Leitgeb Erfolg muss genuetzt
 

Leitgeb: "Der Erfolg muss genutzt werden"

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  • 13.02.2012 | 12:55 | (sport10)

    Österreich schlägt Russland im DavisCup sensationell. Ronald Leitgeb, der wohl Ende März zum neuen ÖTV-Präsidenten gewählt wird, blickt bei sport10.at in die Zukunft.

    3:2-Sieg gegen Russland. Jürgen Melzer und Co. haben es zum ersten Mal seit 1995 geschafft, in das Viertelfinale des Davis Cups einzuziehen. Dort geht es gegen niemand geringeren als Titelverteidiger Spanien (6. - 8. April). Bis dahin hat der österreichische Tennis-Verband wohl auch einen neuen Präsidenten. Die Bestellung von Ronald Leitgeb, Manager von Melzer, gilt nur noch als Formsache. Bislang hatte dieses Amt Ernst Wolner bekleidet.

    Bei sport10.at spricht Leitgeb über den Sieg gegen Russland, seine Visionen mit dem ÖTV und Möglichkeiten gegen Spanien.

    sport10.at: Herr Leitgeb, wie haben Sie das DavisCup-Wochenende erlebt?

    Ronald Leitgeb: Es war ein durch und durch erfreuliches Wochenende. Der Start am Freitag war fulminant, die Leistung von Andreas Haider-Maurer war für mich beeindruckend, aber auch dass Jürgen seine Freitagschwäche ablegen konnte, war extrem wichtig. Man muss ja noch dazu sagen, dass auch im Doppel einiges drinnen gewesen ist. Letztendlich war der Ausgang für alle gut, vor allem für die Zuseher, die durch die Niederlage im Doppel ein sehr spannendes Spiel am Sonntag geboten bekamen.

    Dass Jürgen seine Freitagschwäche ablegen konnte, war extrem wichtig

    Wie hat man Jürgen Melzer auf das Match am Sonntag eingestellt? Das war an Souveränität nicht zu überbieten.

    Dadurch dass er am Freitag gewonnen hat, hatte er am Sonntag viel weniger Druck. In den vergangenen Jahren hat er am Freitag oft gepatzt, durch den Sieg am Freitag hat er sich die gute Basis für den Sonntag gelegt.

    Inwiefern hat Sie die Aufstellung der Russen überrascht?

    Ich glaube, dass es die Russen sehr trocken heruntergespielt haben. Sie haben sich nicht getraut, noch einmal zu wechseln. Juschni hatte ein Problem mit der Schulter, Dawydenko war grippegeschwächt. Sie sind dann bei ihrem Standard geblieben, was für uns natürlich in Ordnung war.

    Was macht Clemens Trimmel anders als sein Vorgänger Gilbert Schaller?

    Eine der entscheidenden Faktoren war, dass Clemens einer ist, der einen sehr guten Draht zu den derzeitigen Spielern hat. Das ist im DavisCup immer wichtig. Und er hat natürlich auch durch die Kraft des neuen Amtes sehr viel Motivation mitgenommen und diese hat er auf die Spieler übertragen.

    Hat man durch den Aufstieg eine neue Euphorie entfacht?

    Ich gehe davon aus, dass es ein gutes Zeichen und auch ein richtiges Symbol in die richtige Richtung ist. Ich habe gesagt, der Verband muss sich insgesamt erneuern, jünger Leute ranlassen und ein Profil bekommen. Ich denke, dieser Sieg war der erste große Schritt.

    Ich habe gesagt, der Verband muss sich insgesamt erneuern, jünger Leute ranlassen und ein Profil bekommen.

    Sie gelten ja quasi als der neue Präsident. Ihre Wahl scheint nur noch Formsache zu sein. Für was war der Sieg gegen Russland der Start?

    Wir sind in einer wirklichen Weltsportart zumindest immer unter den 16 besten und jetzt sogar acht besten Teams gehören, das ist schon wirklich sehr beeindruckend. Man kann jetzt sehr positiv in die Zukunft blicken, aber man muss das nützen. Sowohl für den einzelnen Tennisspieler als auch für den Nachwuchs. Das gesamte System muss daraus einen Nutzen ziehen. Es darf nicht passieren, dass das jetzt eine einmalige Aktion ist. Wir müssen einen Schritt weiter gehen, um dann das österreichische Tennis richtig aufzustellen.

    Gibt es da schon konrete Ideen?

    Natürlich.

    Und wie wären?

    Darüber will ich jetzt noch nicht sprechen. Ich bitte um Verständnis, dass ich das erst nach der geschlagenen Wahl (findet Ende März statt; Anm.) bekannt geben werde.

    Was denken Sie ist gegen Spanien möglich?

    Alles ist möglich! Wir haben Spieler, die spielen können. Die Spanier machen uns ein bisschen die Türe auf, nachdem Nadal nicht spielt. Auf der anderen Seite darf man auch nicht vergessen, dass die Spanier ein riesengroßes Potenzial haben, nicht an Top-100 sondern Top-50-Spielern bzw. auch Top-30. Die sind nicht von ungefähr der Titelverteidiger. Auf der anderen Seite kann ich mich erinnern, als wir im letzten Duell gegen die Spanier gewonnen haben.

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