Jantscher Hoere Angebot
 

Jantscher: "Höre mir ein Angebot an"

  • Bild:
  • 20.04.2012 | 12:02 | (sport10)

    Warum die Kritik an Salzburg in den vergangenen Wochen berechtigt war und er sich ein Angebot anhören würde, erzählt Flügelflitzer Jakob Jantscher im Gespräch mit sport10.at.

    Sollte Red Bull Salzburg in dieser Saison tatsächlich Meister werden, würde man diesen Titel wohl immer ganz eng mit dem Namen Jakob Jantscher verbinden. Der Flügelflitzer hat zwölf Tore in der Meisterschaft erzielt, es waren zahlreiche ganz wichtige dabei.

    Nur logisch, dass durch seine starken Leistungen Klubs aus dem Ausland auf Jantscher aufmerksam geworden sind. Es kam zuletzt nicht selten vor, dass Scouts auf der Tribüne saßen und Salzburgs Nummer 14 ganz genau auf die Beine schauten.

    Bei sport10.at erklärt der 23-Jährige, warum er sich ein Angebot anhören würde, bei einem Wechsel aber keinen Stress hat, was er zum Niveau der Liga sagt und es zu einem Meisterschaftsendspiel am 6. Mai gegen Rapid in Wien-Hütteldorf kommen könnte.

    sport10.at: Jakob, das späte Gegentor gegen Sturm Graz am vergangenen Wochenende schon verdaut?

    Jakob Jantscher: Ja, das war schon bitter, weil ja auch Rapid und Austria unentschieden gespielt haben, da wären die drei Punkte doppelt wichtig und hilfreich gewesen. Deswegen war es sehr bitter und enttäuschend. Vor allem die Art und Weise muss uns zu denken geben.

    Wie geht es dir nach deiner Verletzung? Du wurdest nach deinem Tor am Kopf mit vier Stichen genäht.

    Ich musste jetzt drei Tage eine Ruhe geben, weil es doch gefährlich ist, dass sich die Sache infiziert. Am Samstag werde ich wahrscheinlich einen Schutz tragen müssen, aber einem Einsatz gegen Ried steht nichts im Weg.

    Nach 30 Runden führt ihr die Tabelle an. Die Kritik in den vergangenen Wochen war dennoch groß. Ist sie berechtigt?

    Wir müssen mit der Kritik umgehen können. Es ist ja auch so, dass wir in Österreich den besten Kader haben und da haben wir natürlich andere Ansprüche. Obwohl wir Tabellenführer sind, ist die Art und Weise wie wir spielen nicht zufriedenstellend. Wir spielen nicht berauschend und nicht den Fußball, den wir zeigen können. Aber wir spielen sehr effektiv, haben sieben Spiele nicht mehr verloren. Im Endeffekt zählen die Punkte, das ist wichtiger als schönen Fußball zu spielen. Das soll jetzt aber nicht missverstanden werden, wir wollen einen schönen Fußball spielen. Das gelingt uns leider nur ab und zu. Wir müssen auch da eine Konstanz reinbekommen.

    Obwohl wir Tabellenführer sind, ist die Art und Weise wie wir spielen nicht zufriedenstellend.

    Was sagst du generell zum Niveau in der Liga?

    In den letzten ein bis zwei Monaten gab es schon sehr viele Unentschieden, das kann man nicht abstreiten. Die kleinen Vereine wie Ried, Wacker oder auch Wiener Neustad können guten Fußball spielen, das wird immer wieder vergessen. Es ist nicht mehr so, dass die ersten vier alle Spiele gewinnen und sich die Meisterschaft untereinander ausmachen. Vor allem Ried ist nicht einfach zu spielen, die haben Qualität und können guten Fußball spielen. Deswegen ist die Meisterschaft so spannend und wird wohl auch bis zum Schluss spannend bleiben. Man kann sich nie sicher sein, kann mit keinen fixen drei Punkten rechnen.

    Dennoch wurde in den vergangenen Wochen das Niveau der Liga scharf kritisiert.

    Wenn ich das Spiel in Graz hernehme, dann war das sicher kein schlechtes. Es war ein hohes Tempo drinnen, es gab viele Tore und strittige Situation. Es war eine heiße, interessante Partie. Aber wie gesagt, es gab zu viele Spiele, die 0:0 ausgegangen sind. Dann kommen die Kritiker und fällen ein Pauschalurteil und sagen, die gesamte Liga ist schlecht. Die Qualität der Liga ist nicht so schlecht, denn international haben sich ja einige Klubs wieder mehr als nur achtbar aus der Affäre gezogen.

    Dann kommen die Kritiker und fällen ein Pauschalurteil und sagen, die gesamte Liga ist schlecht.

    Auch ihr habt eine Gruppe überstanden, die gar nicht so schlecht ist. Gegen Athletic Bilbao habt ihr auswärts unglücklich 2:2 gespielt und zuhause 0:1 verloren. Die stehen jetzt aber im Halbfinale der Europa League und haben Manchester United ausgeschaltet.

