Vieira Wenger traegt nicht
 
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Vieira: "Wenger trägt nicht die Alleinschuld"

Nach der 0:4-Abfuhr in der Champions League beim AC Milan wächst der Druck auf Arsenal-Coach Arsene Wenger. Patrick Vieria, einer seiner Ex-Schützlinge, eilt ihm zu Hilfe.

16.02.2012 | 17:10 | (sport10)

Dass das Jahr eins nach Cesc Fabregas nicht einfach wird, war vielen Arsenal-Anhängern schon kurz nach dem Abgang des Spaniers klar. Dass es aber so schlimm kommt, hat wohl keiner vermutet. In der Meisterschaft liegen die Gunners schon 17 Punkte hinter Tabellenführer Manchester City auf Platz vier der Tabelle und mussten die Titelhoffnungen schon vorzeitig begraben. In der Champions League schafften die Kanoniere zwar den Aufstieg ins Achtelfinale, doch dort droht nach der 0:4-Schlappe beim AC Milan der vorzeitige Abschied.

Kritik an Team und Trainer

Klar, in Mailand kann man schon mal verlieren - doch die Art und Weise, wie sich Arsenal am Mittwochabend vorführen ließ, war eine Demütigung der Sonderklasse. In der Abwehr löchrig wie ein Schweizer Käse, in der Offensive nur ein laues Lüftchen - so gewinnt man höchstens eine Goldene Ananas. Am Tag nach der Pleite prasselte deswegen teils herbe Kritik auf die Mannschaft ein, und auch Trainer Arsene Wenger bekam einige Spitzfindigkeiten ab.

Es war schockierend zu sehen, wie wir in allen Belangen geschlagen wurden.

Dabei prügelte die Presse auf jemanden ein, der schon am Boden liegt. Immerhin zeigte sich der Franzose nach der Blamage betroffen wie selten zuvor: "Das war eine dieser Nächte, die man nie vergisst", so Wenger. "Es war unsere schlimmste Nacht im europäischen Geschäft. Wir wurden bestraft und verdienten das auch. Ich hatte das Gefühl, dass wir nie richtig ins Spiel gekommen sind. Offensiv und defensiv waren wir schwach. Es war schockierend zu sehen, wie wir in allen Belangen geschlagen wurden."

Vieira eilt Wenger zu Hilfe

Patrick Vieira, ehemaliger Kapitän der Gunners, sieht das ähnlich. Den Grund für die Pleite war schnell gefunden: "Die Führung hat gefehlt" so der 35-Jährige. "Arsene trägt aber nicht die Alleinschuld, auch die Spieler müssen Verantwortung übernehmen." Am besten schon am 6. März, wenn es in London für Arsenal um Wiedergutmachung geht.

Für einen Aufstieg gegen die Rossoneri wäre ein Sieg mit fünf Toren Unterschied nötig, doch daran glaubt bei Arsenal niemand mehr. "Das ist unmöglich", meinte auch Wenger, erklärte aber auch, dass die "Saison noch nicht vorbei" sei. Nun gilt die volle Konzentration der Meisterschaft, wo in zehn Tagen Tottenham wartet. Das nächste Spiel bestreiten die Gunners schon am kommenden Samstag im FA Cup gegen Sunderland. Wenger bezweifelt, dass seine Jungs die Abfuhr in Mailand bis dahin verdauen können: "Eine große Enttäuschung wie diese hat Auswirkungen auf den eigenen Glaube. Aber das Spiel am Samstag ist eine Gelegenheit, Charakter und mentale Stärke zu zeigen."


Trauriger Abschied: Thierry Henry (li.).

Kommt Henry wieder zurück?

Stürmerstar Thierry Henry wird dann nicht mehr dabei sein. Der Franzose gab in Mailand seine Abschiedsvorstellung im Dress der Londoner und kehrt zu den Now York Red Bulls zurück. In einem Jahr könnte die Vereinslegende ein erneutes Comeback geben. "Sag niemals nie", erklärte der Stürmer nach der Milan-Partie bedeutungsschwanger. Die Sun ist sich jedenfalls sicher, dass die Zuschauer Henry nicht zum letzten Mal für Arsenal haben spielen sehen: "Wenn Arsene Wenger das verhindern will, muss er ihn mit einem Stock wegtreiben."

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