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Marcel Hirscher & Anna Fenninger: Ihr Parallellauf zum Gesamt-Weltcup

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  • 16.03.2014 | 21:26 | (sportnet.at)

    Marcel Hirscher und Anna Fenninger haben einst die Salzburger Bezirksmeisterschaften unsicher gemacht. Jetzt holten die beiden die große Kristallkugel nach Salzburg.

    24 bzw. 25 Jahre jung, schnell und erfolgreich und im Umkreis von 30 Kilometern aufgewachsen. Anna Fenninger kommt aus Adnet, Marcel Hirscher ist in Annaberg aufgewachsen. Die frisch gebackenen Gesamt-Weltcupsieger stammen beide aus dem Salzburger Land, um genauer zu sein aus dem Tennengau.

    "Das muss mit der Nachwuchsarbeit zusammenhängen und vom Verband wird sehr gut gearbeitet. In Salzburg haben wir brutal viele gute Skifahrer", sagt Hirscher. "Wir haben alle nur wenige Meter bis zum Skilift. Es ist daher relativ einfach, Ski fahren zu gehen."

    Bei mir haben sie immer gesagt: 'Pass' auf, dass dich die Fenninger nicht herbrennt.'

    Hirscher & Fenninger rockten den Bezirkscup

    Fenninger und Hirscher kennen sich nun schon viele Jahre. "Es ist schon sehr lange her, als ich Marcel das erste Mal gesehen habe", erinnert sich Fenninger. "Das war sicher bei irgendeinem Rennen im Bezirkscup. Wie alt ich da war, weiß ich nicht. Wir sind parallel zueinander aufgewachsen und immer wieder haben sich unsere Wege gekreuzt."

    Bereits zu dieser Zeit war der jeweils andere Name bereits ein Begriff. "Man hat immer gehört, dass der Hirscher allen davonfährt", sagt Fenninger und Hirscher berichtet: "Bei mir haben sie immer gesagt: 'Pass' auf, dass dich die Fenninger nicht herbrennt.'"

    Das war sicher bei irgendeinem Rennen im Bezirkscup. Wie alt ich da war, weiß ich nicht.

    Und das verbindet. "Wir haben viel miteinander erlebt", sagt Fenninger. "Ob das die Schüler-, Jugend- oder die Juniorenweltmeisterschaften waren. Jetzt sind wir gemeinsam im Weltcup." 2008 bei der Junioren-WM in Formigal holte Hirscher im RTL und Slalom jeweils Rang eins, Fenninger gewann den RTL und die Kombination. 2009 in Garmisch holte Hirscher im Super-G Rang zwei und im RTL Platz drei. Fenninger Rang drei im Super-G.

    2012 war dann das Jahr des Marcel Hirscher. Er gewann den RTL- und den Gesamt-Weltcup. Fenninger darf sich hingegen bereits Weltmeisterin nennen. 2011 holte sie in Garmisch-Partenkirchen Gold in der Super-Kombination.

    Lanzinger begleitete Hirscher und Fenninger

    Matthias Lanzinger, seit vergangener Saison im Weltcup der Behinderten sehr erfolgreich unterwegs, kennt Hirscher und Fenninger schon sehr lange. Lanzinger, der neun Jahre ältere Abtenauer, berichtet: "Beim Bezirkscup hat man immer wieder gehört, wie Anna Fenninger und Marcel Hirscher ihren Jahrgängen massiv um die Ohren fahren."

    "Bei uns im Tennengau waren sie schon sehr lange bekannt. Sie waren schon als Kinder Ausnahmeathleten, wenige haben aber den Weg so durchgezogen, wie die Beiden. Das macht die Zwei auch aus. Darum sind sie derzeit auch in so einer Ausnahmestellung."

    Beim Bezirkscup hat man immer wieder gehört, wie Anna Fenninger und Marcel Hirscher ihren Jahrgängen massiv um die Ohren fahren.

    Bei Hirscher wäre immer schon die extreme Technik aufgefallen. "Früher war die noch viel extremer, als sie es heute ist. Ich kann mich da an Bilder erinnern, als er hinten drinnen gesessen ist und die Ski umgelegt hat. Ich bin damals noch Zwei-Meter-Ski gefahren. Da hab ich mir damals gedacht, wo das denn einmal enden wird. Schnell war Marcel schon immer, jetzt ist er aber auch konstant. Zudem hat er seine Schwäche bei flachen Hängen ausgemerzt."

    Schnell war Marcel schon immer, jetzt ist er aber auch konstant.

    Und bei Fenninger? "Sie ist eine Stilistin. Anna war schon immer sensationell anzuschauen", sagt Lanzinger. Bereits sehr früh wurde Fenninger als potenzielle Nachfolgerin von Annemarie Moser-Pröll bezeichnet. "Anna ist raufgekommen und es wurde gesagt, sie ist die neue Annemarie Moser-Pröll. So wie sie heute fährt, hätte man sich das schon vor fünf Jahren erwartet. Sie brauchte aber die Zeit, das ist ganz normal. Jetzt sieht man, wie schnell sie ist."

    Sie ist eine Stilistin. Anna war schon immer sensationell anzuschauen

    Und jetzt haben die beiden auch noch im Gleichschritt die große Kristallkugel geholt. Und damit steht der Tennengau wohl Kopf, denn, dass die beiden aktuellen Gesamt-Weltcupsieger aus der selben Gegend kommen, passiert nicht alle Tage.

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