Danton: "Dann lache ich ihnen ins Gesicht"

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  • 20.12.2011 | 08:36 | (sport10)

    Er heuerte einen Killer an, saß fünf Jahre lang im Gefängnis. Jetzt spielt er in der Erste Bank Eishockey Liga. Mike Danton im SportWoche-Talk über seine Ziele, Andre Lakos und seine Zeit im Knast.

    Die Szene ist irgendwie unwirklich. Da sitzt er: Mike Danton. Jener NHL-Profi, der 2004 ins Gefängnis wanderte, weil er zugab, um 10.000 Dollar einen Killer angeheuert zu haben. Es war während eines Playoff-Spiels der St. Louis Blues, als ein Auftragsmörder in sein Apartment, wo auch sein Agent und David Frost lebte, ging.

    Doch Danton bestritt, dass das Ziel David Frost war - trotz eines aufgenommenen Telefongesprächs zwischen Danton mit dem vermeintlichen Mörder, in dem er Druck machte.

    Nach fünf Jahren in Haft kam er 2009 frei, mittlerweile spielt der 31-Jährige für HC Orli Znojmo in der Erste Bank Eishockey Liga. Der SportWoche gab der Mann mit der einzigartigen Vita ein Exklusivinterview.

    SportWoche: Mike, wie kam der Kontakt zu Znojmo zustande?

    Mike Danton: Trainer Martin Stloukal hat mir eine Mail geschickt. Wir kennen uns von unserer Zeit bei den New Jersey Devils.

    Wie war die Umstellung für Dich auf die größere europäische Eisfläche?

    Naja, man hat mehr Platz eiszulaufen, die Spieler bewegen sich mehr. Darauf muss man sich einstellen. Ich glaube aber, dass ich das schnell schaffe.

    Was erwartest du von der Erste Bank Eishockey Liga?

    Ich erwarte gute, schnelle Spieler. Darauf hat mich Martin vorbereitet. Es sind Mannschaften aus fünf Nationen da, da muss ich mich erst einmal orientieren.

    Wie gefällt Dir Znojmo? Was hast du schon gesehen?

    Ich bin erst in der Nacht auf Sonntag um 2.30 Uhr hier angekommen. Was ich bisher gesehen habe, gefällt mir. Es scheint eine alte Stadt zu sein, mit viel Tradition. Ich habe eine Wohnung in der Nähe der Eishalle bekommen, werde mich in den nächsten beiden Wochen sicher gut einleben. Was ich sagen kann, ist, dass Znojmo größer ist als Furudal. Dort haben ganze 450 Menschen gewohnt.


    Mike Danton im Gespräch mit SportWoche-Reporter Stefan Schnittka.

    Es war zu lesen, dass Du in Schweden einem Mannschaftkollegen das Leben gerettet hast.

    Das war eine unglückliche Situation. Nach einem fairen Hit ist Marcus (Bengtsson, Anm.) zu Boden gegangen und mit dem Gesicht am Eis aufgeschlagen. Ich bin sofort zu ihm hin, hab' gesehen, dass er bewusstlos ist. Ihm sind aber Blutblasen aus dem geschlossenen Mund getropft. Ich hab einfach so schnell wie möglich versucht, den Mund zu öffnen und ihn in die Seitenlage zu bringen, damit er nicht an seinem eigenen Blut erstickt. Es ist aber zum Glück alles gutgegangen.

    In der Erste Bank Eishockey Liga spielen viele kanadische Spieler. Kennst Du einige von ihnen?

    Ich kenne Ramzi Abid. Und natürlich Salzburg-Coach Pierre Page. Aber auch österreichische Spieler. Mit Andre Lakos habe ich bei den Albany River Rats zusammengespielt. Ist er noch in Österreich?

    Nein, er spielt bei den Kölner Haien. Dafür ist Goalie Reinhard Divis (spielte gemeinsam mit Danton in St. Louis; Anm.) in Wien.

    Wirklich? Ja, den kenne ich auch von früher.

    Mit Andre Lakos habe ich bei den Albany River Rats zusammengespielt.

    So wie Coach Bill Stewart, der Graz und Linz gecoacht hat.

    Der war auch in Österreich? Das sind ja Zufälle. Die Welt ist klein. Bill ist jetzt in Deutschland, oder? Er war mein Trainer in Brampton.

    Du warst fast sechs Jahre im Gefängnis. Wie oft bist Du bisher auf deine Geschichte angesprochen worden?

    Heuer? Da hab ich nicht mitgezählt. Insgesamt hab ich die Story schon mehrere hundert Mal erzählt. Ich möchte zu diesem Thema gar nichts mehr sagen.

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    Welche Verhältnis er zu seiner Familie hat, wie er sich nach seiner Haftstrafe zurückgekämpft hat und was er macht, wenn er am Eis provoziert wird, erzählt Mike Danton auf der nächsten Seite.

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