Der Sprung war gut, ich habe ihn zu früh aufgemacht, es wäre noch weiter gegangen.

    Hat noch Reserven: Gregor Schlierenzauer.

    Morgenstern muss leiden, Kofler disqualifiziert

    Und am Ende passt die Springerweisheit wieder wie die Faust aufs Auge. Gewonnen hat die Tournee noch keiner, verloren schon: Thomas Morgenstern. Der Rückenwind im ersten Durchgang verblies jegliche Hoffnungen auf einen Tourneegesamtsieg.

    Der Jungvater verpasste gar den zweiten Durchgang: "Natürlich ist der Frust groß. Wenn es so von hinten reinpfeift, ist man den Verhältnissen ausgeliefert. Es ist blöd gelaufen. Ich mach ein Hackerl unter die Tournee." Mit einer ähnlichen Situation muss sich auch Andreas Kofler auseinandersetzten. Zwar landete Kofler auf Platz acht, wurde nach dem Bewerb von der FIS - wie schon beim Mixedbewerb zum Saisonauftakt - wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disquaifiziert. Somit ist auch für ihn der Gesamtsieg nicht mehr in Reichweite. Für das restliche Spitzenfeld geht es erst jetzt so richtig rund. Nächster Flugtag: 1.1.2013 in Garmisch-Partenkirchen.

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