Tom Hofer

27.02.2012
16:13

Klagenfurt ist sinnlos

von Tom Hofer

Garics erlebt eine Horrorfahrt, Janko und Pogatetz kommen zu spät.

Wie sinnvoll ist es eigentlich noch, Länderspiele in Klagenfurt auszutragen? Die bittere Wahrheit lautet leider: Gar nicht! ÖFB-Boss Leo Windtner hat den Kärntnern für zukünftige Ambitionen ja schon die Rute ins Fenster gestellt. Auf Dauer sei die mickrige Kapazität von 14.000 Zuschauern einfach zu wenig, nur wenn im angeblich schönsten Stadion Österreichs wieder - wie bei der EURO vor vier Jahren - 30.000 Leute Platz finden, ist Klagenfurt weiter als ÖFB-Gastgeber in der Verlosung.

Gegen Finnland Ende Februar wird der vorhandene Platz reichen, keine Frage. Trotzdem ist Klagenfurt für das einzige Testspiel bis Juni keine gute Wahl. Das liegt schlicht und einfach an der nicht gerade leichten Erreichbarkeit. Marc Janko, immerhin der Kapitän des Teams, traf erst Montag Abend in Kärntens Hauptstadt ein, weil er am Flughafen Frankfurt festsaß. Janko versäumte damit zwei von insgesamt vier Trainingseinheiten. Nicht gerade eine ideale Match-Vorbereitung.

Auch Emanuel Pogatetz (einer von Jankos Vorgänger als Captain), mit Hannover am Sonntag noch im harten Bundesliga-Einsatz in Dortmund, war bis Montagmittag nicht im Teamqurtier am Ufer des Wörthersees. Und Gyuri Garics hätte sich die abenteuerliche Anreise (zusammen mit U19-Teamgoalie Dejan Stojanovic, der weiter nach Slowenien musste) aus Italien mit dem Auto auch erspart, wenn das Finnland-Match zum Beispiel in Wien stattfinden würde.

Eine "Geisterfahrt" sei die Fahrt mit dem Chaffeur von Bologna nach Klagenfurt gewesen, verriet Garics bei der Pressekonferenz. Eine Reifenpanne war mitten auf der Autobahn passiert, sogar ein kompletter Fahrzeugwechsel war in der Folge nötig. Grund: Das Auto hatte keinen Ersatzreifen dabei! Erst morgens um halb fünf Uhr früh trudelte Garics letztlich im Teamhotel ein.

Noch ein Beispiel gefällig, warum sich Klagenfurt nicht unbedingt für weitere Länderspiele empfiehlt: Die Trainingseinheiten am Vormittag hatte Marcel Koller ursprünglich für 10 Uhr angesetzt. Der Neo-Teamchef muss den Beginn aber um eine halbe Stunde nach hinten verlegen. Grund: Der Boden am Trainingsplatz ist gefroren! Willkommen in Fußball-Österreich, Herr Koller!
Hoffentlich war's das in Sachen Pleiten, Pech und Pannen für das ÖFB-Team diese Woche. Für das Stadion in Klagenfurt mit Sicherheit noch nicht.

SPORTMAGAZIN Gold-Edition:


Der Superstar erzählt sein Leben:
packend, berührend, authentisch.

>> Jetzt bestellen

Mehr auf sportnet.at
    Mehr aus dem Web

    Schreiben Sie uns Ihre Meinung Kommentare ()