Somen Tchoyi
 
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Tchoyi: Neustart für den Ex-Salzburg-Star

Er verzückte die Fans in Österreich, brachte Gegner und Verantwortliche zum Verzweifeln. Nun kämpft Somen Tchoyi um die vielleicht schon letzte Chance.

01.02.2013 | 14:54 | (sport10)

"We had joy, we had fun, we had seasons in the sun!" Salzburg-Fans werden sich an den Klassiker von Terry Jacks noch gut erinnern können. Insgesamt zehn Mal erklang der Song aus dem Jahr 1974 in der "Bullen-Arena". Nämlich jedes Mal, wenn Somen Tchoyi zwischen 2008 und 2010 zum Jubeln abdrehte.

Unvergessen sind vor allem seine beiden Tore in der legendären Europa-League-Saison 2009/10 gegen Villarreal und Lazio Rom. Gerade gegen die Italiener zeigte der Kameruner, welch' großes Potenzial eigentlich in ihm steckte. Tchoyi tanzte nach einem Sololauf über das halbe Spielfeld noch zwei Abwehrspieler aus und lupfte als Krönung den Ball über Goalie Fernando Muslera zum 2:1-Endstand ins Tor.

"Somen war eine Wundertüte"

"Er konnte in wichtigen Spielen schon etwas Außergewöhnliches leisten. Aber Somen war doch auch eine Wundertüte. Danach hat er sieben Mal schlecht gespielt", sagte der damalige Red-Bull-Sportdirektor, Dietmar Beiersdorfer, über den Edeltechniker. Und der Deutsche hatte damit nicht ganz unrecht.

Tchoyi wirkte oft nur gegen große Gegner richtig motiviert, gegen Kapfenberg oder Mattersburg schlich er meist 90 Minuten lustlos über den Platz. Zudem machte er auch des öfteren durch Undiszipliniertheiten auf sich aufmerksam. "Als Mensch ist er ein richtiger Typ, aber auch sehr schwierig", charakterisierte ihn einmal Ex-RBS-Coach Co Adriaanse.

Kein Durchbruch in England

Dennoch wurde der heute 29-Jährige zu Österreichs Fußballer des Jahres (2010) gewählt. Der anschließende Wechsel in die Premier League um kolportierte drei Millionen Euro war die logische Folge. Allerdings lief es in den zwei Jahren bei West Bromwich eher suboptimal. Tchoyi schaffte es nie zum Stammspieler, ergo auch nie den Durchbruch, weshalb sein Zweijahres-Vertrag auch nicht verlängert wurde.

Ich möchte diese Chance nutzen und der Mannschaft so schnell wie möglich helfen.

Fast ein halbes Jahr war Tchoyi danach vereinslos, ehe in nun der FC Augsburg in die deutsche Bundesliga lotste. "Wir wissen, dass Somen Tchoyi jetzt keinen Spielrhythmus hat, sind aber aufgrund seiner individuellen Qualität überzeugt, dass er schon in der Rückrunde der Saison eine wichtige Alternative in der Offensive werden kann", freut sich Manager Stefan Reuter auf seinen Neuzugang. Auch Tchoyi will in Deutschland zeigen, dass er nichts verlernt hat. "Ich möchte diese Chance nutzen und der Mannschaft so schnell wie möglich helfen." Und vielleicht graben die Fans in der "SGL arena" ja bald den Klassiker von Terry Jacks aus.

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