Guendogan vergessene Matchwinner
 

Gündogan: Der vergessene Matchwinner

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  • 21.03.2012 | 13:53 | (sport10)

    Zunächst schoss er seine Mannschaft in der letzten Minute der Verlängerung ins Finale des DFB-Pokals, wenig später wurde Ilkay Gündogan von seinen Mannschaftskollegen im Stadion vergessen.

    Es war alles, nur ganz bestimmt kein gewöhnliches Duell, das sich Zweitligist Greuther Fürth und Tabellenführer Borussia Dortmund am Dienstagabend im Halbfinale des DFB-Pokals lieferten. Nachdem der krasse Außenseiter über 119 Minuten fantastisch mitgehalten hatte, über weite Teile der Partie sogar mehr als nur ebenbürtig war, kam es wenige Minuten vor Ende der zweiten Hälfte der Verlängerung zu einem Ende, das an Dramatik kaum zu überbieten war.

    Kuriositäten wie Sand am Meer

    Als alle nur noch auf das Elfmeterschießen warteten, nahm sich Ilkay Gündogan an der Strafraumgrenze ein Herz und durfte wenige Augenblicke später den alles entscheidenden Siegtreffer zum 1:0 bejubeln. Der Ball ging an die Stange, von dieser auf den Rücken von Goalie Jasmin Fejzic und von diesem wiederum ins Netz. Besonders bitter aus Sicht von Greuther Fürth. Es handelte sich dabei nicht nur um die letzte Aktion des Spiels, sondern auch um ein echtes "Wechsel-Drama".

    Fejzic war erst wenige Sekunden davor für Stammgoalie Max Grün eingewechselt worden. Der Grund? Fejzic hält im Training nahezu jeden Elfmeter, ist zudem ein sicherer Schütze. Eine taktische Maßnahme, die sich am Ende rächen sollte, Ilkay Gündogan zum umjubelten Nutznießer machte. Der war im Pressebereich des Stadions nach dem Schlusspfiff natürlich Thema Nummer eins, musste einen wahren Interview-Marathon hinter sich bringen.

    "Das muss doch jemandem auffallen"

    Und genau das sollte dem Matchwinner zu später Stunde noch zum Verhängnis werden. Denn als der 21-Jährige sämtliche Interviews erledigt hatte und mit seinem Koffer in Richtung Mannschaftsbus spazierte, musste er feststellen, dass dieser gar nicht mehr da war. Weder Trainer Jürgen Klopp noch einer der Mannschaftskollegen bemerkte das Fehlen des Siegtorschützen und so machten sich die Schwarz-Gelben auf den Weg - ohne Gündogan.

    "Das muss doch irgendjemandem auffallen, kann doch nicht wahr sein", beschwerte sich dieser verdutzt und wurde wenig später doch noch erhört. Nach rund zehn Minuten kehrte der Dortmunder Mannschaftsbus ins Stadion zurück - nach einigen Minuten hatte man bemerkt, dass man ausgerechnet den wichtigsten Mann des Abends vergessen hatte. Als dieser mit etwas Verspätung dann doch noch in den Bus einsteigen durfte, gab es zum zweiten Mal binnen kürzester Zeit "Standing Ovations" - diesmal von den Teamkollegen.

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