Toni Huemer

03.12.2012
15:53

Werner Kuhn gibt nicht auf

von Toni Huemer

Rapids General Manager knickt nicht ein, übt aber leise Selbstkritik.

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  • Es hat ein Weilchen gedauert. Vergangenen Freitag war es dann so weit - in der Geschäftsstelle des SK Rapid. Werner Kuhn nahm sich für die am Dienstag erscheinende SportWoche 90 Minuten Zeit. Gesprächsstoff gab es genug. Fan-Transparente, die seinen Rauswurf fordern, wüste Abrechnungen im Internet, Beschimpfungen in den Foren, die Rapid-Seele dampft. Ohne zu viel verraten zu wollen: Rapids General Manager verspürt keine Lust das grünweiße Handtuch zu werfen.

    "Ich habe in den vergangenen Wochen nie ans Aufgeben gedacht." Und der 58-Jährige tut es auch weiter nicht. "Ich arbeite gerne und mit aller Kraft für Rapid, jetzt und in Zukunft!" Sieht so aus als ob sich Kuhn in einem Jahr beim neu zu wählenden Präsidenten um eine neue Amtszeit bewerben wird. Seinen Feinden, man muss sie wohl als solche bezeichnen, dreht sich angesichts dieser Perspektive wohl die Magengrube um. Das Traurige an der jüngsten Diskussion ist die Tatsache, dass Fakten schon lange keine Chance haben.

    Dass Rapid abgesehen vom Werksklub Red Bull das höchste Sponsorenaufkommen hat? Egal! Dass Rapid mehr Punkte auf dem Konto hat als vor einem Jahr und als einziger Klub in der Europa League steht? Noch viel egaler! Konstruktive Kritik? Interessiert doch niemand! Offensichtlich will man Köpfe rollen sehen. In der Diskussion um seine Person muss sich Kuhn allerdings einen Vorwurf gefallen lassen: Seine Kritiker konnten auch deshalb nach Belieben agieren, weil ihr Angriffsziel für viele nicht greifbar war.

    Was macht Werner Kuhn? Welche Projekt treibt er gerade voran? Er blieb stets der Mann im Hintergrund. Bei aller Liebe für strategisches Strippenziehen: Ein General Manager Rapids muss greifbarer, präsenter sein. In diesem Punkt zeigte Werner Kuhn Einsicht. "Vielleicht waren wir zu leise." Meine Einschätzung: ganz bestimmt sogar. Mehr dazu in der neuen SportWoche.

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