Spendlhofer
 

Spendlhofer: Sein Coach soll Inter retten

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  • 27.03.2012 | 13:28 | (sport10)

    Mit Andrea Stramaccioni übernimmt ein No-Name das Trainer-Amt bei Inter Mailand. Ein junger Österreicher überzeugte sich zuletzt hautnah von seinen Qualitäten und gewährt bei sport10.at Einblick.

    Zwei Tage ist es her, seit Andrea Stramaccioni und der 18-jährige Niederösterreicher Lukas Spendlhofer gemeinsam den bislang größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere feierten. Mit dem Sieg bei den "NextGen Series", quasi der Nachwuchs-Champions-League, sorgte Inter Mailands Primavera erst am Sonntag für Schlagzeilen.

    "Dieser Erfolg geht über den Klub-Level hinaus, ist für ganz Italien wichtig", verkündete Stramaccioni im Anschluss an den dramatischen Finalsieg über Ajax Amsterdam. Für die Partie, die im Leyton-Orient-Stadion ausgetragen wurde, reiste Inter-Präsident Massimo Moratti eigens nach London, ließ sich dafür sogar den Serie-A-Hit zwischen Juventus und Inter (2:0) entgehen, welcher Claudio Ranieri letztlich den Job gekostet hat.

    Stramaccioni: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

    Für Spendlhofer, der zum Stammspieler in der Innenverteidigung von Inter B avancierte, kam die Ernennung von Stramaccioni zum Chefcoach nicht aus heiterem Himmel. "Die erste Mannschaft hat ihre Talfahrt fortgesetzt und er sich durch unseren Erfolg angeboten", so der 18-Jährige, der zunächst ein Gefühl der Traurigkeit verspürte.

    "Ich mag ihn sehr, er verfügt über eine gute Menschenführung. Als es mir ein Freund per SMS mitgeteilt hat, fand ich es schade, dass er nicht mehr unser Trainer ist. Aber eigentlich ist es für die jungen Spieler ein gute Möglichkeit", hofft Spendlhofer, der von Stramaccioni zum Verteidiger umfunktioniert wurde und ein hohes Standing beim 36-Jährigen genießt.

    Internationaler Startplatz, dann Jugendwelle?

    Zurzeit liegt Inter nur auf Rang neun. "Der Trainer wird die letzten neun Spieltage versuchen, noch irgendwie einen Europa-League-Platz zu erreichen. Viele Junge wird er da nicht einsetzen können", so der ÖFB-U19-Teamspieler, der am Mittwoch auf die Slowakei trifft. "Aber sofern er erfolgreich ist und über den Sommer hinaus bleiben darf, steigt die Chance sicher."

    Stramaccioni, der erst im Vorjahr zu Inter wechselte und zuvor sechs Jahre lang diverse Nachwuchs-Auswahlen beim AS Rom betreute, hat Inters Primavera auch dank  seiner taktischen Kenntnisse zu jüngsten Erfolgen verholfen. Nicht umsonst bekam er im Sommer das Angebot, Italiens U17 zu trainieren. 

    "Er ist ein sehr italienischer Trainer, der viel taktiert. Aber er wollte auch immer, dass wir spielen. Er ist für sein Alter ein sehr raffinierter Mann, hat beispielsweise immer wieder Tricks bei Standard-Situationen einstudieren lassen."



    Neben Stramaccioni gibt es in der Serie A mit Catanias Vincenzo Montella nur einen Coach, der jünger als 40 ist. Auf dessen Team trifft Inter auch am Sonntag im richtungsweisenden Duell um einen internationalen Startplatz. Spendlhofer: "Ich wünsche dem Trainer, dass er schnell Erfolg hat. Die älteren Spieler werden ihn sicher respektieren. Aber die Medienlandschaft könnte zum Problem werden, schließlich kommt er aus dem Nichts.“

    In Italiens Gazetten wird spekuliert, dass Inters Kader (mit 28,7 Jahren drittältester der Liga) demnächst Frischzellenkur erhält. "Die Mannschaft hat sich im Vergleich zu 2010, als man die Champions League gewonnen hat, kaum verändert. Sie kann also nicht so schlecht sein. Aber Stramaccioni kann gut mit jungen Spielern, Moratti weiß das."

    Der Präsident habe auch bei sportlichen Angelegenheiten ein Wörtchen mitzureden. "Mit der Umstellung wird sicher auch erwartet, dass ein jüngerer Weg eingeschlagen wird."

    Villas-Boas könnte Stramaccioni folgen

    Das beweist auch die Tatsache, dass ab der kommenden Saison ein Mann das Zepter schwingen könnte, der noch jünger ist als Stramaccioni. Andre Villas-Boas, 34 und zuletzt bei Porto und Chelsea unter Vertrag gestanden, gilt als Morattis Wunschkandidat. Auch "AVB" präferiert die Arbeit mit jüngeren Spielern, hätte damit bei Inter aber noch mehr Arbeit als zuletzt bei Chelsea.

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