Nichtraunzerzone Kein Grund Sorge
 

Nichtraunzerzone: Kein Grund zur Sorge

  • Bild:
  • 24.02.2012 | 10:11 | (sport10)

    Warum man eine erfolgreiche Europacup-Saison aufgrund zweier schwachen Partien nicht schlechtreden sollte und von einem Qualitätsabfall der Liga eigentlich keine Rede sein kann.

    Das war sie also, die Europacup-Saison 2011/12 mit österreichischer Beteiligung. Nachdem für Red Bull Salzburg am Donnerstagabend mit einem Gesamtscore von 1:8 gegen Metalist Kharkiv im Sechzehntelfinale der Europa League Endstation war, ist nach der SV Ried, der Wiener Austria und Meister Sturm Graz auch der letzte heimische Vertreter auf internationalem Boden gescheitert. Die österreichische Liga ist einfach zu schlecht, um auf diesem Niveau mithalten zu können - so oder so ähnlich konnte man es in den vergangenen Tagen gleich mehrfach im heimischen Blätterwald lesen.

    42 Spiele, 17 Siege, 8 Unentschieden

    Doch ist eine derartige Einschätzung aufgrund zweier schlechter Leistungen Salzburgs gegen Metalist Kharkiv nicht etwas übertrieben? Ja, die Bullen waren dem aktuell Dritten der ukrainischen Meisterschaft in allen Belangen unterlegen, aber nein, man sollte eine eigentlich äußerst erfolgreiche Europacup-Saison, die aus österreichischer Sicht insgesamt 42 (!) Spiele umfasste, nicht auf zwei Partien reduzieren. Das zeigt auch ein Blick auf die Statistik. Zwar setzte es in den 42 Partien 17 Niederlagen, bei acht Unentschieden konnten Österreichs Vertreter aber auch 17 Siege feiern.

    Saison-Punkte13. Dänemark | 3.100
    14. Schweiz | 6.000
    15. Österreich | 7.125
    16. Zypern | 8.375
    Das Resultat sind beachtliche 7,125 Punkte in der UEFA Fünfjahreswertung - kein Schritt zurück, ganz im Gegenteil. Trotz des Erfolgslaufes des FC Basel haben Salzburg, die Austria und Co. in der laufenden Saison bis dato über einen Punkt mehr gemacht als die direkt vor uns klassierten Schweizer. Dänemark, das zwei Plätze vor Österreich auf Platz 13 liegt und ebenfalls keinen Vertreter mehr in einem der beiden Bewerbe hat, machte in der aktuellen Spielzeit gar nicht einmal die Hälfte der rot-weiß-roten Punkteanzahl, muss sich mit einem Punktestand von 3,100 Zählern begnügen.

    Viertbester Wert in insgesamt 25 Jahren

    Dazu kommt, dass die Leistung der österreichischen Vereine auch im direkten Vergleich mit den vergangenen Jahren einen äußerst positiven Eindruck hinterlässt. Die 7,125 Punkte der laufenden Spielzeit bedeuten den viertbesten Wert der vergangenen 25 (!) Jahre, den drittbesten der letzten zehn. Von einem Verfall der heimischen Bundesliga kann in Anbetracht dieser Zahlen eigentlich nicht die Rede sein. Das wird nicht nur durch die Vergangenheit, sondern auch durch Resultate in der Gruppenphase des vergangenen Jahres belegt.

    Öster. Top-Werte2009/10: 9,375 Punkte
    2000/01: 7,750 Punkte
    2004/05: 7,625 Punkte
    2011/12: 7,125 Punkte
    Wer ein Team stellt, das nach sechs Partien besser als der französische Tabellenführer Paris Saint-Germain ist und einen zweiten Vertreter hat, der gegen den AZ Alkmaar, immerhin Zweitplatzierter in der niederländischen Eredivise, zwei Unentschieden erreicht, sollte am Ende nicht unbedingt über mangelnde Qualität in der Liga reden. Viel auffälliger ist doch, dass Österreich in der UEFA Fünfjahreswertung seit drei Jahren kontinuierlich Plätze gutmacht, nach derzeitigem Stand zu Beginn der kommenden Spielzeit sogar auf Platz 13 vorrücken wird.

    Fixplatz in der Champions League möglich

    Wird diese Platzierung bis zum Ende der kommenden Saison gehalten, dürfte sich die Bundesliga 2014/15 sogar über einen Fixplatz in der Champions League freuen - eine nicht unrealistische Aussicht, die vor wenigen Jahren noch nicht einmal von den größten Optimisten für möglich gehalten worden wäre. Zukunftsmusik? Ja, aber auch in dieser Saison ist für Österreich Zählbares herausgesprungen. Ein zusätzlichen Platz in der CL-Quali sowie ein weiterer Starter in der Europa League 2013/14 sind so gut wie sicher.

    Gesamt-Punkte13. Dänemark, 27,525
    14. Schweiz, 26,800
    15. Österreich, 26,325
    16. Zypern, 24,749
    Nur noch ein Durchmarsch von APOEL Nikosia in der Champions League (das Hinspiel gegen Olympique Lyon ging mit 0:1 verloren) könnte das noch verhindern. Apropos Durchmarsch. Können Sie sich noch an die Saison 2004/05 erinnern, als die Wiener Austria im UEFA-Cup erst im Viertelfinale nach zwei Unentschieden aufgrund der Auswärtstorregel am FC Parma scheiterte, ganz Österreich die unglaubliche Leistung der Veilchen bejubelte? Damals machten die rot-weiß-roten Vertreter insgesamt 7,625 Punkte in der Fünfjahreswertung - nur 0,5 (!) mehr als in der laufenden Saison.

    Mehr auf sportnet.at
      Mehr aus dem Web

      Schreiben Sie uns Ihre Meinung ()

      >> Hier E-Paper downloaden <<



      • Sportwoche ePaper