Wacker Fans Farbenlehre
 

Wacker und Co: Fans und die Farbenlehre

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  • 01.03.2012 | 14:44 | (sport10)

    Violette Schuhe sorgten in den letzten Tagen bei Wacker Innsbruck für Aufregung. Es war nicht der erste Farbenstreit in der Fußballwelt. Egal ob es um Schals, Trikots oder das liebe Geld geht.

    In den letzten Tagen beherrschte die Farbe Violett das eigentlich grün/schwarz-gefärbte Innsbruck. Der Grund dafür ist jedoch nicht das bevorstehende Heimspiel (Sa, 18.30 Uhr) gegen die Veilchen aus Wien. Wie die Salzburger Nachrichten berichten, trieb die Schuhfarbe einiger Wacker-Profis den Innsbrucker-Fans die Röte ins Gesicht, da sie im violetten Schuhwerk eine "Anbandlung" mit Erzfeind Austria Salzburg empfanden. Zu viel Farbenlehre in zu kurzer Zeit? Mitnichten, Farben erhitzen immer wieder die Gemüter der Fans.

    Wacker und die violette Zehe

    Für das jüngste Beispiel zeigt sich eben der Tiroler Traditionsverein verantwortlich. Weil die Wacker-Profis Markus Egger, Marco Kofler, Christopher Wernitznig und Julius Perstaller beim Frühjahrsauftakt auf violette Fußballschuhe zurückgriffen, kam es zu Fanprotesten. Der Grund: Die im in der Modefarbe Violett gehaltenen Schuhe entsprachen ausgerechnet den Vereinsfarben des Erzrivalen Austria Salzburg. Neben den Unmutsäußerungen schon während der Partie gingen in den folgenden Tagen auch einige Beschwerden in der Geschäftsstelle der Innsbrucker ein.

    Die Folge: Ende März werden die Schuhe ausgetauscht, bis dahin bietet Ausrüster Nike die Schuhe nur in violett an. Die Geschichte um die violetten Wacker-Füße ging sogar so weit, dass Wacker diese Information auf der Vereinshomepage veröffentlichte und an die Geduld der Fans appellierte.

    Violette Farbenlehre

    Austria Salzburg steht dabei nicht zum ersten Mal in Zusammenhang mit der Farbenlehre der Fans. Unvergessen ist bei den Violetten aus Salzburg die Übernahme von Red Bull im Jahr 2005 und die damit verbunde Farbänderung der Mozartstädter. Die Fronten zwischen Verein und Fangrupppierungen waren von Beginn an verhärtet. Auch weil Fans mit violetten Fanartikeln teilweise der Zutritt zum Stadion angeblich verwehrt blieb. Nach immer wieder gescheiterten Gesprächen wurde noch im September 2005 endgültig das Band zwischen Red Bull und den violetten Fans zerschnitten.

    St. Pauli sieht Rouge

    In Sachen farblichem Protest ist auch Deutschland kein unbeschriebenes Blatt. So tauchten die Fans des FC St. Pauli 2010 ihr Millerntor ganz in Rot, um gegen die Kommerzialisierung des Fußballs zu protestieren. Es war die bisher größte Fanaktion des eigenwilligen Kultklubs.

    Ein ganz anderes Problem hatten die Anhänger von Fortuna Düsseldorf mit dem Auswärtstrikot ihres Klubs in der Vorsaison. Die rot-blauen Längsstreifen der Trikots erinnerten ausgerechnet an den Lokalrivalen aus Wuppertal, auch hier war ein Fanboykott die Folge.

    Manchesters Grün-Goldene Revolution

    Einen farblichen Hintergrund haben auch die Fanproteste gegen Manchester-United-Eigentümer Malcolm Glazer. Die Organisation "MUST" ("Manchester United Supporters Trust"), die den Widerstand gegen den US-Amerikaner einleitete, nahm sich die Farben des Vereins zur Brust, aus denen einst United hervorgegangen war. Die grün-goldenen Schals wurden schnell zum Sinnbild der Bewegung, sind heute ein Fixpunkt im Old Trafford.

    Als David Beckham etwa mit dem AC Milan im "Theatre of Dreams" zu Gast war, warf ihm nach dem Schlusspfiff ein Fan solch einen Schal zu, der einstige Held von United wusste sofort, worum es ging. Er legte sich den Schal um den Hals und verabschiedete sich von den Fans.

    Die Geschichte mit der Vignette

    Am Ende dieser Aufzählung, die keine Ansprüche auf Vollzähligkeit erhebt, geht es nochmals nach Österreich: Vor gut zwei Jahren war es, als die Rapid-Vignetten-Meldung die Runde machte. Was war passiert? Die ASFINAG entschied sich für Violett als neue Trendfarbe beim Autobahnpickerl. Die Reaktion der Hütteldorfer-Fans: Die Vignette wurde aus Protest einfach verkehrt herum aufgeklebt.

     

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