Halldor ist einer der lustigsten und sympathischsten Snowboarder da draußen.
 

Halldor Helgason im Interview

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  • 14.05.2012 | 00:00 | (sportnet.at)

    Wir haben Halldor beim Nike Chosen Event im Silvretta-Montafon getroffen und uns mit ihm bei einem Kaltgetränk köstlich unterhalten. Hier gibst das Interview mit der isländischen Style- und Spaßmaschine.

    Hey, Halldor, woher kommst du, wie bist du zum Snowboarden gekommen? Bitte stelle dich kurz vor.
    Mein Name ist Halldor Helgason, ich bin 21 Jahre alt und komme aus einem kleinen Ort im Norden Islands namens Akureyri. Ich fahre für Nike, Monster Energy, Lobster Snowboards, Oakley Eyewear, Neff Gloves, Hoppipolla Headwear, Skullcandy, Bluetomato.com, Frontline, Kaleidoscope Skateboards, Techrider und 7/9/13 Belts. Ich habe mit neun Jahren angefangen zu Snowboarden, nachdem ich gesehen hatte, wie viel Spaß mein älterer Bruder, Eiki, hat. Ich bin vorher ein paar Mal mit meiner Mom Ski gefahren, aber ich wusste nie, wie ich richtig bremsen sollte und schoss daher oft pfeilgerade den Berg hinunter, bis ich irgendwann einen ordentlichen Sturz hinlegte, ich habe es gehasst. Snowboarden war dann um einiges einfacher, ich musste nicht mehr an zwei Dinge gleichzeitig denken, haha! Als ich 13 war fuhr ich bei den Isländischen Meisterschaften mit und holte in Slopestyle, Big Air und sogar Boardercross, welcher mein liebster Titel ist, den ersten Platz, haha!

    Wie war deine Saison?
    Bis ich mir am Knöchel wehtat, hatte ich wirklich viel Spaß diesen Winter! Am Beginn des Winters habe ich in Island Street Rails gefilmt und einen guten Clip für die „Real Snow 2012“ Competition zusammengestellt. Es war extrem knapp gegen Louis-Felix Paradis, doch am Ende hat der Clip mir den zweiten Platz eingebracht, wenn ich zurückschaue, war das der beste Moment des Winters! Danach ging’s für mich auf Reisen – zuerst zu den X-Games nach Aspen, wo ich nur knapp das Finale verpasste, danach nach Japan, um ein paar Powdershots zu filmen und beim Toyota Big Air zu starten und dann weiter nach Oslo zu den World Championships. Leider verletzte ich mich in Norwegen am Knöchel als ich einen Double Backside Rodeo versuchte, seitdem chille ich und versuche wieder fit zu werden.

    Worauf hast du dich in diesem Winter konzentriert, was sind deine Pläne?

    Im Moment habe ich extrem viel Spaß am Filmen, weil ich die Freiheit zu tun, was ich will, einfach liebe. Vor allem bei der Arbeit an meinem eigenen Projekt, das in Richtung „Sexual Snowboarding“ gehen wird, nehme ich mir die Zeit und mache meine eigenen Pläne. Neben alle dem, nehme ich trotzdem noch gerne an Contests teil, denn mich mit den Besten zu messen, hilft einfach auf dem Level, der im Moment sehr hoch ist, zu bleiben. Ich versuche ohne großen Druck an Dinge heran zu gehen und einfach Spaß zu haben, denn so klappt am Ende alles am besten.

    Du sagst, dein Fokus liegt im Moment auf dem Filmen, wie sieht für dich ein guter Snowboardmovie aus?

    Ein guter Snowboardmovie sollte auf keinen Fall zu lang sein, 20 bis 25 Minuten reichen völlig aus. Ich bevorzuge viel Street-Snowboarding, weil der urbane Raum so viele Möglichkeiten bietet und man dadurch immer Innovationen bringen kann. Ein paar Powdershots zwischendurch sind auch OK, doch man sollte sparsam damit umgehen, da vieles sehr schnell gleich aussieht und es dann langweilig wird. Um alles ein wenig aufzulockern kommen noch ein paar lustige Szenen in den Movie, ich halte mich lieber von Lifestyleshots und unnötigen Sequenzen, die nur da sind um Zeit zu gewinnen, fern. Wenn ich mir „The Art of Flight“ ansehe, muss ich zugeben, dass der Film gut gemacht ist, doch leider fehlt mir dabei die Nachvollziehbarkeit. Alles wirkt wie ein Hollywood-Film, einfach zu weit weg! Solche Filme sind sicher gut für die breite Masse, doch mich motiviert so ein Produkt nicht, Snowboardfilme sollten motivieren selbst Shredden zu gehen.

