Flop beim AntiSlalom
 
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Top und Flop bei der München-Show

Felix Neureuther und Veronika Velez Zuzulova gewinnen den Parallelbewerb in München. Hirscher und Kirchgasser landen auf dem Podest. Die Kulisse ist top, das Punktesystem nicht.

01.01.2013 | 19:41 | (sport10)

Knapp 20.000 Fans, ein Parallel-Slalom in Mitten einer Großstadt, eine Lichtshow, wie man sie sonst nur von Rockkonzerten kennt. Von der Entertainment-Seite aus betrachtet, ist der Parallel-Bewerb in München eine Bereicherung für den Weltcup. Der Mehrwert für den Weltcup lässt für den Großteil der Beteiligten jedoch zu wünschen übrig. Auch wenn mit Marcel Hirscher (Zweiter) und Michael Kirchgasser (Dritte) zwei ÖSV-Athleten auf dem Podest landeten.

"Es hat nichts mit Slalom zu tun"

Es ist völlig klar, dass Lokalmatador Felix Neureuther bei den Herren und Veronika Velez Zuzulova bei den Damen über den Sieg jubeln. Immerhin gibt es neben 32.000 Euro Siegerpreisgeld seit heuer die volle Punktezahl für die Slalomwertung. Eine Neuerung, die für ordentlich Gesprächsstoff sorgt. "Dass es Punkte für den Gesamtweltcup gibt, war immer okay, auch um einen Anreiz für die Athleten zu schaffen", erklärt Damencheftrainer Herbert Mandl. Doch dann kommt das große Aber. "Die Punktevergabe für die Slalomwertung ist nicht gerechtfertigt. Wenn auch der Citybewerb Moskau stattfindet, werden so fast 20 Prozent der Slalombewerbe entschieden."

Warum man das Spektakel nicht einfach als Slalom anerkennen kann? Weil es nach Angaben zahlreicher Athleten und Trainer eine neue Disziplin verkörpert: "Du brauchst die Armtechnik aus dem Riesentorlauf und fährst den Radius aus dem Slalom, es hat nichts mit dem Slalom zu tun", sagt Mandl. Wenngleich er hinzufügt: "Die Show an sich ist eine Bereicherung und Werbung für den Skisport."

Schluss mit der Show

Kritik hin oder her. Für Slalomspezialisten bleibt nur wenig Zeit, die tolle Kulisse zu genießen. "Es ist kein Showbewerb mehr, es geht um 100 Punkte. Man muss es ernst nehmen. Es stellt sich die Frage, ob es gerechtfertigt ist" sagt auch Marcel Hirscher. Sein Resümee: "Auch wenn man über das Punkteystem schimpft, muss man sagen, dass es echt geil ist. Mit den Punkten muss man sich einfach etwas überlegen."

Selbst Sieger Neureuther, Zugpferd der Veranstalter, bleibt in Sachen Punktevergabe kritisch: "Es ist gewaltig für mich. Es war ein extrem gelungenes Event, aber selbst als Sieger bleibe ich kritisch." Sein Kritik? Richtig, das Punktesystem.

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