Salzburg wird eiskalt erwischt
 
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Salzburg wird eiskalt erwischt

Red Bull Salzburg erwischte gegen Metalist Kharkiv einen rabenschwarzen Tag, musste sich mit 0:4 geschlagen geben und kann das EL-Achtelfinale abhaken. sport10.at sucht nach Gründen.

16.02.2012 | 20:49 | (sport10)

Zwei Tore schießen und keines bekommen, das war der Plan, den Red Bull Salzburgs Chefcoach Ricardo Moniz für das Europa-League-Sechzehntelfinal-Hinspiel gegen Metalist Kharkiv hatte. Doch diesen konnten er nach nur 21 Sekunden kübeln. Denn Douglas da Siva unterlief ein katastrophaler Rückpass zu Alex Walke. Taison ging dazwischen und schoss zum 1:0 ein.

Europa LeagueSechzehntelfinale
Der Anfang vom Ende. Nach 90 Minuten stand eine 0:4-Niederlage zu Buche und die Bullen hatten nicht den Funken einer Chance. Schon nach dem Hinspiel dürfte das Achtelfinale der Europa League unerreichbar zu sein. Der 16. Februar geht auf jeden Fall als rabenschwarzer in die Salzburger Fußballgeschichte ein.

sport10.at sucht nach Gründen für die Salzburger Niederlage gegen Metalist Kharkiv.

Die Defensive

Schon im Testspiel gegen Wacker Innsbruck zeigten die Salzburger eklatante Schwächen in der Defensive. Das Innenverteidiger-Duo Martin Hinteregger und Douglas da Silva leistete sich zahlreiche Fehler. Die Salzburger mussten drei Gegentore hinnehmen. Und dennoch spielten beide auch gegen Metalist Kharkiv. Douglas da Silva leistete sich bereits nach 21 Sekunden einen katastrophalen Fehlpass, wurde dann nach 26 Minuten ausgewechselt. Eine Demontage für Salzburgs Abwehrchef. Auch Hinteregger war weit von seiner Normalform entfernt und Stefan Hierländer gegen Taison auf der rechten Seite völlig überfordert.

Die Führungsspieler

Wo sind die Führungsspieler, wenn man sie braucht? Bei Red Bull Salzburg gegen Kharkiv nicht vorhanden. Douglas da Silva, David Mendes da Silva, Simon Cziommer waren allesamt Schatten ihrer selbst. Salzburgs bester war mit Leonardo noch einer, der oft geschmäht wurde. Doch alleine konnte er freilich auch wenig ausrichten.

Das System

Für was steht Ricardo Moniz? Für bedingungslose Offensive oder eine kontrollierte Defensive? Für nichts von beiden und genau so spielte Salzburg auch gegen Kharkiv. In der Defensive viel zu fehleranfällig, offensiv aber nicht vorhanden. Es war, wenn überhaupt, Stückwerk. Mit Fußball hatte das jedenfalls wenig zu tun.

Multifunktionelle Spieler

Jeder Spieler muss jede Position spielen können, das ist einer der Leitsätze von Ricardo Moniz. Und so kommt es auch, dass Svento links als Außenverteidiger spielen muss, obwohl er als linker oder zentraler Mittelfeldspieler seine besten Spiele absolvierte. Dafür musste Andreas Ulmer, ein gelernter Außenverteidiger, auf der Ersatzbank Platz nehmen. Stefan Hierländer, zentraler offensiver Mittelfeldspieler, muss rechts außen spielen. Dafür durfte Christian Schwegler, gelernter Außenverteidiger, die Ersatzbank erwärmen.

Das Training

Ricardo Moniz arbeitet auf dem Trainingsplatz wie ein Berserker. Er gibt Anweisungen, weist seine Spieler zurecht. Mangelndes Engagement kann man ihm definitiv nicht vorwerfen. Doch man wird den Eindruck nicht los, als würden ihn manche Spieler nicht ernst nehmen. Es kommt nicht selten vor, dass sich Spieler nach Moniz' engagierten Ansagen grinsend zur Seite drehen.

Statistik zum Spiel

Salzburg - Kharkiv 0:4 (0:3)
Red Bull Arena, 8.100 Zuschauer, SR Strahonja (CRO)

Tore: 0:1 Taison (1.), 0:2 Cristaldo (37.), 0:3 Cristaldo (41.), 0:4 Devic (91.)

Gelbe Karten: Maierhofer, Hinteregger, Hierländer, Cziommer, Lindgren bzw. Cleiton Xavier, Fininho, Cristaldo

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