Raphael Pikisch

28.12.2012
11:48

Mein Highlight: Scharners Aus

von Raphael Pikisch

Das Treffen in Hamburg - wenige Stunden nach dem ÖFB-Abschied.

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  • Eigentlich hatte Paul Scharner einen 1000-Tage-Trainingsplan, der in der Teilnahme bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien Gipfeln hätte sollen. Doch am 15. August 2012 fand dieser Plan ein jähes Ende - es kam zum Zerwürfnis zwischen Paul Scharner und Teamchef Marcel Koller. Sein zweiter und nun auch endgültiger Rücktritt aus dem ÖFB-Team war damit besiegelt.

    Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich gerade in Hamburg, jene Stadt, in der Scharner künftig seine Brötchen verdienen wird, und bekam erst Wind von der Sache, als ich am 16. August bei einem späten Frühstück saß und sowohl in der Bild-Zeitung als auch in der Hamburger-Morgenpost vom Eklat rund um den neuen HSV-Verteidiger las.

    Sofort zückte ich mein Handy und hatte schon eine SMS von sport10.at-Redaktionsleiter Stefan Weger auf dem Display: "Willst du nicht heute beim HSV-Training und Paul Scharner vorbeischauen, vielleicht ergibt sich ja was." Auch in meinem Urlaub hat mich die Jagd nach einer guten Geschichte gepackt. Gesagt getan, der Tagesplan wurde über den Haufen geworfen und ich war schon auf dem Weg zur Imtech Arena, wo am Nachmittag das HSV-Training auf dem Programm stand. 

    Als dieses beendet war, der Niederösterreicher alle Autogramm- und Fotowünsche der anwesenden Fans erfüllte, stellte ich mich kurz vor und fragte ihn, ob er ein paar Minuten Zeit hätte. Etwas verdutzt ob der Anwesenheit eines österreichischen Journalisten, meinte er, dass er doch noch nicht mit dem Training fertig sei, noch mindestens eine Stunde brauche, sich dann aber gerne Zeit für mich nehmen würde.

    Aus dieser Stunde wurden schließlich fast zwei. Scharners Akribie sei hier positiv hervorgehoben. Doch die Wartezeit wurde verkürzt. Denn Scharners Mentalcoach Valentin Hobel war selbstverständlich auch anwesend und beglückte mich in den folgenden 120 Minuten mit Anekoten aus seinem Leben. Von Horst Skoff, über DJ Ötzi bis hin zu seinen Erfolgen als Billard-Spieler.

    Als Paul Scharner schließlich geduscht den Kabinen-Gang verließ, ging es Schlag auf Schlag. War er Anfangs noch ein wenig zurückhaltend, diktierte er mir schließlich in mein Aufnahmegerät, dass er die Wahrheit ans Licht bringen will, niemals einen Stammplatz gefordert hat, wie sich Marcel Koller verändert hat und, dass er nicht wie vom ÖFB kommuniziert, aus freien Stücken das Team verlassen habe - hier geht's zur Story. Ein klarer Fall von: Zur richtigen Zeit, am richtigen Ort!

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