Beichler Leihe kommt nicht
 

Beichler: "Leihe kommt nicht mehr in Frage"

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  • 29.03.2012 | 12:08 | (sport10)

    Daniel Beichler war zuletzt der Mann für wichtige Tore bei Ried. Im sport10.at-Talk spricht er über den Rieder-Aufschwung, und seine Zukunft bei der Hertha, oder in Österreich?

    Mit zwei wichtigen Treffern gegen die Admira und Wr. Neustadt ist Daniel Beichler maßgeblich am Aufschwung der Rieder beteiligt. Wie man die Frühjahrsmüdigkeit im Innviertel abschüttelte, warum sein neuer Trainer auf trockenen Humor setzt und eine dauerhafte Rückkehr nach Österreich nicht auszuschließen ist, erklärt der 23-Jährige im Interview mit sport10.at

    sport10.at: Ried ist wieder auf Kurs. Wie ist bei euch und speziell bei dir nach deinen beiden wichtigen Toren die Stimmung?

    Daniel Beichler: Es ist allgemein wieder besser und lockerer - klar wenn man aus den letzten vier Spielen acht Punkte holt. Die Leistungen waren - vielleicht bis auf das Spiel in Innsbruck - recht ansehnlich und in Ordnung. Da wird die Stimmung natürlich auch bei einem persönlich etwas gelöster.

    Ried hat den Start ins Frühjahr nicht zum ersten Mal verschlafen. War diese jährliche Schwächephase ein Thema bei euch?

    Klar, wir mussten in der Situation einfach ruhig bleiben. Dazu hat man in Ried auch das Umfeld, um nicht gleich in Hektik zu verfallen. Das hat uns damals auch das Trainerteam vorgelebt. Es ist im Großen und Ganzen nichts schlimmes passiert. Natürlich gehen die Punkte der ersten Spiele ab, doch wir haben gegen drei Topteams gespielt, davon zwei auswärts. Gegen Mattersburg hat man gesehen, dass man im Frühjahr auch verlieren kann.

    Du hast schon einige Wintervorbereitungen miterlebt. Ist das Wintertraining bei Ried bewusst härter, um ins Frühjahr hinaus mehr Energie mitnehmen zu können?

    Nein, ich glaube darauf hat man nicht geschaut. Es war sicher eine psychologische Sache. Du hast eine Niederlage, dann zwei, dann drei. So etwas ist nicht angenehm. Ich habe die Wintervorbereitung auch bei Franco Foda miterlebt, dort ist es auch kein Spaß. Die Vorbereitungen sind doch ziemlich gleich.

    Ich habe die Wintervorbereitung auch bei Franco Foda miterlebt, dort ist es auch kein Spaß.

    Trotz der anfänglichen Schwächephase zeigt eine sport10.at-Hochrechnung, dass Ried Meister wird. Was sagst du zu solchen Zahlenspielen?

    Natürlich können wir, es ist ja von den Punkten noch alles drinnen. Doch ich habe immer gesagt, dass Salzburg mein Titelfavorit ist, was auch die Tabellenposition widerspiegelt. Sie haben die größte Qualität und einen ausgeglichenen Kader, der im letzten Meisterschaftsviertel doch sehr ausschlaggebend sein kann. Daher gehe ich davon aus, dass Salzburg Meister wird.

    Erst vor kurzem musstet ihr den Abgang von Trainer Paul Gludovatz verkraften. Gludovatz hat mit Ried eine sehr enge Beziehung aufgebaut. Was ging dir beim Abschied durch den Kopf?

    Es war alles sehr kurzfristig. An dem einen Tag haben wir es erfahren, am nächsten Tag wurde schon bekannt, dass der Trainer sofort geht und nicht erst im Sommer. So eng die Verbindung zur Region auch ist und so gut er auch gearbeitet hat, so ist das Fußballgeschäft. So etwas muss jeder verstehen. Er hat die Chance zu einem noch größeren Klub zu gehen, er (Gludovatz ist Burgenländer, Anm.)  ist auch näher an seiner Heimat, was für ihn sicher auch eine Rolle spielt. Da ist sicher keiner böse und es kann jeder nachvollziehen.

    Nun hat Gerhard Schweitzer das Ruder übernommen. Ich durfte ihn während eines Trainerkurses als Coach erleben. Einschätzung: Hart mit einem sehr trockenen Humor. Teilst du diese Einschätzung?

    Du beschreibst es ganz gut, sein Humor ist sehr trocken - er ist auf jeden Fall ein Typ. Er hat schon unter Gludovatz viele Trainingseinheiten geleitet, daher hat sich vom Trainingsbetrieb her nicht so viel verändert. Von ihm kam bei der Trainingseinheit immer schon viel Input, diese Linie zieht er weiterhin durch. Er macht seine Sache gut.

    Ich werde nicht mehr verliehen, das kommt von meiner Seite her nicht mehr in Frage. Das brauche ich nicht mehr. Ich will etwas längerfristiges.

    Das Frühjahr ist traditionell die Zeit, um über die Zukunft zu sprechen. Hattest du bereits Kontakt zu Hertha Berlin?

    Ich persönlich nicht. Ich weiß natürlich, dass mein Berater hier im Kontakt ist. Im Moment kann ich darüber noch nicht viel sagen. Ich habe auch nicht den Kopf dazu. Ich will das letzte Meisterschaftsviertel gut hinkriegen.

    Bei Hertha weiß man noch nicht, welche Klasse der Verein nächstes Jahr spielt und welcher Trainer dann tatsächlich da ist. Fakt ist, ich habe dort noch zwei Jahre Vertrag, bin in Ried ein Leihspieler ohne Kaufoption. Daher gehe ich davon aus, dass ich zumindest im Sommer wieder dorthin zurückkehre.

    Im letzten Interview mit sport10.at hast du gemeint, du suchst eine langfristige Lösung. Wäre hier vielleicht auch Sturm eine Lösung, die du anstreben würdest?

    Es ist insgesamt zu früh, um darüber zu sprechen. Aber du hast recht, ich will etwas langfristiges, zu dem stehe ich. Ich werde nicht mehr verliehen, das kommt von meiner Seite her nicht mehr in Frage. Das brauche ich nicht mehr. Ich will etwas längerfristiges. Ich habe mich auf meiner körperlichen Seite wieder stabilisiert, darum möchte ich über Jahre hinweg stabil bei einem Verein sein.

    Im Fußball kann man ohnehin nichts vorhersagen. Mein ganz klares Ziel ist es, dass ich die nächsten zwei, drei Jahre wo bleiben kann.

    Eine Rückkehr zu Hertha ist also nicht auszuschließen, ebenso wie eine Rückkehr nach Österreich.

    Ich gehe davon aus, dass Hertha meine Leistungen verfolgt. Wenn dort ein Trainer ist, der sagt: 'OK, den können wir brauchen' und ich meinen Vertrag dort erfüllen kann, dann ist das so. Ausschließen möchte ich gar nichts. Natürlich ist der erste Ansprechpartner die Hertha. Ich habe dort nicht umsonst für vier Jahre unterschrieben. Die oberste Prämisse ist, dass es Sinn macht und für mich Zukunft hat.

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