Ecclestone Teams gegen BahrainGP
 
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Ecclestone und Teams gegen Bahrain-GP

Die F1-Teams sprechen sich geschlossen gegen die Wiederaufnahme des Grand Prix von Bahrain in den Rennkalender aus. Auch Bernie Ecclestone äußert sich kritisch.

08.06.2011 | 14:04 | (sport10)

Dem Motorsport-Weltverband FIA weht eine steife Brise entgegen. Grund dafür ist der Entschluss, den abgesagten Bahrain-GP wieder in den Rennkalender aufzunehmen, nachdem er im März wegen blutigen Protestkundgebungen gegen die örtliche Regierung abgesagt werden musste.

Geht es nach der FIA, soll das Rennen im Oktober stattfinden. Die Situation im Land hätte sich stabilisiert, so die Begründung. "Unser Vertreter hatte mehrere Meetings in Bahrain. Er fand eine ruhige Situation vor. Also haben wir einstimmig (einer Austragung, Anm.) zugestimmt", so FIA-Boss Jean Todt gegenüber der BBC. Dadurch verschiebt sich der Indien-GP auf Mitte Dezember.

Menschenrechtler und Teams haben Bedenken

Diverse Menschenrechtsorganisationen beurteilen die Lage in Bahrain anders. "Die Annahme, dass die Ruhe wieder hergestellt wurde und alles wieder normal läuft ist falsch", betont Alex Wilks von Avaaz. "In den letzten Wochen hat die Polizei wieder Tränengas, Gummigeschosse und Lärmgranaten eingesetzt, um friedliche Protestmärsche aufzulösen. Dutzende Menschen sind verletzt oder sogar getötet worden", so der Menschenrechtler.

Hoffentlich gibt es dort Frieden und Ruhe, und wir können irgendwann in der Zukunft zurückkehren.

Nicht nur deswegen haben nun auch die F1-Teams reagiert und der FIA brieflich mitgeteilt, das Rennen im Wüstenstaat heuer nicht fahren zu wollen.

FOTA will den GP nicht fahren

Die FOTA fordert, dass Bahrain aus dem Rennkalender genommen wird, damit der Indien-GP wieder an seinem ursprünglichen Austragungsdatum stattfinden kann. Begründet wird das mit der Logistik. Ein Rennen so spät im Jahr zu fahren sei einfach nicht praktisch, heißt es im Schreiben der Teamvereinigung FOTA. Laut Informationen der BBC erklärten die Teams, dass ein Grand Prix Mitte Dezember "der Mannschaft nicht zuzumuten" sei.

Ethische oder moralische Bedenken meldete man zwar nicht offiziell an, doch soll es laut BBC auch hier durchaus Bedenken geben.

Ecclestone will "derzeit nicht" zurückkehren

Der Brief der Teams an die FIA rief erneut F1-Boss Bernie Ecclestone auf den Plan. Er sei der selben Meinung wie Ex-FIA-Chef Max Mosley, der erst vor Kurzem zu Bedenken gegeben hatte, dass man den Rennkalender nicht ohne Zustimmung der Teams ändern könne. "Das sind die Fakten", so Ecclestone. Der Milliardär weiter: "Hoffentlich gibt es dort Frieden und Ruhe, und wir können irgendwann in der Zukunft zurückkehren. Aber nicht derzeit."

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