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TENNIS - ATP, US Open 2014
 
Bild: (c) GEPA pictures/ Matthias Hauer

Rausschmiss und Wildcard-Streit: Es knallt im österreichischen Tennis

12.10.2014 | 11:23 | (sportnet.at)

Patricia Mayr-Achleitner und Andreas Haider-Maurer sind wütend und enttäuscht – sie wird aus dem FedCup-Team eliminiert, er bekommt keine Wildcard für die "Erste Bank Open" in der Wiener Stadthalle. Jetzt kommen die Abrechnungen.

Patricia Mayr-Achleitner vs. FedCup-Kapitän Clemens Trimmel und Andreas Haider-Maurer vs. Turnierdirektor Herwig Straka – das sind die derzeit zwei heißesten "Matches" im heimischen Tennis.

Mayr-Achleitner wurde vor zwei Tagen aus dem FedCup-Team eliminiert, er bekam keine Wildcard für die "Erste Bank Open" in der Wiener Stadthalle. Die 27-jährige Tirolerin ist Österreichs beste und zuverlässigste "Teamspielerin" der letzten Jahre, der 27-jährige Niederösterreicher war Wien-Finalist 2010, steht aktuell in den Top-100 und ist klare Österreichs Nummer 2.

Von Retourkutschen und sogar Erpressung ist die Rede. SPORTNET hat mit allen vier Parteien gesprochen.

Brennpunkt 1: Patricia Mayr-Achleitner und der Rauswurf aus dem FedCup-Team

Das sagt Patricia Mayr-Achleitner:

"Die Altersbegründung, dass sie jetzt einen Neuanfang machen wollen und auf die Jüngeren setzen wollen, ist doch ein absoluter Blödsinn. Ich bin 27. Das Daviscup-Team hat einen Altersschnitt von 34. Das ist doch Lachhaft. Das Ganze ist halt eine Retourkutsche von Trimmel, weil er Kritik nicht verträgt. Es stimmt, dass wir nicht die besten Freundinnen im Team waren, aber muss man das? Es scheint, Trimmel ist ein gemütliches Abendessen mit Spaß lieber als sportliche Erfolge. Aber ist einer der richtige FedCup-Kapitän, der lieber eine Spielerin eliminiert, mit der er nicht so gut kann, und dafür sogar einen Abstieg in Kauf nimmt? Wie will er das den Sponsoren erklären?

Jetzt will er mit einer als Teamleaderin ein neues Team aufbauen, die in den letzten Jahren öfters aus fadenscheinigen Gründen abgesagt hat, als gespielt hat? Viel Spaß.

Fakt ist: Ich und Sybille Bammer sind die einzigen, die in den letzten Jahren im FedCup Matches für Österreich gewonnen haben. Jetzt will er mit einer als Teamleaderin ein neues Team aufbauen, die in den letzten Jahren öfters aus fadenscheinigen Gründen abgesagt hat, als gespielt hat? Viel Spaß. Ich stand dem Team immer zur Verfügung. Und: Er hat er es nicht einmal der Mühe wert gefunden, mich persönlich über seine Entscheidung zu informieren, ich durfte das aus den Medien erfahren. Auch das zeigt Anstand und Charakter. Trotz allem: Wenn ich einberufen werden würde, würde ich weiter für Österreich spielen – so wie ich es immer gemacht habe."

Das sagt Clemens Trimmel:

"Ich plane nicht mehr mit ihr. Die Gründe sind, einerseits das was beim FedCup vorgefallen ist, was aber auch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist, andererseits die öffentliche Kritik danach. Ich bin der Meinung, dass man sowas nicht über die Medien macht. Sie hat sich seitdem nicht bei mir gemeldet, ich habe sie ein paar Mal versucht anzurufen, aber es kam keine Reaktion. Ob man das als disziplinäre Maßnahme sehen will?

Mit so einem Verhalten bin ich einfach nicht einverstanden. Da sehe ich keine Basis einer Zusammenarbeit.

