Brandner Heuer definitiv Schluss
 

Brandner: "Heuer ist definitiv Schluss"

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  • 21.02.2012 | 07:55 | (sport10)

    Bei Vize-Meister KAC geht's ordentlich rund. Kapitän Christoph Brandner in der SportWoche über sein geplantes Karriereende, das letzte große Ziel und Ex-Coach Manny Viveiros.

    Er ist eine österreichische Eishockey-Legende - Christoph Brandner. Erster österreichischer Torschütze in der NHL, wertvollster Spieler in der DEL, Publikumsliebling im Nationalteam und beim KAC. Dort stand er im ersten Viertelfinale gegen die Red Bulls Salzburg jedoch am Abstellgleis – Neo-Coach Christian Weber verbannte ihn auf die Tribüne. Der Kapitän der Rotjacken im SportWoche-Interview.

    SportWoche: Beim KAC ging’s in den letzten Wochen drunter und drüber. Was ist der Status quo?

    Christoph Brandner: Es war für uns alle eine schwierige Saison. Die Ansprüche in Klagenfurt sind ganz anders als in anderen Städten. Wenn's sportlich einmal nicht so läuft, wird viel geredet, steht viel in den Medien. Als Spieler musst du versuchen, das - so gut es geht - aus der Kabine zu halten. Das ist zwar nicht immer leicht, aber wir sind Profis.

    Wie habt ihr vom Rauswurf von Trainer Manny Viveiros erfahren?

    Gerüchte hat's gegeben, wir Spieler haben aber erst nach der Ablöse davon erfahren. Manny war fünf Jahre unser Trainer, seine Verabschiedung in der Kabine war eine emotionale Angelegenheit, ist mir nahegegangen.


    War fünf Jahre Trainer beim KAC: Manny Viveiros.

    Neben dem KAC sorgte die Penaltyfarce zwischen Salzburg und Ljubljana für Schlagzeilen.

    Diese Aktion war definitiv nicht okay. Dass man versucht, das Beste für seine Mannschaft rauszuholen, ist normal. Man hätte das aber nicht so offensichtlich machen müssen. Der Tormann hätte beim Schuss ja auch "zufällig" danebengreifen können. Das wirft absolut kein gutes Bild auf den Sport.

    Hast du in deiner Karriere schon einmal so etwas erlebt?

    Nein, nie. In Amerika hätten sie den Goalie für so eine Aktion mit dem nassen Fetzen davongejagt.

    Zum Sportlichen: Warum reißt der KAC gegen den Meister das Steuer herum?

    Weil wir eine eingeschworene Truppe sind, einen tiefen Kader haben. Das und funktionierende Special Teams sind in den Playoffs enorm wichtig. Dazu sind wir in der Lage, Speed-Hockey zu spielen – ein weiterer Trumpf.

    Stichwort eingeschworene Truppe. Wie hab ihr reagiert, als David Schuller den Kärntner Lyrikpreis gewonnen hat?

    Anders als man glauben möchte. Wir haben uns zwar gegenseitig auf der Schaufel, das gehört in der Kabine dazu. Dass David den Preis gewonnen hat, hat ihm aber von den Spielern sehr viel Respekt eingebracht.

    Ich werde im Juli 37 Jahre alt, habe lange genug gespielt.

    Zu dir selbst. Dein Vertrag in Klagenfurt läuft aus. Sehen wir dich nächstes Jahr noch in der EBEL?

    Nein, nach dieser Saison ist Schluss. Ich werde im Juli 37 Jahre alt, habe lange genug gespielt, war lange unterwegs, hab viel erlebt. Jetzt freue ich mich auf ein neues Kapitel.

    Ein "Ausklingen" der Karriere in der Nationalliga - ist so etwas denkbar?

    Nein, das ist kein Thema, das schließe ich aus.

    Schon eine Idee, was du machen wirst?

    Ich möchte etwas im Bereich Physiotherapie machen. Die Aufnahmeprüfung ist nächsten Freitag. Ich hoffe, dass ich die halbwegs gut drüberbiege.

    Dem Eishockey bleibst du aber erhalten, oder?

    Sicherlich. Ich veranstalte jedes Jahr meine Hockey-Akademie. Das lasse ich mir nicht nehmen. Heuer dauert das Camp in Kapfenberg leider nur eine Woche, weil viele Trainer andere Verpflichtungen haben. Die 80 Plätze sind aber alle schon weg. Ich arbeite gern mit Kindern, da bekommt man viel mehr zurück. Im Vergleich zum Profisport ist das einfach ehrlicher.

    Dich mit dem 30. Meistertitel zu verabschieden...

    ...wäre das perfekte Happy-End. So weit denken wir aber noch nicht. Es klingt zwar abgedroschen, das nächste Spiel ist aber immer das wichtigste.

    Heute ist Faschingsdienstag. Welche Verkleidung gibt’s für deine Töchter? Eishockey-Spieler?

    (lacht) Nein, überhaupt nicht. Die beiden waren mit Silke schon am Samstag bei einem Umzug. Die Kleine war eine Prinzessin, bei Valentina ändert sich das Kostüm öfter. Im Moment sind Vampire groß in Mode.

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