Aage Fjortoft
 
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Fjörtoft: "Was Hoeneß sagt, ist Blödsinn"

Im sport10.at-Interview spricht Jan Aage Fjörtoft über David Alaba, Pep Guardiola und verrät, wieso er über Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß lachen muss.

18.02.2013 | 13:51 | (sport10)

Ein Interview-Termin via Twitter statt per Telefon arrangieren - das gibt es wohl nur bei Jan Aage Fjörtoft. Der Norweger spielte in der österreichischen und Deutschen Bundesliga, der englischen Premier League und hat 71 Länderspiele auf dem Buckel. Seinen ersten Profivertrag gab ihm Hans Krankl bei Rapid. "Krankl, Held und Freund", lernte ihm "die Kunst des Toreschießens", wie der passionierte Twitter-User unlängst zwitscherte.

Nach einem Engagement als Sportdirektor bei Lilleström ist Fjörtoft nun Sky-Experte. Der charismatische Ex-Rapidler nahm sich für sport10.at Zeit und beantwortete Fragen quer durch Fußball-Europa. Jan Aage Fjörtoft über David Alaba, Valon Berisha, Pep Guardiola, die Premier League und warum er Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß "einfach lustig" findet.

sport10.at: Jan, verfolgst du noch die österreichische Bundesliga?

Jan Aage Fjörtoft: Nur ein wenig. Ich schaue mir Ergebnisse und die Tabelle an. Rapid habe ich auch noch am Radar. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Austria und Rapid gegen Red Bull Salzburg kämpfen. Man hat aber auch in der Europa League gesehen, wo man im internationalen Vergleich steht.

Vor drei Jahren habe ich mit Rapid über ein Engamgement diskutiert. Was sie sich vorgestellt haben, hat aber nicht mit meiner Erwartungshaltung übereingestimmt.

War es für dich eine Option, Rapid-Sportdirektor zu werden?

Nein, überhaupt nicht. Ich will nicht Sportdirektor werden. Vor drei Jahren habe ich mit Rapid über ein Engagement diskutiert. Was sie sich vorgestellt haben, hat aber nicht mit meiner Erwartungshaltung übereingestimmt.

In einem Bereich bist du Bundesliga-Insider: Was sagst du als Norweger zu den Salzburgern Valon Berisha und Havard Nielsen?

Beide sind Hoffnungsträger für die norwegische Nationalmannschaft. Wir haben eine neue Generation von Fußballern und beide sind Teil dieser. Berisha und Nielsen sind knapp davor, Fixstarter der Nationalmannschaft zu sein. Sie haben den richtigen Schritt nach Salzburg gemacht und es hängt nur von ihnen ab, wann der nächste kommt.

Die Einstellung stimmt bei beiden. Wohin es jetzt geht - ob das die Deutsche Bundesliga oder eine andere Topliga ist - weiß ich nicht. Aber sie passen momentan sehr gut in das Konzept von Ralf Rangnick, der auf junge Spieler bauen will.

Berisha und Nielsen sind knapp davor, Fixstarter der Nationalmannschaft zu sein. Sie haben den richtigen Schritt nach Salzburg gemacht und es hängt nur von ihnen ab, wann der nächste kommt.

Auch die österreichischen Legionäre in der Deutschen Bundesliga machen Hoffnung.

Ich bin wirklich beeindruckt. Vor allem von der Anzahl. Das kann die Nationalmannschaft nur gut machen. Man bekommt einen sehr guten Stamm von Spielern, die mir sehr gut gefallen. Diese Qualifikation kommt aber zu früh, die Gegner sind stark. Ich versuche in den Sendungen die österreichischen Fußballer zu highlighten, weil ich zum österreichischen Fußball eine sehr enge Beziehung habe.

In Zukunft kann man also mit Teilerfolgen rechnen?

Ja. Aber das hängt auch sehr stark von den zukünftigen Auslosungen ab. Bei der nächsten Europameisterschaft sind mehr Mannschaften vertreten.

David Alaba ist für dich der beste Linksverteidiger der Welt. Was macht er besser als andere?

Er versteht sich auf der linken Seite sehr gut mit Ribery, spielt sehr offensiv und will immer nach vorne. Offensiv ist er zu 100 Prozent der beste. Ich habe versucht, am Samstag letzte Woche seine ärgste Konkurrenz auszumachen. In England gibt es Ashley Cole und Leighton Baines von Everton. Bei Real hat man Marcelo. Das war es dann.

Ich habe versucht Alabas ärgste Konkurrenz auszumachen. In England gibt es Cole und Baines von Everton. Bei Real hat man Marcelo. Das war es dann.

Jordi Alba?

Ja, er vielleicht auch. Aber David Alaba hat diese positive Einstellung zum Spiel. Man freut sich, ihn zu sehen. Ich werde von Engländern oft gefragt, ob er Deutscher ist. Und ich sage dann, dass er Österreicher ist, aber bei Deutschland Stammspieler wäre.

Die Deutsche Bundesliga erlebt einen Boom. Englische Fußballfans schwärmen von ihr, Pep Guardiola entscheidet sich für Bayern. Wie ist dieser Aufschwung begründbar?

Die finanzielle Situation in Europa ändert mehr an den Strukturen, als das Financial Fair Play. In zwei, drei Jahren wird es nur zwei große Ligen geben. Deutschland und England. Man kann die beiden Ligen ganz gut vergleichen. Die internationalen Beziehungen nach Asien oder Amerika sind der große Pluspunkt für England.

Guardiola kommt, aber der Markt ändert sich nicht. Weil Guardiola bei Bayern ist, haben Chelsea und Manchester City nicht weniger Geld.

Aber Guardiola wird Deutschland international besser machen. Die Engländer müssen aufpassen, wie sie mit den Fans umgehen. Bei Arsenal ist das billigste Ticket teurer, als das teuerste bei Dortmund. In England besteht der Vorteil, dass ein Verein gekauft werden kann. Das ist in Deutschland nicht möglich. Für die Bundesliga wäre es wichtig, wenn sich ein Superstar für ihre Liga entscheidet. Das wäre womöglich der Durchbruch.

Lesen Sie auf Seite zwei, ob Guardiola Stars zu den Bayern holen kann, warum Bastian Schweinsteiger schwächer geworden ist und wieso Uli Hoeneß "Blödsinn" spricht.

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