Man kann es nennen wie man will, aber mit so einem Verhalten bin ich einfach nicht einverstanden. Da sehe ich keine Basis einer Zusammenarbeit. Und solange ich FedCup-Kapitän bin, wird sie nicht mehr spielen. Mit Tamira habe ich Gespräche geführt und sie ist bereit dafür, dass sie Österreich in Zukunft im FedCup vertreten wird – und ich kann mir gut vorstellen, dass sie in Zukunft die Leaderrolle übernehmen wird. Sie ist die erfahrenste Spielerin und sie kann den Jungen sicher helfen."

Brennpunkt 2: Andreas Haider-Maurer bekommt keine Wildcard für die "Erste Bank Open" in Wien

Das sagt Bernd Haberleitner (Manager von Haider-Maurer):

"Das Ganze ist natürlich sehr enttäuschend nach den letzten Wochen, in denen Andi sehr gut gespielt, Challenger gewonnen und sich wieder in die Top-100 hochgekämpft hat. Er ist in der besten Form seit Jahren und Österreichs klare Nummer 2. Aber. Jürgen hätte sicher eine Wildcard bekommen, da er es mit seinem aktuellen Ranking nicht in den Hauptbewerb geschafft hätte. Aber er hat sein Protected Ranking, (Jürgen Melzer darf aufgrund seiner Verletzungspause bei ausgewählten Turnieren mit einem geschützten Ranking spielen, Anm.) verwendet, unter der Bedingung, dass die Wildcard dann an seinen Bruder geht. Wenn das nicht passiert, hätte er sie genommen. Das grenzt ja schon an Erpressung.

Das grenzt ja schon an Erpressung.

Auch in Kitzbühel hat Gerald Melzer vor Andi die Wildcard bekommen. Jetzt kann sich jeder seinen Teil dazu denken, ob das fair ist. Und: Andi ist nur einer von vier österreichischen Finalisten in der 40-jährigen Turniergeschichte – ich finde, da hätte man als Veranstalter zum Jubiläum schon anders reagieren können.

Das sagt "Erste Bank Open"-Turnierdirektor Herwig Straka:

Ich habe Gerald schon vor zwei Monaten eine Wildcard zugesagt, damals war Andi nicht gut in Form, und sagen wir es einmal so – er und Gerald ziemlich gleich. Es war nicht zu erwarten, wie es jetzt passiert ist. Und: Dass zwei Topspieler am letzten Tag nennen, habe ich in 20 Jahren Turniererfahrung auch noch nie erlebt. Leider hat in dem Fall AHM dran glauben müssen, so leid es mir für ihn tut, auch, weil ich mein Wort bzw. Zusage nicht breche. Vielleicht war ich damals zu voreilig, ich werde daraus lernen. Dass er 2010 Finalist ist schön, aber ihm dafür eine Wildcard zu geben? Die Tatsache, dass er Finalist war, hat mich damals sehr gefreut, gibt ihm aber jetzt keine automatische Berechtigung für eine Wildcard.

Darauf zu hoffen, dass man jedes Jahr in Wien eingeladen wird, ist keine Basis für eine Karriere.

Faktum ist: Wäre er früher Top-100 gewesen, hätte er keine gebraucht und wäre so im Hauptbewerb. Wäre mir auch lieber. Und: Darauf zu hoffen, dass man jedes Jahr in Wien eingeladen wird, ist keine Basis für eine Karriere. Das muss ich in aller Deutlichkeit sagen. Dass er es gestern mehr verdient hätte, als Gerald ist keine Frage, habe ihm aber noch die Möglichkeit gegeben Quali zu spielen – aber er wollte nicht. Ich habe ihm schon öfters Wildcards gegeben, rausgekommen ist da auch sehr wenig. Ich hätte aber "Nein" zu Murray und "Ja" zum Andi sagen können. Was hätte ich mir dann anhören können?

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