Junuzovic muss akzeptiert werden
 

Junuzovic: "Ich muss akzeptiert werden"

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  • 18.01.2013 | 08:18 | (sport10)

    Zlatko Junuzovic zieht im Interview mit sport10.at Bilanz über sein erstes Jahr bei Werder Bremen, warum er sich auf der Sechserposition wohlfühlt und er akzeptiert werden muss.

    Am 28. Jänner 2012 packte Zlatko Junuzovic (25) seine sieben Sachen bei der Wiener Austria und erfüllte sich seinen Wunsch von einem Wechsel in eine Topliga. Mittlerweile ist der 25-Jährige in Bremen angekommen. Als Sechser ist er einer der wichtigsten Spieler im seit Sommer neuen 4-1-4-1-System von Werder Bremen.

    Sportlich und auch privat ist Junuzovic in diesem Jahr enorm gereift. Bei sport10.at lässt er seine ersten zwölf Monate in Bremen Revue passiern und blickt in die Zukunft.

    sport10.at: Zlatko, am kommenden Wochenende geht es wieder los. Heiß auf das Bundesligafrühjahr?

    Zlatko Junuzovic: Lange war die Vorbereitung nicht. Es war die kürzeste Wintervorbereitung, die ich jemals gehabt habe. Seit dieser Woche sind wir im Training schon wieder auf Meisterschaftsmodus. Jetzt kommt Dortmund, das wird ein Highlight.

    Es war die kürzeste Wintervorbereitung, die ich jemals gehabt habe.

    Also war es auch die intensivste Vorbereitung, die du jemals hattest?

    Im Trainingslager in Belek hatten wir jeden Tag drei Einheiten. Da wurde das Maximum herausgeholt. Die Vorbereitungsspiele sind alle gut verlaufen, wir haben keines verloren. Das ist aber auch etwas tückisch. Jetzt müssen wir gut in die Saison starten. Wir sind jedenfalls gut vorbereitet.

    Was ist gegen Dortmund möglich?

    Es ist nicht einfach gegen diese Truppe zu spielen. Aber wie in jedem Spiel ist alles möglich. Dortmund hat eine richtig starke Mannschaft, das haben sie vor allem in der Champions League bewiesen. Am Samstag werden wir uns sehr anstrengen müssen, um zu gewinnen.

    Aktuell rangiert ihr auf dem zwölften Platz. Wie bilanzierst du die bisherige Saison?

    Wir haben sieben bis acht Zähler leichtfertig verloren. Es bringt aber nichts, auf das zu schauen, was war. Wir müssen daraus lernen und in Zukunft cleverer agieren. Wir müssen selbstbewusst auftreten, dürfen keine Angst haben, sondern müssen unseren Fußball spielen. Konstant zu spielen, ist nicht immer leicht. Unsere Leistung war fast immer in Ordnung, auch wenn wir dann oft nicht das entsprechende Ergebnis eingefahren haben.

    Wir haben sieben bis acht Zähler leichtfertig verloren.

    Und deine persönlichen Leistungen?

    Es war ein sehr aufregendes Jahr in Bremen. Ich habe sehr viele Erfahrungen gesammelt. Die Stadien, die Fans und was da alles war, ist schon einzigartig gewesen. So etwas erleben zu dürfen, ist etwas besonderes. Das war eine neue Welt für mich. Hinzu kam natürlich, dass ich mich in Bremen einleben musste. Eine neue Stadt, ein neues Land, das ist nicht so einfach, aber es war durchwegs positiv. Ich bin nicht nur als Spieler sondern auch als Person gereift. Ich habe viel gelernt.

    Wie schwer war die Umstellung von Österreich auf Deutschland?

    Ich musste mich schnell anpassen, aber das hat nicht gleich funktioniert. Es war wichtig, das Tempo, die höhere Qualität, jeder Gegner hat extrem starke Spieler in ihren Reihen. Von dem her ist jedes Spiel sehr ausgeglichen. Das sind Erfahrungen, die man in Österreich nicht machen kann, weil die Qualität zu Deutschland doch eine andere ist. Aber ich hatte das Vertrauen vom Trainer, durfte meine Spiele machen und konnte so Erfahrungen sammeln. Ich habe die Dinge aufgesaugt, wie ein Schwamm und habe dadurch sehr viel gelernt. Ich bin ein Spieler, der sich wohlfühlen muss, der akzeptiert werden muss.

    Du kommst auf der für dich an sich ungewohnten Position im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Wie kommst du damit klar?

    Wir haben das System geändert. Wir agieren jetzt nicht mehr mit der Raute. Seit dem Sommer spielen wir mit einem neuen System. Das 4-1-4-1 kommt mir sehr entgegen. Auch weil wir Fußball spielen. Wir halten sehr oft den Ball in den eigenen Reihen, agieren mit dem Ball. Natürlich war es für mich anfangs nicht einfach, weil ich diesen offensiven Gedanken habe.

    Das 4-1-4-1 kommt mir sehr entgegen. Auch weil wir Fußball spielen. Wir halten sehr oft den Ball in den eigenen Reihen, agieren mit dem Ball.

    Das kannst du jetzt nicht so oft machen.

    Ich gehe nach wie vor ganz gerne in die Offensive mit, dann müssen die anderen für mich absichern. Aber im Großen und Ganzen versuche ich die Position zu halten. So kann ich mich auf dieser Position entfalten. Ich bin dem Trainer auch sehr dankbar, dass er mir die Chance gegeben hat, mich auf dieser Position zu beweisen und mir das Vertrauen schenkt.

    Die Sechserposition ist im modernen Fußball ja eine der wichtigsten überhaupt. Wie interpretierst du diese Position?

    Man muss selbstbewusst agieren und sich trauen, den Ball anzunehmen und die anderen Spieler in die Offensivaktionen mitnehmen. Man hat eine gewisse Verantwortung, muss das Spiel von hinten heraus machen. In der Defensive ist die Kommunikation mit der Viererkette enorm wichtig. Es geht dann für mich auch darum, die Räume dicht zu machen, die Löcher zu stopfen. Dadurch, dass ich der alleinige Sechser bin, sind die Strecken, die ich zurücklege sehr groß und ich habe wichtige Aufgaben. Die Herausforderung ist groß, aber sehr interessant. Man ist immer mittendrin im Geschehen und es bleibt wenig Zeit zum Nachdenken.

    Man hat eine gewisse Verantwortung, muss das Spiel von hinten heraus machen. In der Defensive ist die Kommunikation mit der Viererkette enorm wichtig.

    Wie schwer war es für dich, sich taktisch auf dieser Position einzufinden?

    Eigentlich nicht so schwer. Unter Walter Schachner haben wir sehr viel im Bereich Taktik gearbeitet. Da habe ich viel für mich mitgenommen. Bei der Austria habe ich eine andere Position gespielt. Dort habe ich sehr offensiv gespielt, hatte mit der Defensive sehr wenig zu tun, aber dennoch musste ich taktische Dinge befolgen, auch wenn ich da nicht so viele hatte.

    >>>Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum der Kontakt nach Wien nicht abreißt, er der Austria den Titel zutraut und wo Werder Bremen am Ende der Saison steht.<<<

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