SKI ALPIN - FIS WC Levi, Slalom, Damen
 

Ein Grünschnabel lässt ÖSV jubeln

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  • 16.11.2013 | 15:31 | (sport10)

    Die erst 18-jährige Christina Ager feierte beim Slalom in Levi ihr Weltcup-Debüt und fuhr auf Anhieb auf Rang vier. Bekanntheit erlangte die Tirolerin aber aus gänzlich anderen Gründen.

    "Sie hat gute Nerven gezeigt. Sie hatte im dritten Lauf einen Ausfall, die Situation aber dann bravourös gemeistert", so die Worte von Damen-Cheftrainer Jürgen Kriechbaum vor einigen Tagen. Das Lob galt Christina Ager, welche kurz zuvor bei der internen Qualifikation der ÖSV-Damen eines der letzten Tickets für den Slalom-Auftakt im finnischen Levi ergattert hatte.

    Dass die 18-Jährige im hohen Norden gleich bei ihrem ersten Weltcup-Rennen das gesamte Damen-Team vor einer herben Slalom-Pleite retten würde, hätte sich zu jenem Zeitpunkt aber wohl nicht einmal Kriechbaum erträumen lassen. Dabei waren genau jene Attribute für den Erfolg in Levi entscheidend, welche Kriechbaum Tage zuvor angesprochen hatte. Denn trotz ihres jungen Alters und der fehlenden Erfahrungen im Weltcup, wirkte das ÖSV-Talent im zweiten Durchgang dermaßen abgebrüht, als wäre der Druck, als letzte Läuferin eine Schlappe für Österreichs Dame abwenden zu können, das Normalste auf Erden. Sie zeigte Nerven aus Stahl und schrammte nur knapp an einem Podest-Platz vorbei.

    Ich habe zwar gewusst, dass ich im Slalom stark bin, aber dass das so gut klappt, hätte ich mir nie erwartet

    "Es war ein Wahnsinn. Ich kann das alles noch gar nicht richtig zuordnen. Ich habe zwar gewusst, dass ich im Slalom stark bin, aber dass das so gut klappt, hätte ich mir nie erwartet", so eine glückliche Ager, die bereits seit frühester Kindheit auf den Brettern steht. Kein Wunder, denn die Gemeinde Söll, aus der Ager stammt, wird ringsum von Bergen umschlossen. Außerdem kam das Talent ab dem neunten Lebensjahr in den Genuss eines Privat-Trainers. Die Zusammenarbeit mit Günther Gerhard besteht bis heute.

    Keine Unbekannte

    Dass die Tirolerin einst mit jeder Menge Talent gesegnet worden war, ließ sie spätestens bei den olympischen Jugendspielen 2012 in Innsbruck anklingen. In Erinnerung blieb sie seit damals aber aus komplett anderen Gründen. Ager wurde die ehrenvolle Aufgabe zuteil, bei der Eröffnungsfeier den Olympischen Eid vorzutragen. Zu ihrem Unglück hatte die 18-Jährige beim Sprechen einen Hänger und ließ diesem vor unzähligen TV-Kameras das "Sch"-Wort folgen. Mit einem charmanten Grinser lächelte sie ihren Ausrutscher einfach weg und erntete Beifall vom anwesenden Publikum.

    An Applaus wird sich Ager wohl auch ins Zukunft gewöhnen müssen. Diesmal jedoch nicht aufgrund eines verbalen Ausrutschers, sondern wegen ihrer sportlichen Erfolge, von denen es ohne Zweifel in Zukunft einige geben wird.

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