nicht mehr wichtigste Person
 

"Ich bin nicht mehr die wichtigste Person"

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  • 26.12.2012 | 10:30 | (sport10)

    Punktlandung abseits der Schanze: Thomas Morgenstern wurde Vater. Wie sich der Sport relativiert und er seine Familie schützen will, erklärt er der SportWoche und sport10.at

    Die Vierschanzentournee war für Thomas Morgenstern schon immer etwas Besonders. Er feierte dabei sein Weltcupdebüt (Saison 02/03), krönte sich zum Sieger des Prestigebewerbs (10/11) und feierte schon zwei ganz wichtige Weltcupsiege in Bischofshofen, so auch im letzten Jahr. Dennoch: Die 61. Tournee wird für Morgenstern einen gesonderten Platz einnehmen, egal ob sportlicher Erfolg oder Misserfolg im Mittelpunkt steht. In diesen Tagen gibt es Wichtigeres als die Flüge auf den Schanzen dieser Welt. Der 25-Jährige Morgenstern und seine Freundin Kristina wurden in der Nacht von 25.12. auf 26.12. Eltern eines Mädchens. "Heute Nacht ist Lilly in unserem Leben gelandet", verkündet Morgenstern auf facebook.

    Der Vater Morgenstern

    Das Interesse der Öffentlichkeit, der Medien und der Fans, an diesem so intimen Ereignis doch irgendwie teilnehmen zu können, war schon bei der Bekanntgabe der Schwangerschaft groß. Am 4. September gab Morgenstern auf seiner Facebook-Seite bekannt, Vater zu werden. In wenigen Minuten schoss das Like-Barometer auf 8.000 Gefällt mir.

    "Facebook war die Ideallösung. Dort war es mit einem Satz draußen. Ich habe natürlich gewusst, dass fünf Minuten später das Handy läuten wird", sagt Morgenstern im exklusiven Interview mit der SportWoche und sport10.at. "Ich habe eine Woche nicht abgehoben", lacht der Jungvater Morgenstern. "Ich wollte zunächst gar nichts sagen, doch ich bin es vor allem den Fans schuldig."

    "Dieser Moment gehört uns"

    Morgenstern wollte damit etwaigen Gerüchten einen Riegel vorschieben. "Irgendwann hätte es ohnehin jemand herausgefunden, auch zuhause wurde natürlich schon geredet. Ich wollte dem ganzen nicht im Dezember ausgeleifert sein. Ich wollte es vermeiden, dass mich dann ein Journalist darauf anspricht, da ich niemanden anlügen wollte."

    Gerade jetzt bekommt Morgenstern wieder besondere Bedeutung für Boulevard-Medien, die sich immer wieder interessiert am Privatleben der heimischen Athleten zeigen. Ein Punkt, wo er seine kleine Familie schützen will: "Wichtig ist, was ich auf der Schanze mache und ob die Leistung passt. Das andere ist privat. Das war ein Moment, wo ich mir dachte, der gehört nur uns. Das muss niemanden interessieren."


    Thomas Morgenstern und Freundin Kristina.

    "Ich bin nicht mehr die wichtigste Person"

    Dabei will er es auch belassen, öffentliche Fotoshootings mit dem kleinen Morgenstern wird es so schnell nicht geben. "Nein, dieses Recht habe ich nicht. Wenn ein Foto kommt, dann von mir selbst, was im Moment eher unwahrscheinlich ist. Ich kann ein Kind, das noch nicht mal sagen kann, dass es das nicht will, nicht einfach der Öffentlichkeit präsentieren. Das wären auf Facebook schon 75.000 Menschen, wenn es dann Medien auch noch aufnehmen, sind es gleich einige 100.000 Menschen, das wäre nicht im Sinne des Kindes."

    Da ist jemand da, der ein Stück Fleisch und Blut von einem selber ist. Das ist spannend, es werden gewisse Dinge relativ

    So bekommt die 61. Vierschanzentournee ihren ganz eigenen Charakter für Morgenstern. Er springt nicht mehr alleine die Schanze hinunter. "Es ist noch eine Person da, die Sicherheit und Unterstützung vermittelt. Man ist nicht mehr selber die wichtigste Person, Da ist jemand da, der ein Stück Fleisch und Blut von einem selber ist. Das ist spannend, es werden gewisse Dinge relativ." Für ihn ist die Familie in der Heimat nun ein "Push-Faktor" und dass er mit dem Weltcupzirkus ständig durch die Welt zieht, wird Morgenstern auch überstehen: "In den ersten paar Monaten ist sowieso der Papa nicht das Wichtigste. Es wird nicht so easy, aber ich bin nicht der erste im Weltcup, der das überstehen muss."

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