MoskauFlop waere Wien
 

Ski: Der Moskau-Flop wäre in Wien top

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  • 22.02.2012 | 16:15 | (sport10)

    Marcel Hirscher fährt zum Triumph im Parallel-Slalom von Wien, der Prater bebt. Traum oder Realität? Nach dem Moskau-Event wäre auch Wien ein Hotspot. Ist das möglich? Ein Experte sagt ja.

    Im Hintergrund rauscht die Liliputbahn vorbei, das Riesenrad im Prater zieht einsam seine Runden und doch bebt der Prater. Was ist passiert? Marcel Hirscher kurvt vor der einmaligen Kulisse zum Triumph im Paralell-Slalom von Wien und schwingt auf der Kaiserwiese ab. Eine Traumvorstellung oder doch eine durchführbare Idee?

    Nach dem Versuch in Moskau, der nicht unbedingt als geglückt bezeichnet werden muss, werden Stimmen laut, die ein solches Event auch in der Nachbarschaft des Neusiedlersees sehen möchten. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel will mit Bürgermeister Michael Häupl sprechen. Doch wie muss man sich ein solches Event in Österreich vorstellen? sport10.at fragte nach.

    "Das hat Potential"

    "Das hat sicherlich mehr Potential in Österreich, da wir alle eine ganz andere Kultur leben", erklärt Ingo Dopplinger von der Marketingagentur DDBVB. Der Mann weiß, von was er spricht. Zusammen mit Riesenrad Eigentümer Peter Petritsch und seinem Team zeichnete er sich für die Organisation der Swatch SoulCity verantwortlich. Das Snowboard-Event wurde gleich mehrere Jahre hinweg vor dem Wiener Riesenrad umgesetzt.


    Moskau war noch kein echter "Kracher".
    Mit Erfolg, denn die Zahlen sprechen für sich: Zwischen 1997 und 2000 besuchten 270.000 Besucher das Event. Über 800 Journalisten waren anwesend. Angesichts der Erfolgsläufe eines Marcel Hirschers oder einer Marlies Schild sind solche Zahlen wohl keine Utopie.

    Auf der grünen Wiese

    "Das Eventgeschäft wurde damals ziemlich gehypt. Es war für uns sehr spannend so etwas auf die grüne Wiese hinzustellen. Das war eine lustig Geschichte", erklärt Dopplinger, der mit seiner Agentur auch bei Events wie dem Tag des Sports am Wiener Heldenplatz mitarbeitet.

    Für die lustige Geschichte wurde für das Spektakel am Silvesterabend eine Rampe mit einer Höhe von 26 Metern, eine Länge von 91 Metern und eine Breite von 18 Metern errichtet. Das Stadionbad wurde zum Wasserspeicher für Schneekanonen umfunktioniert. Dafür glänzte man damals mit beeindruckenden Zahlen. Alleine der Bezirk Leopoldstadt machte in den Jahren 1997-2000 68 Millionen Schilling Umsatz, der Werbewert für Wien wurde mit 220 Millionen Schilling beziffert.


    So sah es aus als in Wien die weiße Pracht regierte.

    Die Sache mit dem Herzblut

    Warum Moskau hingegen im Jahr 2012 nur ein laues Lüftlein auf dem potentiellen Markt war? "Mir fehlt natürlich der genaue Einblick in Moskau. Aber dort wurde es offensichtlich mit relativ wenig Herzblut hingestellt. Das wäre bei uns sicher anders. Alle Projekte müssten einen Wert haben, egal ob wirtschaftlich, medial oder für den Tourismus. Wenn man so etwas nur wohin stellt, dann steht es zwar dort, aber es ist eben was anderes, wenn es vor dem Wiener Riesenrad steht", erklärt der PR-Profi. Wichtiger Nachsatz: "So ein Event muss eine Geschichte erzählen."

    Wenn man so etwas nur wohin stellt, dann steht es zwar dort, aber es ist eben was anderes, wenn es vor dem Wiener Riesenrad steht

    Wien, Wien du allein ...

    Die FIS spielt schon länger mit dem Gedanken in die großen Städte zu gehen. Eine internationale Organisation im Hintergrund ist bei einer solchen Großveranstaltung auch das Um und Auf: "Es kann nur einen Wert haben, wenn es international vorkommt. Damals hatten wir mit Swatch einen internationalen Sponsor und mit der SoulCity eine internationale Reputation." Nicht unwichtig, denn wie Dopplinger betont: "Die Kosten sind einfach gewaltig, es braucht unendlich viel Manpower, soetwas aufzubauen und wieder wegzuräumen."

    Natürlich wäre mit dem ÖSV ein potenter, angesehener Partner mit einem geschäftstüchtigen Präsidenten an Bord. Die Idee mit dem Wien-Event lässt auch Dopplinger nicht kalt. "Wir können uns gerne mit Peter Schröcksnadel zusamensetzen", lacht der Geschäftsmann.

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