No Big Deal

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  • 27.05.2008 | 00:00 | (sportnet.at)

    Mit 15 Minuten Vorsprung zerstörte Taddy Blazusiak auch heuer wieder die Elite am Erzberg und gewann zum zweiten Mal in Folge. Im mm-Interview spricht er über seinen kometenhaften Aufstieg und warum das eigentlich keine große Sache ist.

    massivemoves.com: Bei der Riders-Einführungsrunde durch den Enduro-Cross hast du offensichtlich richtig Spaß gehabt und dich von den Fans feiern lassen. Hat der Erzberg einen besonderen Platz in deinem Herzen?
    Taddy Blazusiak: „Auf jeden Fall, denn mit dem Sieg im letzten Jahr beim Red Bull Harescramble bin ich erst so richtig durchgestartet. Ich war zwar schon immer Profi-Fahrer, allerdings im Trial und erst am Erzberg kam der Wechsel zum Enduro. Es ist ein ganz anderer Sport. Die Leute erkennen mich jetzt und aus diesem Grund wird dieses Rennen immer einen ganz besonderen Stellenwert für mich haben.“

    Hier geht's zum Contest-Bericht vom eisernen Giganten.

    Es sind auch viele Fans aus Polen hierher gekommen. Fühlst du einen besonderen Druck von außen?
    „Es ist großartig, dass die Fans gekommen sind und mit ihren Fahnen für gute Stimmung sorgen, einen Druck verspüre ich dadurch aber nicht wirklich. Ich habe im letzten Jahr bewiesen was ich drauf habe und immer Top-Platzierungen eingefahren. Wäre es 2007 nur bei dem einen Sieg am Erzberg geblieben, würde es vielleicht anders aussehen.“

    In der letzten Saison hast du die Konkurrenz regelrecht zerstört. Warst du nicht ein wenig überrascht, dass es so gut gelaufen ist?
    „Die Saison war wirklich unglaublich. Bei jedem Rennen war ich zumindest unter den ersten drei. Ich konnte frei darauf los fahren, weil keiner was von mir erwartet hat. Das ist jetzt natürlich ein bisl anders.“

    2007 hast du mit einem geborgten Bike am Erzberg gewonnen. Was ist da genau abgelaufen?
    „Ich bin mit einer alten geborgten Maschine hier angekommen und wollte eigentlich nur zum Spaß mitfahren. Nach der Quali hat mir KTM ein brandneues Bike angeboten, da konnte ich einfach nicht nein sagen und als Krönung habe ich noch das Rennen gewonnen.“

    Wie ist deinen Karriere eigentlich losgegangen?

    „Ich sitze schon seit meinem fünften Lebensjahr auf dem Bike und das ist jetzt 20 Jahre her. Ich bin aber immer nur Trial gefahren bevor der große Umstieg gekommen ist. Die Technik vom Trial hilft dir aber sicher auch beim Enduro, auch wenn man hier die Geschwindigkeit ganz anders einschätzen muss. Die Technik ist dann da um flexible zu bleiben.

    Das Red Bull Harescramble gilt als das schwerste Eintages-Enduro, siehst du das auch so?
    Ja, definitiv. Es gibt da für mich keinen Zweifel, es fordert alles von dir und bringt dich an deine Grenzen.“

    Gibt es eigentlich eine Sektion, die man „genießen“ kann?
    „Bei einem Rennen geht es nicht darum, es genießen zu können. Ich will es gewinnen und bin voll darauf fixiert bis ans Limit zu gehen, da kann ich mich nicht an der Landschaft erfreuen (lacht). Jede einzelne Sektion ist wirklich hart und die Organisatoren lassen sich dabei jedes Jahr was Neues einfallen, um uns das Durchkommen noch schwerer zu machen. Spaß macht das Ganze erst wieder wenn ich über die Ziellinie bin und ein gutes Ergebnis eingefahren habe.“

    Welche Gedanken jagen dir eigentlich kurz vor dem Start durch den Kopf?
    „Ich konzentriere mich voll auf die Linie, die ich durchziehen möchte und blende die anderen Fahrer aus. Ich muss einfach so schnell wie möglich in die erste Kurve kommen und mich danach kontinuierlich das Limit pushen. Wenn ich in einem Rennen an den Start gehe, dann will ich einfach nur gewinnen und nichts anderes.“

    Hast du dich in einer besonderen Art und Weise auf das Rennen am Erzberg vorbereitet?
    „Nein, ich trainiere generell für die WM und schaue, dass ich in guter körperlicher Verfassung bin. Ein besonderes Training in dem Sinn habe ich also nicht gemacht.“

    Hat sich in deinem privaten Umfeld etwas durch deinen Aufstieg zum Superstar der Szene geändert?
    „Nein, nicht wirklich. Ich bin da ziemlich am Boden geblieben. Die Leute erkennen mich zwar immer häufiger, aber das freut mich und ich geben auch gerne Autogramme. Das Medieninteresse ist stark gestiegen und in Polen wird natürlich sehr viel über mich geschrieben. Ich denke eigentlich gar nicht daran, dass ich ein Star sein könnte. Für mich ist das ‚ No Big Deal’ (lacht).“

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