Gercaliu
 
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Gercaliu: "Hatte Problem mit der Führung"

Ronald Gercaliu kommt nicht zu Ruhe. Nach einem guten halben Jahr in Polen bei LKS Lodz findet sich Gercaliu in Aue auf der Bank wieder. sport10.at verrät er, warum es nicht läuft.

24.12.2012 | 09:48 | (sport10)

Ronald Gercaliu zeigt, wie schnelllebig eine Fußballkarriere sein kann. Mit 26-Jahren hat der Österreicher fast alles erlebt: Neun Vereinswechsel, Millionentransfer, eine Europameisterschaft, UEFA-Cup und verschiedenste Ligen. Wirklich glücklich ist der Linksverteidiger nie geworden. Trotzdem würde Geraliu, mittlerweile bei Aue im Erzgebirge, die Zeit nicht zurückdrehen, wie er gegenüber sport10.at sagt.

Gercaliu: "Habe damit gerechnet, öfter zu spielen"

Mit nur sieben Einsätzen in der laufenden Saison liegt Gercaliu deutlich unter Erwartungen: "Sportlich geht es mir nicht gut. Ich habe damit gerechnet, öfter zu spielen." Zum Saisonauftakt stand Gercaliu in der Startelf, dann minderten sich die Einsätze stetig. "Die Umstellung in Aue ist groß. Hier geht mehr über den Kampf. Ich muss dem Trainer beweisen, dass ich das auch kann." Mit Rene Klingbeil ist bei Aue mittlerweile der Kapitän auf Gercalius Position gesetzt.
Sportlich geht es mir nicht gut. Ich habe damit gerechnet, öfter zu spielen.

"Ich bin ein Spieler, der von Anfang an spielen will. Das Potential habe ich." Anspruch und Realität klaffen für Gercaliu weit auseinander. Das sah zu Beginn des Jahres noch anders aus: Gercaliu wechselte von Ingolstadt nach Polen zu LKS Lodz. Der Weltenbummler wurde schnell Stammspieler und bekam gute Rezension. "Ich wollte bei Lodz Spaß am Fußball haben. Und den habe ich bekommen. Die erste polnische Liga hat sich gut entwickelt, das sieht man auch international. Das war ein richtiger und wichtiger Weg."

"Hatte Probleme mit der Führung"

Lodz war für Gercaliu nach dem Ingolstadt-Desaster eine willkommene Abwechslung. "Ich war elf Monate verletzt und dann hat es gedauert, bis ich auf Wettkampfniveau gekommen bin. Dann war ich wieder gut, habe aber Probleme mit der Führung in Ingolstadt gehabt, worauf sich die Situation verschlechtert hat", sagt Gercaliu, der für Ingolstadts erste Mannschaft kein einziges Spiel absolvierte. Dass Gercaliu den Schritt nach Ingolstadt bereut, will er nicht zugeben. Kurz zuvor steckte der 26-Jährige in Verhandlungen mit seinem Heimatverein Sturm Graz, entschied sich jedoch für Deutschland.

Ich war elf Monate verletzt und dann hat es gedauert, bis ich auf Wettkampfniveau gekommen bin. Dann war ich wieder gut, habe aber Probleme mit der Führung in Ingolstadt gehabt.
"Ich war zweimal in Graz, bin damals von Red Bull wieder zurückgegangen. Dann gab es die Überlegung, ein drittes Mal zu Sturm zu wechseln. Ich habe lange, lange überlegt. Man kann nicht sagen, ob das besser gewesen wäre. Ich versuche das Positive an meiner Entscheidung zu sehen." Die Bundesliga bleibt für Gercaliu weiterhin im Hinterkopf: "Ich wollte weg. Was Neues probieren. Eine Rückkehr ist immer eine Option." Momentan konzentriert sich Gercaliu aber auf Aue. Auch "wenn sich die sportliche Situation ändern muss. Im Trainingslager kann ich mich dem Trainer wieder zeigen." Gercalius Vertrag läuft noch bis 2014.

"Fodas Verabschiedung war enttäuschend"

Im Gespräch mit sport10.at spart Gercaliu nicht mit Lob für seinen Entdecker Franco Foda. "Er hat Sturm weitergebracht." Aber auch jetzt ortet Gercaliu eine positive Entwicklung: "Sturm war am Anfang nicht so gut, aber jetzt sind sie stabil. Mit Peter Hyballa wurde eine andere Mentalität reingebracht, das kann immer gut sein." Weniger gut fand Gercaliu Fodas Abgang in Graz: "Die Verabschiedung war enttäuschend, das hätte besser laufen können. Ich weiß jetzt auch nicht, was dahinter war. Franco Foda kann damit aber sicher leben."

Sturm war am Anfang nicht so gut, aber jetzt sind sie stabil. Mit Peter Hyballa wurde eine andere Mentalität reingebracht, das kann immer gut sein.
Laut Gercaliu sei Foda in Deutschland zufrieden. "Ich habe mit ihm, als wir gegen Lautern gespielt haben, gesprochen. Er meint, dass es für ihn bei Lautern sehr gut passt. Die Chance in die Bundesliga aufzusteigen ist da. Die letzten beiden Spiele haben nicht gut augeschaut, aber das kann sich wieder ändern." Wie vielleicht Ronald Gercalius Situation.

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