    Du nimmst jedes Jahr an ein paar TTR-Events und einigen Invitationals teil, was denkst du über den Kampf zwischen der FIS und der TTR?

    Ich weiß nicht, ich würde sagen, dass ich einfach kein Fan der FIS bin. Ich finde, dass eine Organisation, die von Skifahrern ins Leben gerufen wurde, nicht beide Sportarten, die ja von Grund auf verschieden sind, kontrollieren sollte. Außerdem sollte Snowboarden so frei von Regeln wie möglich sein und wie soll das mit dem Regelbuch der FIS, das mehr als 100 Seiten umfasst, möglich sein? Ich habe kurz darüber nachgedacht bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotchi teilzunehmen, aber nur, wenn ich die Qualifikation dafür ohne die Einschränkungen der Verbände auf eigene Faust durchziehen kann. Im Moment sehe ich mich aber nicht bei den Spielen!

    Lass uns über den Nike Chosen Event im Montafon reden, was denkst du über die ganze Sache?

    Der Park hier oben ist einfach verrückt, alles ist einfach perfekt! Ich bin nur etwas unglücklich, dass ich nicht aufs Ganze gehen kann, da mein Knöchel immer noch nicht mitspielt. Ich muss noch etwas leise treten, aber schon das Cruisen alleine macht höllisch Spaß. Es ist einfach ein guter Mix aus großen Obstacles und kleinen Features, die Spaß machen – es gibt einfach alles!

    Was sind die Pläne für den Rest der Saison, was machst du nächsten Winter?
    Ich weiß noch nicht genau, was noch ansteht, aber das Wichtigste ist, wieder fit zu werden und meinen Knöchel gesund zu bekommen. Vielleicht fahre ich zum „Superpark“-Event nach Mt. Bachelor, USA, kommt auf den Zustand meines Fußes an. Ich werde außerdem den Fokus weiter auf das Filmen legen, ein Nike Team Movie steht neben meinen eigenen Projekten an. Ein paar Contests habe ich auch auf dem Plan, aber wir werden sehen.

    Wordrap

    Was ist der Sinn des Lebens?

    Soviel Spaß wie möglich zu haben!

    Was ist das Schwierigste, das du in deinem Leben je gemacht hast?
    Ich denke, die härteste Zeit für mich war, als ich einen Sommer lang am Bau gearbeitet habe. Das war eine ganz besondere Erfahrung, das öffnete mir die Augen, wie glücklich ich mich schätzen kann. Jeder sollte so eine Erfahrung machen, denn viele Leute, vor allem in der Szene, halten vieles für selbstverständlich.

    Was ist das erste, was dir am anderen Gesellschaft auffällt!

    Mir ist einfach die Kombination aus Körper und Gesicht wichtig, das Gesamtbild zählt!

    Wenn du für einen Tag unsterblich wärst, was würdest du tun?
    Ich würde von den höchsten Gebäuden springen und fette Cliffdrops machen, das Gefühl durch die Luft zu fliegen und sich schwerelos zu fühlen ist einfach das Beste. Sobald ich die Zeit finde, werde ich Fallschirmspringen gehen.

    Wenn du aus irgendeinem Grund sofort aus deinem Haus flüchten müsstest, was würdest du mitnehmen?
    Meinen Computer!

    Wenn Hollywood einen Film über dich drehen würde, wer sollte dich spielen?
    Charlie Sheen wäre perfekt, er ist einfach cool!

    Halldor, Danke für das Interview! Wir wünschen dir einen feinen Sommer, eine gute Genesung und viel Glück und Erfolg in der nächsten Saison!












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