Strebinger profitiere Arnautovic
 
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Strebinger: "Ich profitiere von Arnautovic"

U21-Tormann Richard Strebinger spricht im sport10.at-Interview über seinen großen Schritt nach Deutschland, warum es bei Hertha nichts wurde und seine Träume bei Werder Bremen.

08.02.2013 | 08:20 | (sport10)

Mit gerade einmal 15 Jahren packte Richard Strebinger seine Sachen und verließ Österreich in Richtung Deutschland. Der mittlerweile 19-Jährige steht momentan bei Werder Bremen unter Vertrag und fiebert sehnsüchtig seinem ersten Bundesliga-Einsatz bei den Norddeutschen entgegen.

Im sport10.at-Interview spricht der U21-Goalie über seinen großen Schritt ins Ausland, warum er Hertha BSC den Rücken kehrte und seine Zukunftspläne.

sport10.at: Seit 2012 stehst du bei Bremen unter Vertrag. Wie fällt deine bisherige Bilanz aus?

Richard Strebinger: Die fällt sehr positiv aus. Ich habe in der zweiten Mannschaft von Bremen bereits einiges an Erfahrung sammeln können. Mittlerweile stand ich schon bei fünf Bundesliga-Spielen im Kader und konnte von der Bank aus Bundesliga-Luft schnuppern, gleiches gilt für die Testspiele im Sommer und Winter, wo ich immer wieder in der ersten Mannschaft ran darf. Alles in allem kann ich damit sehr zufrieden sein.

Heuer gab es leider noch keinen Einsatz für dich. Wie lautet deine Einschätzung, bis du zum Debüt kommst?

Das kann man jetzt natürlich schwer voraussagen. Es kann immer etwas unvorhergesehenes passieren. Wenn Stammtorwart Sebastian Mielitz einmal ausfallen sollte, kann es natürlich sein, dass ich mein Debüt geben darf. Ich muss weiter Gas geben, mich anbieten und dann wird man eh sehen, was sich ergibt. Ich bin auf jeden Fall bereit.

Zuvor warst du bei Hertha unter Vertrag. Wieso bist du nicht in Berlin geblieben?

Leider war es beim Verein damals sehr schwer, weil sich alles immer so herausgezögert hatte, gerade in der letzte Saison, wo man nicht wusste, ob man den Klassenerhalt schaffen würde oder nicht. Die Vertragsgespräche waren für Februar oder März angelegt und keiner wusste genau, wie es weiter gehen würde. Zu jenem Zeitpunkt war das Interesse von Werder Bremen an mir sehr groß. Deren Konzept hat mich angesprochen, alles hat super gepasst. Außerdem gelten sie als bis heute als gute Adresse, speziell für jüngere Spieler.

Hattest du damals auch noch andere Angebote, außer jenes von Bremen?

Ja, es hatte einige weitere Angebote aus der ersten und zweiten deutschen Bundesliga gegeben.

Ich bereue keinen meiner Karriereschritte und würde alles genauso wieder machen.

Im Sommer 2008 bist du von der Akademie St Pölten nach Deutschland gewechselt. Warum bist du diesen Schritt schon so früh gegangen?

Zu der Zeit wollte ich unbedingt Verein wechseln. In der Akademie herrschte das Prinzip der Rotation. Sprich, die Torhüter wechselten sich ab, egal wie gut oder schlecht man spielte. Ich bin aber der Meinung, dass man den besseren Spieler oder Torwart bevorzugen sollte. Dann kam ein Freund meines Vaters, der in Österreich als Spielerberater tätig ist, auf mich zu. Ich wurde gefragt, ob für mich der Gang ins Ausland in Frage käme, daran hatte ich damals nicht gedacht. Anschließend durfte ich ein Probetraining bei Hertha Berlin und den Blackburn Rovers absolvieren. Schließlich wollten mich beide Klubs unter Vertrag nehmen und ich habe mich dann für Deutschland entschieden.

Gibt es Dinge, die du aus jetziger Sicht anders gemacht hättest?

Nein! Ich bereue keinen meiner Karriereschritte und würde alles genauso wieder machen.

Wieso hast du es nicht vorerst bei einem Klub in Österreich versucht - gab es keine Angebote?

Oh doch, die gab es. Ich hatte mit einigen Teams aus der Bundesliga Kontakt. Auch jetzt bekomme ich noch einige Anfragen, aber ich denke, dass das bei einem jungen Nationalspieler normal ist.

Immer mehr heimische Kicker ziehen es vor, so früh wie möglich ins Ausland zu gehen. Kannst du das nachempfinden?

Ob das ein Vorteil ist oder nicht muss jeder für sich selber wissen. Es ist nicht einfach, mit 15 Jahren seine Familie und Freunde zurückzulassen und ins Ausland zu gehen. Ich glaube aber, dass man auch von Österreich aus gute Chancen hat, wie viele Beispiele belegen.

Mit Marko Arnautovic, Zlatko Junuzovic und Sebastian Prödl spielen drei weitere Austro-Kicker bei Bremen. Wie ist dein Verhältnis zu ihnen und der Mannschaft?

Das Klima bei Bremen ist allgemein sehr gut, natürlich auch jenes unter uns Österreichern. Mit Sebastian Prödl war ich auch schon essen. Natürlich bereitet unser österreichischer Dialekt oftmals Probleme bei der Vertständigung, aber sowas gehört dazu. Ich profitiere vor allem im Training enorm von gestandenen Spielern wie Clemens Fritz, Eljero Elia oder Marko Arnautovic.

Ich profitiere vor allem im Training enorm von gestandenen Spielern wie Clemens Fritz, Eljero Elia oder Marko Arnautovic.

Wo siehst du dich in ein paar Jahren?

Erstmals möchte ich mich bei Bremen durchsetzen und die Nummer eins werden. Natürlich will ich auch früher oder später einmal für Österreich im Nationalteam spielen können. Aber das ist alles Zukunftsmusik, einen konkreten Plan habe ich noch nicht. Allerdings wäre es natürlich mein Traum, irgendwann einmal in der Champions League zu spielen. Mit Bremen bin ich ja auch bei einem Verein, der dazu in der Lage ist.

Ein Abstecher zum Nationalteam: Mit der U21 startest du heuer in die EM-Quali. Wie siehst du eure Chancen auf den Aufstieg?

Mit Spanien haben wir einen der schwersten Gegner in der Gruppe, aber die sind auch nur Menschen. Gerade die anderen Mannschaften sind sicher schlagbar, sofern wir unsere Pflichtaufgaben erfüllen. Es kommen ja auch die besten Zweitplatzierten weiter, daher stehen unsere Chancen ganz gut.

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