David Alaba muss Zentrum
 

ÖFB: David Alaba muss ins Zentrum

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  • 19.04.2012 | 10:39 | (sport10)

    Nur auf sport10.at: Die "4er-Kette", die exklusive Kolumne aus der Feder von Ex-Profi Marcel Ketelaer. Heute: Wer soll im ÖFB-Team Linksverteidiger spielen?

    David Alaba hat gegen Real Madrid neuerlich eine Talentprobe abgeliefert. Er hat am Dienstag Angel di Maria und Cristiano Ronaldo in Schach gehalten. Durch seine konstant guten Leistungen bei den Bayern hat sich der 19-Jährige einen Namen gemacht und wurde zuletzt zurecht mit Lob überschüttet.

    Ich bin der Meinung, dass Alaba in die Fußstapfen eines Andreas Herzog treten kann. Von der Art her sind sie ähnlich. Beide sind keine Selbstdarsteller, beide sind echte Teamplayer und beide sind bzw. waren hervorragende Fußballer.

    Die starken Leistungen von Alaba könnten ein Problem für die Nationalmannschaft ergeben. Warum? Alaba zählt definitiv zu den besten linken Außenverteidigern in der deutschen Bundesliga. Doch da gehört auch ein weiterer Österreicher dazu: Christian Fuchs weiß bei Schalke 04 Woche für Woche zu überzeugen.

    Das Fuchs-Problem

    Vor allem für das Offensivspiel der Schalker ist Fuchs ein wichtiger Bestandteil. 14 Treffer hat er schon vorbereitet, hinzu kommen vier geschossene Tore. Ein hervorragender Schnitt für einen linken Außenverteidiger. Vor allem Klaas-Jan Huntelaar profitiert von den präzisen Hereingaben des Österreichers. Nicht wenige seiner 24 Saisontreffer hat der Niederländer nach Vorarbeit von Fuchs erzielt.

    Doch Fuchs hat in der Defensive ein großes Problem. Er steht zu weit außen, bekommt die Bälle immer innen vorbeigespielt. Dadurch macht er sich das Leben bei seiner Defensivarbeit oft schwer. Bei Schalke fällt das nicht so ins Gewicht, denn sie stehen sehr hoch, lassen sich nur selten hinten hineindrängen. Ganz im Gegenteil zur österreichischen Nationalmannschaft, die tiefer verteidigen muss, weil sie meist auf spielerisch stärkere Gegner trifft.

    Nichtsdestotrotz ist Fuchs für mich in der Nationalmannschaft links in der Defensive gesetzt. Da hat er in den vergangenen Jahren immer gespielt und auch hervorragende Leistungen abgerufen. Alaba muss dort im Zentrum spielen. Er ist im Zentrum für die Nationalmannschaft einfach zu wichtig. Marcel Koller kann auf ihn einfach nicht verzichten.

    Alaba hat bei Bayern in der Jugend im Zentrum gespielt und auch bei den Profis, wenn er eingewechselt wurde, hat er des öfteren diese Position bekleidet. Bei den Bayern wurde der 19-jährige Österreicher ja nur deswegen als Linksverteidiger aufgestellt, weil sie keinen anderen Spieler hatten und weil Arjen Robben auf rechts zurzeit nur mit Philipp Lahm harmoniert. Links merkt man, dass sich Alaba und Ribery hervorragend verstehen.

    Alaba wandelt auf Salihamidzic' Spuren

    Alaba könnte bei Bayern einer wie Hasan Salihamidzic werden. Also ein echter Allrounder. Salihamidzic wurde von Ottmar Hitzfeld überall da hingestellt, wo er einen brauchte. Dass du so universell einsatzbar bist, ist vielleicht nicht immer gut, aber es muss jetzt auch nicht unbedingt ein Nachteil sein.

    Doch noch einmal zum Nationalteam: Alaba hat herausragende fußballerische Fähigkeiten, die im zentralen Mittelfeld viel besser zur Geltung kommen als links außen. Er und Julian Baumgartlinger sind im Moment das einzige Pärchen, das im Nationalteam im zentralen Mittelfeld in Frage kommt.

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    Marcel Ketelaer mischte zehn Jahre lang die deutsche Bundesliga auf und spielte in Österreich unter anderem für Rapid, Pasching und Austria Kärnten. Damals benutzte er sein fußballerisches Rüstzeug, um den jeweiligen Gegner auseinanderzunehmen. Heute verwendet er dazu Papier und Stift. Seine taktischen Analysen der Bundesliga-Sonntagspartie lesen Sie exklusiv nur auf sport10.at!

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