    Genau das meine ich. Es gibt ja Spiele in der Liga, die in Ordnung waren. Nicht nur Spiele von uns, sondern auch von anderen Teams. Man sollte schon ein bisschen einschätzen und nicht alles schlecht machen. Klar gibt es Spiele, die nicht gut sind, das will ich gar nicht leugnen, aber es gibt auch Spiele, die wirklich ansehnlich sind.

    Du hast in dieser Saison zwölf Tore erzielt. Zufrieden mit deiner Ausbeute?

    Es waren schon einige Tore, die entscheidend gewesen sind. Das weiß ich. Aber es ist jetzt nicht wichtig, wer die Tore schießt. Heuer habe ich zwölf geschossen, aber ich brauche auch die Mannschaft dazu, dass ich die Tore erzielen kann. Es gab einige enge Spiele, die wir dann zu unseren Gunsten entschieden haben, bei denen ich das entscheidende Tor geschossen habe. Wenn ich die Partie gegen Rapid hernehme. Da ist es ja um einiges gegangen. Es freut mich, dass mir die Tore gelungen sind, aber ich muss das Lob an die Mannschaft weitergeben. Denn ohne die zehn Mitspieler könnte ich die Tore nicht erzielen.

    Ist es dein Ziel, die Torjägerkanon zu holen?

    Wenn es so ist, ist es schön, wenn es nicht klappen sollte, dann ist es auch egal. Ich werde alles versuchen, dass ich so viele Tore wie möglich mache. Dann werden wir eh sehen, was unterm Strich rauskommt.

    Durch deine starken Leistungen waren zuletzt einige Scouts da, um dich zu beobachten. Hast du dir einen Zeitpunkt gesetzt, wo du sagst, da will ich im Ausland spielen?

    Ich habe keinen Druck, ich brauche mich um nichts kümmern. Ich habe bei Red Bull Salzburg noch zwei Jahre Vertrag. Aber im Fußball ist es natürlich so, dass immer etwas passieren kann. Es kann sehr schnell gehen, dass etwas Interessantes kommt. Es ist aber nicht so, dass ich Salzburg im Sommer unbedingt verlassen will. Sollte was kommen, muss man sich das anschauen, das ist doch ganz normal. Aber es muss alles passen und es spielen mehrere Faktoren mit. Es muss für Red Bull in Frage kommen und auch für mich. Sagen wir es so, es gibt im Moment keinen Gesprächsstoff.

    Es kann sehr schnell gehen, dass etwas Interessantes kommt.

    Dein Vertrag in Salzburg läuft ja noch bis 2014.

    So ist es. Ich habe keinen Druck und muss mir nichts Neues suchen. Ich kann befreit aufspielen und weiter an mir arbeiten und mein Bestes geben, dann wird man sehen, was am Ende rauskommt.

    Welche Liga würde dich reizen?

    Das ist schwer zu sagen, im Fußballgeschäft spielen viele Faktoren mit. Es muss das ganze Paket passen. Ich bin nicht auf irgendeine Liga fixiert oder irgendeine spezielle Mannschaft. Sollte ich einmal ein Angebot bekommen, bei dem alles passt, dann kann man sich das anschauen und dann werde ich entscheiden.

    Blicken wir in die nähere Zukunft: Am kommenden Wochenende geht es gegen die SV Ried, ein Gegner, gegen den du noch nie getroffen hast.

    Stimmt, gegen Ried habe ich noch nicht getroffen. Letztes Jahr war es so, dass wir noch das 2:2 bekommen haben. Wenn wir da noch gewonnen hätten, wäre der Titel noch möglich gewesen. Heuer ist es so, dass alle noch ausstehenden Partien entscheidend sind für uns. Wir dürfen uns keine Fehler und Niederlagen erlauben. Wir sind nur einen Punkt vorne, dürfen uns in keinem Spiel ausruhen, denn der Polster ist wirklich sehr gering. Wenn wir jedes Spiel gewinnen, kann uns keiner mehr einholen. Eine Rechnung, die eigentlich sehr einfach klingt.

    Am 6. Mai steigt das Spiel gegen Rapid. Glaubst du, dass es da zu einem Finale um die Meisterschaft kommt?

    Es ist viel von den nächsten ein bis zwei Wochen abhängig. Rapid spielt am Sonntag gegen Sturm. Eine alles andere als leichte Aufgabe. Wir haben mit Ried natürlich auch keinen einfachen Gegner. Es wäre natürlich gut, wenn man die Tabellenführung vor dem Spiel in Wien etwas ausbauen würde. Aber sollte das nicht der Fall sein, ist es wahrscheinlich wirklich die entscheidende Partie.

    SPORTMAGAZIN Gold-Edition:


    Der Superstar erzählt sein Leben:
    packend, berührend, authentisch.

    >> Jetzt bestellen

    Mehr auf sportnet.at
      Mehr aus dem Web

      Schreiben Sie uns Ihre Meinung ()

      >> Hier E-Paper downloaden <<



      • Sportwoche ePaper




        • Sportwoche ePaper