Beichler
 
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"Ich darf mit anderen Vereinen sprechen"

Daniel Beichler spricht mit sport10.at über die Ausbootung bei der Hertha. Warum die Entscheidung für ihn aus dem Nichts kam und auch Österreich wieder ein Thema ist.

18.01.2013 | 16:47 | (sport10)

Es war kein leichter Herbst für Daniel Beichler (24). Nach der Rückkehr von Ried nach Berlin kämpfte er sich zurück in die erste Mannschaft der Hertha, um dann immer wieder von hartnäckigen Verletzungen aus der Bahn geworfen zu werden. Die Verantwortlichen des Vereins aus der deutschen Hauptstadt haben offensichtlich keine Geduld mehr mit dem Österreicher. Er fand keinen Platz im 26 Mann starken Kader für das Trainingslager, seine Zukunft ist offen. Mit sport10.at sprach er über diesen Schlag ins Gesicht.

sport10.at: Daniel, du wurdest du von der Hertha nicht in den 26-Mann-Kader für das Trainingscamp einberufen. Wann hast du davon erfahren?

Daniel Beichler: Es war am dritten Trainingstag im heurigen Jahr, als ich von Manager und Trainer ins Büro gerufen wurde. Dort wurde mir zunächst mitgeteilt, dass man sehr zufrieden war mit meiner Vorbereitung im letzten Sommer, sowohl im Training als auch bei Vorbereitungsspielen. Allerdings war ich im Herbst oft verletzt, hatte nur zwei, drei Wochen Trainingszeit.

Darum war es schwer für dich, zurück in die Mannschaft zu kommen.

Sie meinten, der Kader ist viel zu groß, sie wollen nicht alle ins Trainingslager mitnehmen. Sie meinten, dass die Jungs ihre Sache während meiner Verletzungszeit sehr gut gemacht haben. Es tut ihnen zwar ein bisschen Leid, weil ich es aufgrund meiner Trainingsleistungen nicht verdient hätte, aber es ist jetzt eben so, dass ich aufgrund der Kadergröße nicht mit ins Trainingslager darf.

Du musst jetzt bei der U23 mittrainieren, keine leichte Situation. Steht ein Wechsel im Raum?

Mir wurde von Anfang an gesagt, dass ich mit anderen Vereinen reden kann. Es ist nicht so, dass ich unbedingt hier bleiben muss. Für mich ist es eine kuriose Situation von 100 auf 0. Als ich fit war, habe ich unter diesem Trainer gespielt, da hat alles gut ausgesehen, dann kommst du nach der Verletzung zurück aus dem Urlaub und dann heißt es auf ein Mal du fährst nicht mit ins Trainingslager. Das hätte ich mir natürlich nie gedacht. Deswegen war es eine ganz komische Situation. Wenn es einem aber so gesagt wird, hört man sich natürlich um, ob es Interesse von anderen Vereinen gibt.

Mir wurde gesagt, dass ich mit anderen Vereinen reden kann.

Hat dir bei den Verantwortlichen der Hertha das menschliche Feingefühl gefehlt?

Es weht in Deutschland einfach ein ganz anderer Wind. Dass ist gar nicht speziell auf die Hertha bezogen. Man macht sich da keine Gedanken über dich persönlich. Hier zählt der Klub, der Erfolg. Auf dich wird man nie wirklich eingehen. Da geht es gar nicht so sehr um mich, das zählt auch für andere. Ich mache mir jedoch nichts vor: Die Entscheidung ist so gefallen und ich muss sie akzeptieren. Dass auf dich eingegangen wird, steht hier nicht auf der Tagesordnung.

Auf was führst du die Entscheidung zurück?

Ich bin mir bewusst, dass es auch eine Entscheidung ist, die mit meinem ersten Anlauf bei der Hertha zusammenhängt. Ich hatte bei diesem Klub nie das größte Standing. Als ich damals gekommen bin, hat ein halbes Jahr lang überhaupt nichts funktioniert. Jetzt komme ich nach einer Verletzung zurück und werde nicht mitgenommen. Es gibt aber auch andere, die nach Verletzungen zurückkommen und ihre Chance bekommen. Das gibt es fast nie, dass du als fitter Spieler spielst, dann nach einer Verletzung zurückkommst und plötzlich nicht mehr im Kader für das Trainingslager bist.

Dass auf dich eingegangen wird, steht hier nicht auf der Tagesordnung.

Wie könnte es jetzt weitergehen?

Ich habe natürlich schon mit meinem Berater darüber gesprochen, was wir jetzt tun können. Es gab schon einige Dinge, die wir besprochen haben, die ich aber nicht so interessant empfunden habe. Es muss auch die Perspektive passen.

Auch wegen deiner Familie.

Natürlich, Der Kleine ist gerade erst in den Kindergarten gekommen. Bei vielen Vereinswechseln hat man im Vorfeld die Ahnung, dass etwas passieren könnte, dann kann man sich darauf vorbereiten. Bei mir kam es aus dem Nichts. Ich bin jetzt offen und der Letzte, der einen Vertrag ohne die Möglichkeit zu spielen absitzen würde.

Ich hatte bei diesem Klub nie das größte Standing

In Österreich hättest du ein bekanntes Umfeld ...

Ich habe immer gesagt, dass die österreichische Liga gut ist und sie nie aus den Augen verliere. Ich muss nicht im Ausland spielen. Ich will Fußballspielen, will meinen Spaß haben und gute Leistung bringen. Natürlich, Österreich auch ein Thema, aber es muss auch dort passen. Da höre ich mir alles an, dann wird gemeinsam mit der Familie entschieden.

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