Veli Kavlak Mittendrin Titelkampf
 

Kavlak: Mittendrin und doch "nur" dabei

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  • 20.04.2012 | 08:20 | (sport10)

    Die Chance auf den großen Triumph ist für Veli Kavlak in der türkischen Süper Lig wohl dahin - dennoch ist er mit Besiktas weiter mittendrin im Titelkampf, Skandale inklusive.

    Nicht einmal ein Jahr ist es her, als Veli Kavlak Rekordmeister Rapid den Rücken kehrte und in die Türkei zu Besiktas Istanbul wechselte. Dort kickte sich der Mittelfeldspieler im Starensemble rund um den Portugiesen Ricardo Quaresma binnen kürzester Zeit in die Stammelf, zählt nun knapp vor dem Ende der Süper-Lig-Saison 2011/12 zu einem echten Leistungsträger im Team von Neo-Trainer Tayfur Havutcu, der erst seit wenigen Tagen im Amt ist.

    Wird er zum Zünglein an der Waage?

    Die Chance auf den Meistertitel ist nach der 0:2-Heimniederlage gegen Galatasaray im ersten Spiel der neu eingeführten Meisterschaftsrunde (nach 34 Spieltagen wird die Punkteanzahl der besten vier Teams halbiert, spielen sich diese den Titel untereinander aus) wohl endgültig dahin, dennoch ist der ÖFB-Teamspieler mit seiner Mannschaft (Ekrem Dag und Tanju Kayhan kommen immer wieder zum Einsatz) gleich in seiner ersten Saison in der "anderen Welt" mittendrin im Kampf um die begehrte Trophäe.

    29 Liga-Spiele bestritt der Österreicher bereits in der laufenden Spielzeit, dazu kommen elf Einsätze in der Europa League, wo erst im Achtelfinale gegen Atletico Madrid Endstation war. Nun geht es in der Süper Lig in die entscheidende Phase, mit Besiktas (28 Punkte) könnte der 23-Jährige im Titelkampf zwischen Galatasaray (42) und Fenerbahce (37) zum Zünglein an der Waage werden. Doch auch für sein Team selbst geht es im Saisonfinish noch um einiges.

    Hüseyin Göcek sorgt für Skandal

    Am Samstag (18.00 Uhr) muss er mit Besiktas auswärts gegen den direkten Konkurrenten Trabzonspor (ebenfalls 28 Zähler) ran, braucht mindestens einen Punkt um den dritten Gesamtrang nicht aus den Augen zu verlieren. Dieser berechtigt direkt zur Teilnahme an der Europa League, der Viertplatzierte muss den Weg über ein weiteres Qualfikationsspiel gehen. Diesen will sich Besiktas ersparen, so auch bei den Fans für Wiedergutmachung sorgen.


    Beim Spiel gegen Galatasaray hätten diese beinahe für einen Eklat gesorgt. Schiedsrichter Hüseyin Göcek sorgte im Duell der beiden Traditionsteams gleich mehrfach mit rätselhaften Pfiffen für Aufruhr - Pfiffe, die am Ende fast zu einem Spielabbruch geführt hätten. Vereinzelte Zuschauer versuchten knapp vor dem Spielende den Platz zu stürmen, die ohnehin schon angeheizte Situation im Stadion drohte zu eskalieren. Nur massiver Einsatz der Polizei konnte Schlimmeres verhindern.

    Platzsturm nur mit Mühe verhindert

    Das Interessante: Kaum ein türkisches Medium kritisierte nach Spielende die randalierenden Besiktas-Fans, viel mehr kritisierte man die "skandalöse Leistung" des Schiedsrichters, sprach von "verständlicherweise angefressenen Zuschauern". Den Vogel schoss nur wenige Stunden danach dann aber der türkische Zentralverband der Schiedsrichter ab. Wie bekannt wurde, soll Göcek früher aktives Mitglied und Spieler von Galatasaray gewesen sein - als Basketballspieler.

    Über die zahlreichen Social-Media-Netzwerke verbreitete sich diese Meldung inklusive einem Foto des kritisieren Mannes wie ein Lauffeuer, sorgte in der Türkei in den vergangenen Tagen für heftige Diskussionen. Ein womöglich folgenschwerer Patzer des Zentralverbands, der mit dieser Aktion wieder Wind in den Manipulationsskandal der türkischen Liga geblasen hat. Der Verband wird nun gut daran tun, Göcek von weiteren Partien in der Meisterschaftsrunde zurückzuziehen.

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