Moniz Jantscher ziehe meinen
 

Moniz: "Vor Jantscher ziehe ich meinen Hut"

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  • 24.04.2012 | 14:18 | (sport10)

    Ricardo Moniz bei sport10.at: Warum jedes Spiel ein Endspiel ist, Ilsanker kommt, Barazite gute Fähigkeiten hat und bei Klein noch nichts entschieden ist.

    Fünf Runden vor Schluss führt Red Bull Salzburg die Tabelle drei Zähler vor Rapid an. In den letzten Jahren hat ein solcher Vorsprung immer zum Titel gereicht. Von Vorentscheidung will niemand etwas wissen, schon gar nicht Coach Ricardo Moniz. "Wir haben noch fünf Spiele, die allesamt Endspiele sind", weiß der Niederländer.

    Während er sich mit der Mannschaft mitten im Titelkampf befindet, muss er auch bereits an die kommende Saison denken.

    sport10.at: Herr Moniz, am vergangenen Samstag haben Sie einen sehr wichtiger Sieg gegen Ried eingefahren. Vor allem die Art und Weise, wie die Mannschaft gespielt hat, dürfte Sie zufriedengestellt haben.

    Ricardo Moniz: Was für mich am wichtigsten war: Wir hatten keine Angst, wenn wir den Ball hatten. Seitdem ich hier angefangen habe, rede ich davon, ein Spiel zu dominieren. Wir haben das schon ein paar Mal geschafft, aber eben nicht konstant. Das ist alles eine Frage der Entwicklung. Nehmen wir Andreas Ulmer her, er hat sich in den letzten Monaten sehr gut weiterentwickelt. Er schaltet sich in die Angriffe ein, gibt Vorlagen und hat sich auch defensiv enorm weiterentwickelt. Oder auch Jakob Jantscher. Er hat so einen großen Schritt gemacht. Die Konkretheit, die Jakob hat, ist sehr gut geworden.

    Zu Beginn der Saison haben Sie gemeint, es würde ein richtungweisendes Jahr für Jakob Jantscher werden. Privat hatte er ja zudem einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften.

    Das ist richtig. Ich kann vor Jakob nur den Hut ziehen: Wie er seinen Schicksalsschlag verkraftet hat, ist bemerkenswert. Er ist ein großes Vorbild für alle Spieler. Er hat enorm viele wichtige Tore geschossen, war immer da, wenn seine Person gefragt war. Er hat die Verantwortung übernommen und ist zu einem echten Führungsspieler gereift.

    Er ist ein großes Vorbild für alle Spieler.

    In der Tabelle liegt Salzburg nun drei Punkte vor Rapid. In den vergangenen Jahren hat ein Drei-Punkte-Vorsprung nach 31 Runden immer zum Titel gereicht.

    Bis zum Ende der Saison sind es noch fünf Spiele. Jeder Punkt muss hart erkämpft werden. Es ist noch lange nichts entschieden. Natürlich kann es psychologisch ein Vorteil sein. Aber wir müssen in jedem Moment voll konzentriert sein, denn ein Spiel wird meistens innerhalb von zwei bis drei Minuten entschieden. Wenn man kurz nicht aufpasst, ist es schon passiert. Das haben wir in Graz gesehen. Auch David (Mendes da Silva; Anm.) war am Samstag nur ganz kurz nicht voll konzentriert und er hat ein Foul gemacht, das er unter normalen Umständen nicht macht (Mendes erhielt eine Sperre von zwei Spielen, ist gegen Rapid wieder dabei; Anm.).

    Mendes da Silva wird fehlen, dafür ist Christoph Leitgeb zurück.

    Christoph Leitgeb spielt aber eine andere Position. David hat meistens vor der Abwehr gespielt, Leiti ist doch etwas offensiver. Aber es ist so wie es ist. Für David werden andere in die Bresche springen. Fränky Schiemer ist zum Beispiel wieder fit.

    Wie wichtig Christoph Leitgeb ist, zeigt die Statistik. Glücklich, dass Sie im Meisterschaftsfinish wieder auf ihn bauen können?

    Als wir diese Serie hatten von sieben sieglosen Spielen, war Leitgeb nicht dabei. Das zeigt, wie wichtig er für unser Spiel ist. Leiti hat unglaubliche Qualitäten. Er ist das Bindeglied zwischen Offensive und Defensive und ein unglaublich wichtiger Bestandteil von unserer Mannschaft.

    Zuletzt hat immer Stefan Maierhofer den Vorzug gegenüber Jonathan Soriano erhalten. Was fehlt Soriano?

