hilft nichts wenn jammert
 

"Es hilft nichts, nur zu jammern"

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  • 13.03.2012 | 19:13 | (sport10)

    Die Sturm-Youngsters Florian Kainz und Christian Klem im großen sport10.at-Doppelinterview über Pfiffe, Talente, die am Boden bleiben und das Durchbeißen in harten Zeiten.

    Christoph Leitgeb, Seastian Prödl, Jakob Jantscher, Daniel Beichler - sie alle haben beim SK Sturm den Durchbruch geschafft. Die nächsten beiden Kandidaten stehen schon Gewehr bei Fuß: Florian Kainz (19) und Christian Klem (20). In der laufenden Saison haben sich die beiden Youngsters zu einem Fixbestandteil der Mannschaft gemausert und sind mittlerweile die Hoffnungsträger für eine rosige Zukunft in schwarz-weiß.

    sport10.at hat die beiden Kumpels im Doppelpack zum Gespräch getroffen. Im ausführlichen Interview sprechen sie über Jugendförderung a la Franco Foda, seltenes Lob, blindes Verständnis und neue Systeme bei der überraschenden Heimniederlage gegen Wiener Neustadt.

    sport10.at: Christian, Florian - die erste Frage betrifft natürlich das vergangene Wochenende. 0:1 gegen Wiener Neustadt, das war kein Ruhmesblatt. Woran hat's eurer Meinung nach gelegen?

    Christian Klem: Wir haben die erste Hälfte völlig verschlafen, und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison. In der zweiten sind wir dann zu vielen Chancen gekommen, aber es hat eben nicht sein sollen. Und dann verliert man so ein Spiel schon mal.

    Florian Kainz: Wir haben sowohl gegen Kapfenberg, als auch gegen Wiener Neustadt an die Stange geschossen, also kam Pech auch noch dazu. Darauf möchten wir uns aber nicht hinausreden. Das Hauptproblem war einfach, dass wir die Chancen nicht verwertet haben.

    Nach Schlusspfiff gab's ein gellendes Pfeifkonzert. Wie geht man als junger Spieler damit um?

    Klem: Es ist verständlich, dass die Fans enttäuscht sind, wenn man gegen Wiener Neustadt daheim 0:1 verliert. Aber ich glaube, dass wir uns nicht vorwerfen müssen, nicht alles gegeben und gekämpft zu haben. Natürlich ist es dann bitter, wenn gepfiffen wird.

    Kainz: Damit muss man umgehen können. Sicher ist es schlecht, wenn der eigene Anhang pfeift, aber das gehört zum Fußball dazu.

    Mit einer Systemumstellung von 4-4-2 auf 4-3-3 hat Trainer Franco Foda versucht, das Spiel noch herumzureißen. Spielt ihr diese Formation auch im Training?

    Klem: Das war eher spontan. Im Training spielen wir schon meistens im 4-4-2. Aber es war klar, dass man nach dieser ersten Hälfte etwas umstellen musste.

    Kainz: Der Trainer hat gemerkt, dass in ersten 45 Minuten nichts gegangen ist. Er hat alles versucht. In der zweiten Hälfte hat es dann auch besser funktioniert. Wir haben voll riskiert, aber leider ist uns kein Tor gelungen.


    Lehrten im Herbst Leonardo (Mitte) das Fürchten: Klem und Kainz.
    Fühlt ihr euch im 4-3-3 wohl?

    Klem: Schwer zu sagen. Jedes System hat seine Vor- und Nachteile. Wenn man gewinnt, sagt jeder "super". Wenn man aber verliert, heißt es, warum man so gespielt hat und nicht anders.

    Kainz: Ich glaube, dass es prinzipiell gescheit ist, immer beim gleichen System zu bleiben. Das machen wir meistens, und das funktioniert gut. Zurzeit hapert es nur an den Toren.

    Christian, du hast wieder einmal den Vorzug gegenüber Georgi Popkhadze bekommen. Was macht dich besser als den Georgier?

    Klem: Ich will nicht sagen, dass ich derzeit einfach besser bin. Es ist so, dass wir beide im Training alles geben. Wer spielt, liegt am Trainer. Unsere Aufgabe ist es, ihm die Entscheidung zwischen uns beiden so schwer wie möglich zu machen.

    Du bist ja eigentlich gelernter Mittelfeldspieler. Doch deine Leistungen lassen vermuten, dass du dich mit der Linksverteidigerposition mittlerweile anfreunden hast können.

    Klem: Jetzt fühle ich mich als Linksverteidiger. Ich habe mich praktisch damit abgefunden und fühle mich auf dieser Position mittlerweile pudelwohl.

    Franco Foda ist bekannt dafür, dass er Talente behutsam aufbaut. Das bedeutet aber auch, dass es Phasen gibt, in denen man nicht spielt. Macht es das schwierig?

    Klem: Natürlich ist das bitter, aber es hilft nichts, wenn man dann nur jammert. Man muss weiter im Training aufzeigen, und dann führt ohnehin kein Weg mehr an dir vorbei. Außerdem spricht der Trainer dann mit dir und erklärt, warum man nicht spielt.

    Ihr spürt sein Vertrauen also?

    Kainz: Ja. Nachdem wir sehr viel gespielt haben, merken wir schon, was der Trainer von uns hält. Wenn man merkt, dass das Vertrauen da ist, kann man auch befreiter aufspielen.

    Am Wochenende hat er euch wieder das Vertrauen geschenkt. Ihr habt die jüngste linke Seite der Bundesliga gebildet.

    Klem: Das Alter sagt meiner Meinung nach nicht so viel aus. Wichtig ist die Leistung, und da ist es egal, wie alt man ist. Deswegen ist das für mich nicht sonderlich wichtig. Aber sicher: Schön ist es aber schon, wenn man junge Spieler am Platz hat.

    Lesen Sie auf Seite zwei, warum es gut ist, wenn der Trainer nicht zu viel lobt, wie sich Klem mit einer neuen Aufgabe abfand und wo Kainz seine Karriere beenden will.

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