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Bayern: Die Schmerzen nach dem Schlager

Die Bayern verlieren im deutschen Clásico gegen Dortmund ihren Abwerchef Holger Badstuber und machen sich Gedanken über Alternativen. Spielerisch blieb der Schlager Einiges schuldig.

02.12.2012 | 12:55 | (sport10)

40 Millionen-Mann Javi Martinez war im heiß ersehnten Aufeinandertreffen zwischen Bayern München und Borussia Dortmund einer der besten Münchner. Nicht nur als Ballverteiler an der Seite von Bastian Schweinsteiger wusste er zu überzeugen, auch in der Defensive machte er seine Sache gut. Er schob sich bisweilen sogar zwischen Holger Badstuber und Dante und bildete immer eine zusätzliche Absicherung für den zweiten Ball, wenn Dortmund Robert Lewandowski mit hohen Bällen anspielen wollte. Ein Attribut, das in naher Zukunft einmal mehr gefragt ist. Denn der Ausfall von Badstuber ist inzwischen traurige Gewissheit.

"Hat gemerkt, dass etwas geknackt hat"

In Minute 35 passierte das folgenschwere Missgeschick. Mario Götze trieb den Ball durchs Mittelfeld. Badstuber stellte sich dem BVB-Star in den Weg. Dabei verdreht sich der Nationalverteidiger das rechte Knie, stürzte vor Schmerzen schreiend zu Boden. Teamkollege Bastian Schweinsteiger, der in jüngster Zeit selbst mit Verletzungen zu kämpfen hatte, war rasch bei ihm und deutete sofort Richtung Bayern-Bank an. Die böse Vorahnung von Schweini hat sich mittlerweile bestätigt. "Er sagte mir, er sei bei der Aktion im Rasen hängen geblieben, hat sofort gemerkt, dass etwas geknackt hat. Es ist sehr bitter, er wird mehrere Monate fehlen", sagte ein zerknirschter Karl Heinz Rummenigge.

Es ist sehr bitter, er wird mehrere Monate fehlen.

Keine Neueinkäufe bei Bayern

Bereits in der Halbzeitpause kam der ebenfalls angeschlagene Arjen Robben in die Kabine und tröstete Badstuber. Kurz nach 21 Uhr humpelte Bayerns-Abwehrchef niedergeschlagen auf Krücken aus dem Stadion. Erst am 20. November hatte Badstuber nach einem Muskelfaserriss sein Comeback gegeben. Jetzt droht ihm wohl das Saison-Aus. Trotzdem will Boss Rummenigge vorerst keine Nachkäufe. "Wir werden keinen Schnellschuss machen. Wir haben mit Boateng, Dante und Van Buyten drei Innenverteidiger. Auch Martinez kann diese Position spielen", stellte Rummennigge klar. 

Das große Spektakel blieb aus

Ganz abgesehen von der unschönen Szene rund um Badstuber ließ das mit Spannung erwartete Gipfeltreffen auch spielerischen Glanz vermissen und war weitgehend von Taktik geprägt. Durch einen Geniestreich von Toni Kroos hatten die Bayern bis 16 Minuten vor Schluss alle Trümpfe in der Hand. Der Ausgleich durch Götze war aber letztendlich verdient. In Spitzenform präsentierten sich bei den Bayern nur Martinez und Frack Ribery. Der Franzose harmonierte gewohnt gut mit David Alaba, der als linker Verteidiger durchspielte. So sehr der Ausfall von Badstuber die Bayern auch schmerzt. In der Tabelle haben sie elf Punkte Vorsprung auf Dortmund. Erster Verfolger ist nun Bayer Leverkusen mit acht Punkten Rückstand.

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