    Das ist ein Zeichen dafür, dass die Qualität in der österreichischen Bundesliga gut ist. Hier wird sehr eng am Mann gedeckt, bekommt kaum Platz. Außerdem war es Jonathan Soriano gewohnt, 80 Prozent Ballbesitz zu haben. Dazu sind wir leider noch nicht in der Lage. Aber natürlich war er auch nicht gerade vom Glück verfolgt. Man muss sich nur die Spiele gegen Wacker Innsbruck oder die Admira anschauen. Da hat nicht viel gefehlt. Zurzeit haben Stefan Maierhofer und Leonardo mein Vertrauen. Die sind vom Spielertyp her sehr unterschiedlich. Das macht uns unberechenbarer. Soriano muss auf seine Chance warten, aber wir brauchen, wenn wir Meister werden wollen, jeden einzelnen Spieler.

    Was ist eigentlich mit Alan?

    Er war unser wichtigster Spieler, bevor er sich verletzt hat. Wir haben diesen Ausfall aber sehr gut kompensiert. Nach Alan hat es auch noch Leitgeb, Schiemer oder auch Leonardo erwischt. Wir hatten in dieser Saison immer wieder den einen oder anderen Ausfall, den wir kompensieren mussten. Aber um auf die Frage zurückzukommen: Wir alle haben damit gerechnet, dass er zwischen März-April wieder dabei sein kann. Er hat es aus gewissen Gründen nicht geschafft. Wir hoffen, dass er kommende Saison wieder dabei sein kann.

    Wir alle haben damit gerechnet, dass er zwischen März-April wieder dabei sein kann.

    Warum dauert das so lange? Normalerweise sind Spieler nach einem Kreuzbandriss nach sechs Monaten wieder zurück?

    Das hat mit Kraft und Reaktion zu tun. Wir alle haben gedacht, dass es sich bis März-April ausgehen wird.

    Die Planungen für die kommende Saison sind ja schon voll im Gang. Was war der Gedanke hinter der Verpflichtung von Stefan Ilsanker?

    Leute brauchen oft Zeit. Stefan ist ein Arbeitstalent und er hat sich in Mattersburg sehr gut weiterentwickelt. Dort musste er sich an eine für ihn völlig neue Umgebung anpassen. Das hat ihm in seinem Reifeprozess sehr gut getan. Er hat ein enormes Kämpferherz, kann auf verschiedensten Positionen eingesetzt werden. Außerdem ist er ein Spieler von uns, ein Salzburger.

    Ein Salzburger ist auch Marco Meilinger, der gerade an Ried ausgeliehen ist. Kommt er zurück?

    Da ist noch nichts entschieden. Ich habe auch noch nicht mit ihm gesprochen, deswegen kann ich da auch nicht wirklich viel sagen. Wenn er zurückkommen würde, erwartet ihn wieder ein harter Konkurrenzkampf. Jantscher, Zarate und Leo, das sind ähnliche Typen. Es ist schön zu sehen, wie er sich weiterentwickelt hat. Das freut mich sehr. Wir müssen mit ihm entscheiden, was das Beste ist.

    Wer wird noch kommen? Florian Klein soll ja kurz vor einer Unterschrift stehen.

    Es wäre zu früh, das zu behaupten. Er ist ein österreichischer Teamspieler, der sehr viel Qualität mitbringen würde. Sagen wir es so: Interesse besteht.

    Sagen wir es so: Interesse besteht.

    Und Nacer Barazite?

    Ich habe mich damit noch nicht beschäftigt. Man muss nicht jeden Spieler kaufen. Der Kader muss die richtige Balance haben. Wir haben sehr viele Spieler im Kader, die Barazite nicht unähnlich sind. Leonardo, Cristiano und Jonathan Soriano sind vom Spielertyp her sehr ähnlich. Dass Barazite ein hervorragender Spieler ist, steht außer Zweifel.

    Jetzt warten schwere Aufgaben. Am kommenden Samstag wartet Mattersburg, dann geht es am Dienstag im Cup gegen Hartberg, ehe am Sonntag (6. Mai) in Wien-Hütteldorf Rapid wartet.

    Das sind alles Endspiele. Wir müssen mit beiden Füßen am Boden bleiben, konzentriert in jedes Spiel gehen und mit dem Druck umgehen können. Mit Leonardo, Schiemer und Leitgeb sind drei Spieler zurückgekommen. Das ist gut. Ich wünsche mir, dass alle Spieler fit bleiben.

    Gerade Mattersburg ist ein Angstgegner. Die letzte Niederlage passierte gegen die Burgenländer, das letzte Auswärtsspiel in Mattersburg ging ebenfalls verloren.

    Angstgegner, das ist ein Wort. Ich erinnere mich lieber an die positiven Dinge. Wir haben vor einem Jahr in Mattersburg mit 1:0 gewonnen. Das ist positiv. Wir sollten uns lieber diesen Sieg in Erinnerung rufen.

    Was macht Mattersburg aus? Nahezu jeder Gegner tut sich gegen die Burgenländer schwer.

    Sie nützen ihre Möglichkeiten optimal aus. Holen in jedem Spiel alles aus sich heraus. Davor habe ich großen Respekt. Hinzu kommt, dass sie physisch enorm stark sind, große Spieler in ihren Reihen haben und bis zur letzten Sekunde um jeden Zentimeter kämpfen.

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