Schmidhofer schafft Durchbruch
 

Schmidhofer: Von Null auf Hundert

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  • 20.01.2013 | 12:51 | (sport10)

    Unter schwierigsten Verhältnissen schafft Nicole Schmidhofer die ÖSV-Sensation und landet im Super-G auf Platz zwei. Ihre Karriere stand schon an der Kippe, doch sie kämpfte sich zurück.

    Viel Schneefall, eine verkürzte Strecke - in Cortina regierten am Sonntag beim Super-G schwierige Verhältnisse. Die Expertise war schnell klar: Die etablierten Läuferinnen setzen sich durch. Gekommen ist es ganz anders. Überraschend steht Viktoria Rebensburg in einem Super-G ganz oben auf dem Podest. Getopt wurde diese Leistung nur von einer: Die 23-jährige Nicole Schmidhofer hält die ÖSV-Fahnen hoch, fährt auf Platz zwei und steht ganz plötzlich im Rampenlicht.

    Schmidhofer: Ein Lauf, ein WM-Ticket

    Auch weil andere Damen ausließen: Vierfachsiegerin Lindsey Vonn landete nur auf Platz sieben, von den Österreicherinen war in den Top ten keine mehr zu finden. Elisabeth Görgl (12.) oder Anna Fenninger (17.) blieben hinter den Erwartungen zurück. Doch Schmidhofer sprang in die Presche. "Ich bin knapp vor der Sprachlosigkeit. Ich war sehr nervös, aber mir liegen diese Verhältnisse, wenn es nicht ganz eisig ist. Ich habe sehr lange besichtigt."

    Es sollte sich auszahlen. Schmidhofer, die im Weltcup bereits vor sechs Jahren debütierte, aber noch nie besser als Zwölfte war, hatte ein solches Erfolgserlebnis bitter nötig. "Ihre Körpersprache hat gezeigt, dass sie etwas erreichen will. Mit einem Stockerlplatz sollte es für die WM passen", sagt Cheftrainer Herbert Mandl.

    Vom Karriereende zum Podest

    Nach der abgelaufenen Saison 11/12 sah die Situation ganz anders aus. Zunächst verletzte sich die Lachthalerin Ende September schwer, zog sich einen unverschobenen Bruch des linken Sprungbeins und einen Muskelfaserriss zu. Nach einer langen Pause lieferte sie nicht so schnell wie gewollt die nötigen Resultate ab und wurde aus dem ÖSV-B-Kader gestrichen.

    "Ich war davon sehr überrascht, weil ich nach der Verletzung nicht damit gerechnet habe", sagte sie damals gegenüber der Kleinen Zeitung. Es war ein "Tiefschlag", dennoch probierte sie nochmals auf eigene Kosten den Anschluss zu finden. Unterstützt wurde sie dabei auch von Sandra Lahnsteiner, die neben Schmidhofer auch eine gewisse Anna Fenninger betreut.

    Auf die Frage, was sie machen würde, wenn es mit der Profikarriere nicht mehr klappen sollte, antwortete sie damals: "Ich könnte Masseurin oder Trainerin werden." Solche Gedanken sind heute wohl vom Tisch, rechtzeitig vor der Heim-WM in Schladming ist der Knoten endlich geplatzt.

     

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