einem Wechsel beschaeftige mich
 

Dragovic: "Barca? Ich bin Realist"

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  • 12.04.2012 | 08:04 | (sport10)

    Basel-Verteidiger Aleksandar Dragovic im Gespräch mit sport10.at. Warum er einen Wechsel nicht überstürzen wird, er Realist und kein Träumer ist und was Basel so erfolgreich macht.

    Im Jänner 2011 verließ Aleksandar Dragovic die Wiener Austria in Richtung Basel. Viele sahen seinen Wechsel als kritisch an, weil sie sich von dem Verteidiger einen Transfer in eine Topliga erwartet hatten. Nach einem Jahr stellte sich heraus, Dragovic hat alles richtig gemacht. Nach dem Meistertitel im Vorjahr könnte der 21-Jährige mit dem Schweizer Topklub heuer sogar das Double gewinnen.

    Doch nicht nur das: Durch seine konstant guten Leistungen mit dem FCB in der Champions League hat sich "Drago" auf den Wunschzettel einiger europäischer Topklubs gespielt. FC Barcelona, Arsenal, Inter Mailand, Borussia Dortmund oder Olympique Marseille sollen interessiert sein.

    sport10.at: Aleks, nach 27 Runden führt ihr die Tabelle mit 17 Punkten Vorsprung auf Luzern an. Der Meistertitel ist euch so gut wie sicher.

    Aleksandar Dragovic: Wenn wir nicht Meister werden, muss jeder Fußballer vom FC Basel aufhören, Fußball zu spielen. Es sind noch 21 Punkte zu vergeben, da müssen 17 Punkte einfach reichen. Es muss viel passieren, dass wir nicht Meister werden.

    Auch im Cup steht ihr im Halbfinale, da geht es am kommenden Sonntag gegen den FC Winterthur, einen Zweitligisten. Das Ziel kann wohl nur das Double sein.

    Das muss unser Ziel sein, ganz klar. Wir wollen unser Jahr mit dem Meistertitel und dem Cup-Sieg krönen. Ich glaube, es ist dann überhaupt die erfolgreichste Saison des FC Basel, die es je gegeben hat. Wir sind nach 27 Runden so gut wie Meister, können den Cup gewinnen. Aber wir dürfen unseren Gegner im Cup-Halbfinale, nicht unterschätzen. Wir wissen, worum es geht. Wir müssen und wollen ins Finale kommen.

    Du kannst schon jetzt auf eine sehr erfolgreiche Saison zurückblicken. Denn in der Champions League habt ihr sensationell das Achtelfinale erreicht, in der Gruppenphase sogar Manchester United ausgeschaltet. Macht dich das bisher Erreichte stolz?

    Ja, ich bin schon sehr zufrieden. Aber ich muss sagen, ich bin noch immer ein bisschen enttäuscht, dass wir in München 0:7 verloren haben. Das darf einfach nicht passieren. Man darf ja nicht vergessen, wir haben das Heimspiel 1:0 gewonnen. Aber das Jahr war sehr erfolgreich. Ich habe auch einige Dinge gelernt. Ich darf mein Maul nicht immer so voll nehmen, muss am Boden bleiben und erst reden, wenn alles fixiert ist.

    Ich darf mein Maul nicht immer so voll nehmen, muss am Boden bleiben und erst reden, wenn alles fixiert ist.

    Du sprichst gerade deinen Sager gegen Mario Gomez an. War das noch ein Thema für dich?

    Ich habe ihm nach dem Spiel gratuliert zu seinen vier Toren. Wie ich schon gesagt habe, ich habe daraus gelernt. Jetzt schauen wir, was die Bayern im Halbfinale gegen Real machen. Ich hoffe das Beste für Gomez und natürlich vor allem für Alaba. Wir werden sehen, was sie da machen.

    Du bist vor einem Jahr von Wien nach Basel übersiedelt. Wo liegt der größte Unterschied zwischen der Austria und dem FCB?

    In Basel wird professioneller gearbeitet. Wir haben wir einen eigenen Mann, der Videos macht und auch das Training filmt. Danach folgt das Videostudium. Das sind jetzt vielleicht kleinere Details, die aber den Ausschlag geben können, dass wir erfolgreicher sind als Austria Wien. Wenn man sich anschaut, früher habe ich mit einem Milenko Acimovic gespielt, er ist für mich der beste Fußballer, den ich kennengelernt habe. So einen Techniker haben wir in Basel nicht. Aber wenn man unseren Spielaufbau sieht, dann merkt man, was sich der Trainer denkt, wie wir den Gegner am besten ausspielen können. Da sind wir in Österreich sicher etwas hinten nach.

    Die österreichische Liga wird ja immer wieder mit jener in der Schweiz verglichen. Würdest du sagen, ist das Niveau in der Schweiz allgemein etwas höher?

    Es ist anders. In der Schweiz wird viel mehr Wert auf die Offensive gelegt, da will man den Zuschauern etwas mehr bieten, als in Österreich. Dieses Jahr ist jetzt wahrscheinlich nicht das beste in der österreichischen Bundesliga. Aber das ist jetzt nur ein Jahr, es kann schon bald wieder anders ausschauen. Ich bin mir aber sicher, dass wir mit Basel in Österreich Meister werden würden.

    In der Schweiz wird viel mehr Wert auf die Offensive gelegt, da will man den Zuschauern etwas mehr bieten, als in Österreich.

    Viele haben bei deinem Wechsel gemeint, warum geht der nach Basel, da kann er gleich in Österreich bleiben. Fühlst du dich bestätigt?

    Die das gesagt haben, haben meiner Meinung nach keine Ahnung von Fußball. Ich habe immer gewusst, ich muss Schritt für Schritt machen. Ich wusste, dass ich mit Basel international spielen kann und auch realistische Chancen habe, dass ich zum Einsatz komme. Mir hätte es nichts gebracht, wenn ich zu Real Madrid gewechselt und fünfter Verteidiger gewesen wäre. Da muss man schon abwiegen. Natürlich ist es eine kleine Genugtuung, dass es jetzt so gut geklappt hat. Im Endeffekt schaue ich aber auf mich, jeder kann seine Meinung haben und hat ein Recht, etwas zu sagen.

    Mir hätte es nichts gebracht, wenn ich zu Real Madrid gewechselt und fünfter Verteidiger gewesen wäre.

    Thorsten Fink hat dich nach Basel geholt, jetzt ist Heiko Vogel euer Trainer. Was hat sich für euch verändert?

    Ich bin sehr froh, dass man Heiko Vogel nach Finks Abgang genommen hat. Wir kannten ihn und er kannte uns. Wir haben sehr viel Spaß mit ihm, er weiß, wie er mit uns umgehen muss. In der Taktik hat er ein bisschen etwas verändert, das ist aber ganz normal, denn schließlich hat jeder Trainer seine eigene Philosophie, seine eigene Art und Weise, wie er spielen will. Im Endeffekt ist alles gleich geblieben. Ich will jetzt aber nicht sagen, der oder der ist besser. Fink hat ja auch das Double geholt. Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich beide erleben durfte.

    Hast du eigentlich noch Kontakt zu Thorsten Fink, der ja zum HSV gewechselt ist?

    Im Trainingslager haben wir ein paar Worte mit ihm gewechselt, aber sonst eigentlich nicht. Er hat ja mit dem HSV genug zu tun. Er muss auf seine Mannschaft schauen.

    Warum ein Wechsel für Aleksandar Dragovic wohl überlegt sein will, ein Wechsel Barcelona fast unmöglich ist und Marcel Koller der richtige ist, lesen Sie auf der nächsten Seite!

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