Hirscher Habe alles eine
 

"Habe alles auf eine Karte gesetzt"

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  • 13.01.2013 | 15:37 | (sport10)

    Marcel Hirscher setzte mit einer unglaublichen Aufholjagd seinen Slalom-Erfolgslauf in Adelboden fort. Wieso der bittere RTL in der Schweiz dabei geholfen hat und was sein Sieg mit Pokern zu tun hat.

    Er ist erst 23-Jahre alt, verfügt aber schon über die Abgebrühtheit eines Routniers: Marcel Hirscher. Am Samstag war er beim Riesenslalom von Adelboden noch der tragische Held, als er mit dem Sieg vor Augen wenige Tore vor dem Ziel patzte und sich am Ende mit Platz 16 begnügen musste. Nur einen Tag später schlug er in eindrucksvoller Manier zurück.

    "Herumraunzen bringt nichts", haderte der Salzburger schon unmittelbar nach dem RTL nicht lange mit dem Schicksal. "Ich habe in diesem Rennen brutal viel lernen können", erklärte der abgebrühte ÖSV-Star. "Ich bin doch auch irgendwie glücklich, weil man aus solchen Fahrten viel mitnehmen kann", ergänzte er.

    Hirscher als Testpilot

    Gesagt, getan. Beim Slalom am Chuenisbärgli war er erneut eine Klasse für sich und feierte seinen dritten Slalom-Sieg in Folge. Dabei sah es nach dem ersten Lauf nach einem erneuten Rückschlag für Hirscher aus. Als Testpilot wurde er mit Startnummer eins ins Rennen geschickt und bezahlte dafür einen hohen Preis. Platz acht mit 0,89 Sekunden Rückstand auf den Halbzeitführenden Manfred Moelgg.

    Doch abermals gab sich Hirscher gewohnt sportsmännisch: "Irgendwer muss der Erste sein und diesmal war es eben ich", so sein Kommentar nach dem ersten Lauf. "Ich muss mich auf die Bedingungen einstellen, ich tue mir hier ein bisschen schwer."

    "Bin wie beim Pokern 'all in' gegangen"

    Im zweiten Durchgang tat er sich jedoch alles andere als schwer und knalle Laufbestzeit in den Schnee, an der sich alle sieben Läufer, die in Lauf eins schneller waren als er, die Zähne ausbeißen sollten. "Ich habe im zweiten Durchgang alles auf eine Karte gesetzt, bin wie beim Pokern 'all in' gegangen", so Hirschers Erfolgsrezept.

    Ein Hirscher in dieser Form wird wohl auch in den kommenden Rennen in Wengen und Kitzbühel sowie beim WM-Slalom in Schladming nicht zu schlagen sein. Der einzige der die WM-Goldene verhindern könnte, ist wohl nur er selbst - wenn er auf die falsche Karte setzt.

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