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"Silly season" im Winter-Transfer-Wahnsinn

Wie lief der Ba-Deal? Wie viele Spielerberater gibt es? Was kassieren sie? Wohin flüchten die Stars? Und warum? sport10.at hat die Antworten.

09.01.2013 | 08:13 | (sport10)

Während sich die meisten Menschen zum Jahreswechsel alles Gute für die Zukunft wünschen, beginnt für Fußballfans ein spannendes Monat: Das Transferfenster öffnet. Doch bei Funktionären, Spielern und Beratern sorgt das Zocken um Neuzugänge für unruhige Wochen. Manchester-United-Coach Alex Ferguson bezeichnete die Wintertransferzeit als "the silly season". Aber warum eigentlich?

Vereine wollen Fehlplanungen kaschieren

Für Transferaktivitäten im Winter gibt es mehrere Faktoren. "Einige Vereine wollen Sommertransfers korrigieren. Allerdings ändern sich die Umstände in den Klubs immer wieder. Trainerwechsel, Verletzungen, oder man konnte einen Spieler nicht verlängern", erklärt Spielerberater Max Hagmayr. Klubs, die mit dem Rücken zur Wand stehen, wollen Fehlplanungen entgegenwirken.

Der Jänner ist dabei jedoch der ungünstigste Zeitpunkt: Qualität ist nur für Vereine mit entsprechenden finanziellen Ressourcen verfügbar. Ausnahmen bestätigen die Regel. Der Rest gliedert sich in Spieler, dessen Verträge wenige Monate vor dem Ende stehen, oder Kicker, die nicht zum Zug kommen und unzufrieden sind. Leistungsträger werden von Vereinen während der Saison nur aus der Not heraus verkauft - oder, wenn der Rubel rollt.

Signifikantes Beispiel: Im Winter 2011 verkaufte Liverpool Fernando Torres für 60 Millionen Euro an den FC Chelsea. Für Ersatz war an der Merseyside nicht gesorgt. So handelte Newcastle - im Wissen der Torres-Millionen - den Verkaufspreis von Ersatzmann Andy Carroll auf 41 Millionen hoch. Für einen Durchschnittsspieler, der gerade über 30 Premier-League-Einsätze kam. Der sportliche Mehrwert war in Folge für beide Vereine gering.

Berater wollen auch im Winter profitieren

Auch Spielerberater wollen sich im Winter vor dem Kaminfeuer wärmen. Für Kohle wird gesorgt. In Italien sind 937 lizenzierte Spielerberater registriert. 559 sind es in Spanien und 493 in England. In Österreich gibt es 34 Berater. Fädeln diese Agenten einen Deal ein, fällt eine saftige Provision ab. Aktuelles Beispiel: Demba Ba. Mit einer Ausstiegsklausel von 8,5 Millionen Euro war der Dritte der englischen Torschützenliste vermeintlich günstig zu haben.

Jedoch nur vermeintlich. Die Verhandlungen zwischen Chelsea und Bas Beraterteam zogen sich. Kolportierte 2,5 Millionen Euro wollten die Berater am Transfer mitschneiden. Manche sprechen von einem weit höheren Betrag. Addiert man die geforderten 120.000 Euro Wochengage im Vierjahresvertrag des Senegalesen zu den vorhing genannten Summen, entsteht unter dem Strich schnell ein Gesamtpaket von über 36 Millionen Euro. "Irgendwie tut mir Demba leid", sagt Newcastle-Trainer Alan Pardew dazu.

Alles verschiebt sich Richtung England

Die Machtverhältnisse am Transfermarkt haben sich längst verschoben. Das unangefochtene Powerhorse: die Premier League. Bereits in den ersten Tagen des Jänners wurden Millionen umgesetzt: Demba Ba, Mathieu Debuchy und Daniel Sturridge sind jedoch nur der Startschuss. Die größten Plünderungen finden in Spanien und Italien statt. Sowohl Vereine in La Liga und Serie A sind finanziell schwer angeschlagen. Experten zu Folge, werden die Vereine in Spanien und Italien ab den Top-Zwei Probleme haben, Stars halten zu können.

Ein Grund: Das (ansprechende) Gehalt pünktlich zu Monatsbeginn am Konto des Spielers. Eine Garantie, die viele spanische und italienische Klubs nicht mehr geben können. Raum für clevere Schnäppchen gibt es genug: Mit Santi Cazorla (Arsenal), Michu (Swansea) und Juan Mata (Chelsea) dominieren die ersten La-Liga-Neuzugänge die Insel. David Villa (FC Barcelona), Arda Turan, Adrian, Falcao (alle Atletico) und Golden-Boy Isco weckten Interesse. Ein spannendes Transferfenster ist garantiert: Die silly season ist eröffnet.

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