Araber musste Djokers Bruder
 
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Araber musste Djokers Bruder weichen

Eigentlich hätte der Malek Jaziri beim ATP-Turnier in Dubai eine Wildcard bekommen sollen. Doch die arabische Tennishoffnung wurde zugunsten von Novak Djokovics Bruder "geopfert".

27.02.2012 | 18:51 | (sport10)

Echte Tennisstars sind rar in der arabischen Welt. Seit acht Jahren ist kein Araber mehr unter den Top-100 der Tennis-Weltrangliste zu finden. Der Tunesier Malek Jaziri (28) kratzt als 104. allerdings an dieser Hürde. In Dubai sollte er die Möglichkeit erhalten, den Sprung zu schaffen. Erst am Freitag wurde ihm eine Wildcard für das Turnier versprochen. Doch daraus wurde nichts.

Jaziri muss "Mini-Djoker" weichen

Am Freitagabend erhielt der Tunesier den Anruf, dass er seine Wildcard los sei. Diese ginge an Marko Djokovic (20), Novak Djokovics jüngerem Bruder. Für Jaziri, der damit in die Quali musste, und den arabischen Tennissport war das ein Schlag ins Gesicht, immerhin liegt der "Mini-Djoker" nur auf Platz 869 der Tennis-Weltrangliste und hat bisher kaum durch Leistung auf sich aufmerksam gemacht.

In seinen vier Jahren auf der ATP-Tour gewann der Serbe noch nie ein Match gegen einen Mann aus den Top-400. Auf der Habenseite stehen nur Siege bei Future- und Challenger-Turnieren. Und ausgerechnet und Dubai wird er nun der einzigen arabischen Tennishoffnung vorgezogen.

"Marko ist wichtig für uns"

Profitiert der junge Djokovic nur vom großen Namen seines Bruders? Es scheint so, und die Turnier-Bosse stellen das gar nicht in Abrede. "Marko Djokovic ist wichtig für uns, weil er der Bruder der Nummer 1 ist. Das hilft natürlich", meinte zum Beispiel Turnierdirektor Salah Tahlak in einer Stellungnahme.

Schlussendlich dürfte sich der Nutzen aber in Grenzen gehalten haben. Für Marko Djokovic war nach einer 3:6, 2:6-Niederlage gegen Andrey Gobulev nämlich bereits Endstation. Eine Ironie des Schicksals, denn in der Quali hatte der Kasache Jaziri aus dem Bewerb geworfen. Zum Lachen dürfte dem Tunesier trotzdem nicht zumute sein.

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